Bremer Rundfunk-Chronik
Blick in die Nachrichten-Redaktion: vorn sitzend Lüder Döscher, dahinter von links: Gerd Wöhlecke ( Zweigstelle Bremerhaven), Paul-Dieter Kümper, Horst Vetter (der spätere Leiter der Rundschau), Irmgard Bach (ehemalige Reporterin des Senders Danzig und spätere Starreporterin für die Aufarbeitung der Geschichte des Mediums)
Beim Start von Radio Bremen, am 23. Dezember 1945, ist auch die "Tägliche Rundschau im Unterwesergebiet" erstmals zu hören. Schon bald sind die rasenden Reporter in Bremen allgegenwärtig und berichten über alles, was die Menschen damals bewegt: über Lebensmittelzuteilungen und Schwarzmarktrazzien, die Lieferung von Care-Paketen und das Wiederauferstehen des Freimarkts genauso, wie über den demokratischen Aufbruch in der 1946 konstituierten Bremischen Bürgerschaft oder den Neubeginn des Theaters auf Behelfsbühnen. Eine Besonderheit ist die "gesprochene Zeitung", die in Zusammenarbeit mit dem "Weser-Kurier" erstellt wird. Wegen Papiermangels kann die gedruckte Zeitung noch nicht täglich erscheinen.
In der Nachrichtenredaktion von Radio Bremen, [1:37]
Eine Reportage von 1946.
Die Rundschau heute
Kompakt und aktuell - Die Rundschau auf Bremen Eins.
Auch das beliebte Hafenkonzert ist ein Relikt aus alten Zeiten. Pfingsten 1947 ging der Radioklassiker erstmals auf Sendung und ist seitdem als klingende Visitenkarte des Landes Bremen unterwegs. Einmal im Monat dokumentieren die Klönschnackrunden die Verbundenheit der Hansestadt und Radio Bremens mit Häfen und Schifffahrt.
150. Hafenkonzert, [3:11]
Ein Beitrag vom 26. April 1958.
500. Hafenkonzert von Radio Bremen, [18:05]
Ein Beitrag vom 24. April 1971.
Das Hafenkonzert auf Bremen Eins
Für Fans heute weltweit im Internet zu hören.
Am 28. April 1947 wird in den Räumen des St.-Pauli-Restaurants in Bremen-Horn das erste deutsche Funktheater in der Nachkriegszeit eröffnet. Der Weser-Kurier schreibt am 2. Mai 1947: "Durch die regelmäßigen Sendungen des neuen Funktheaters, das besonders Hörspiele und heitere Abende bringen wird, haben die Hörer von Radio Bremen die Möglichkeit, den Aufführungen selbst beizuwohnen".
Eröffnung des Funktheaters von Radio Bremen, [2:01]
Paul-Dieter Kümper im Gespräch mit dem Architekten Alicani.
Einweihung des Funktheaters 1946, [1:08]
Einweihungsrede des Intendanten Walter Geerdes (Ausschnitt).
In einer Zeit, in der wenig Lernmittel zur Verfügung stehen, ist Schulfunk eine willkommene Bereicherung für den Unterricht. Dank einer Spende der amerikanischen Militärregierung sind fast alle Schulen im Land Bremen mit Radios ausgerüstet und können dieses neue Medium nutzen. Bereits nach einem Jahr werden Schulfunksendungen in 340 Schulklassen eingesetzt, von rund 15.000 Schülern regelmäßig gehört. Von Dezember 1948 bis 1988 publiziert die Schulfunkabteilung zu all ihren Sendungen Begleithefte für Lehrer.
Die Redaktion ist von Anfang an bemüht, Sendungsinhalte und Lehrpläne aufeinander abzustimmen. Das begleitet den Schulfunk durch seine lange Geschichte. Häufig wandelt sich im Lauf der Zeit sein Gesicht, die Sendungen passen sich immer wieder neuen Lehr-/Lernmethoden und Inhalten an, sind fortschrittlich, provokativ, unterhaltend und bunt, teilweise ihrer Zeit voraus. Der Schulfunk spielt mit allen Formen des Hörfunks, entwickelt sich zum Bildungsprogramm, und geht schließlich 1995 im Magazin "Art & Weise" auf.
Erste Schulfunksendung von Radio Bremen, [2:57]
Beitrag vom 6. Dezember 2008.
Verkehrserziehungswoche im Schulfunk, [4:45]
Ein Beitrag aus dem Jahre 1954.
Wegen der ungesicherten finanziellen Lage wird Radio Bremen länger als andere Sender von der Militärregierung betrieben und erst am 5. April 1949 in deutsche Verwaltung übergeben. Dafür muss es die von der Militärregierung beschlagnahmten Gebäude, eine Villa an der Schwachhauser Heerstraße und das Funktheater in Horn, wieder räumen.
Festakt der Übergabe von Radio Bremen, [4:06]
Mittschnitt der öffentlichen Veranstaltung vom 5. April 1949.
Übergabe von Radio Bremen in deutsche Verwaltung am 5. April 1949. Von der amerikanischen Militärregierung sind anwesend (von links) Major General George P. Hays und der Dierktor für Bremen Captain Charles R. Jeffs. Am Rednerpult der erste Intendant von Radio Bremen: Walter Geerdes.
Die Anfänge: Eine Chronik in Bildern
Ab 1950: Neues Funkhaus in der Vahr
Info: Bremer Rundfunk-Chronik
![Mikrofon [Quelle: Radio Bremen] Mikrofon [Quelle: Radio Bremen]](/unternehmen/chronik/bild2150_v-mediateaser.jpg)
Rundfunk gibt es in Bremen seit 1924. Am Anfang hieß der Sender Norag und war ein Ableger des Hamburger Muttersenders. 1945 ging dann Radio Bremen an den Start. Die Geschichte von Radio Bremen ist eine Geschichte von Rundfunk-Pionieren, finanziellen Nöten, Wandlungsfähigkeit und herausragenden programmlichen Höhepunkten.
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