Pressemitteilungen: Fernsehen
NDR/RB-Fernsehen
Freitag, 24. Mai 2013, 21.15-21.45 Uhr
Die Reportage
Albtraum Wohnungseinbruch
Ein Radio Bremen-Film von Dirk Blumenthal
Rainer Hartmann trägt gern mörderisch spitze Stiefeletten, Designerjeans und Leinensakkos, ist 66 Jahre alt und Einbrecher von Beruf. Genauer: Er war Einbrecher von Beruf. An die sieben Jahre hat er im Gefängnis gesessen, weil er manchmal erwischt worden ist. In der Reportage "Albtraum Wohnungseinbruch" plaudert er darüber, wie Profi-Diebe ihre Tatorte auswählen ("Wenn ich als Einbrecher hier vorbeigehe und seh so‘n Auto da stehen, so `ne Familienkutsche, geh ich weiter und mach mir da keine Gedanken weiter drüber."), nimmt die Arbeit von "Kollegen" kritisch unter die Lupe ("Da haben die sich Arbeit gemacht, die man sich gar nicht machen braucht.") und gibt Tipps zum Einbruchsschutz ("Ich würde `n Hund immer `ner Alarmanlage vorziehen.").
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2011 bundesweit um mehr als neun Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Und in keinem Bundesland sind die Wohnungseinbrecher fleißiger als in Bremen: 3.425 Taten waren es 2011; das sind 518 Fälle pro 100.000 Einwohner. Die Gefahr, zum Einbruchsopfer zu werden, ist hier fast anderthalb Mal so groß wie zum Beispiel in Hamburg und gut elf Mal größer als in Bayern.
Das Schlimmste für die Bestohlenen ist dabei nicht, dass zum Beispiel der Laptop, die 350 Euro aus der Nachttischschublade und die von Opa geerbte Taschenuhr weg sind. Das Schlimmste ist auch nicht die kaputte Terrassentür und schon gar nicht der vielleicht rettungslos verdreckte Teppich. Das Schlimmste ist, dass da jemand mit Gewalt ins ganz Private eingebrochen ist. ‚Das mit der neuen Digitalkamera kann ich verschmerzen’, hören Polizisten immer wieder von Einbruchsopfern, ‚aber wenn ich mir vorstelle, wie die in meiner Unterwäsche rumgewühlt haben, dann wird mir richtig schlecht.’
Die Wohnung ist ja für die meisten Menschen mehr als ein Schutz vor Regen, Wind und Kälte. Sie ist ja auch psychosozialer Schutzraum: der Ort, über den nur die Bewohner bestimmen, an dem sie sich aufgehoben fühlen, an dem auch Intimstes geschieht und aufbewahrt wird. Einbrecher machen da nicht nur Schlösser, Türen und Fensterscheiben kaputt, sie zerstören auch Vertrauen. Die Opfer werden sich in ihrer Wohnung nie mehr so sicher und wohl fühlen wie vor dem Einbruch.
Manche Opfer sind allerdings erstmal erstaunlich unerschrocken. Irene und Alida Csupor zum Beispiel. Die ertappten in ihrem Haus Einbrecher und gingen mit Golfschlägern bewaffnet auf die Jagd nach den Tätern – allerdings vergeblich.
Außer den beiden stellt die Reportage noch weitere Einbruchsopfer vor und diverse Polizisten, die versuchen, Einbrecher zu fangen oder ihnen das Leben wenigstens so schwer wie irgend möglich zu machen. Der Film guckt dem Spurensicherer Peter Klug auf die Finger und zeigt, wie polizeiliche Berater versuchen, Hauseigentümer zu bewegen, Fenster und Türen sicherer zu machen – und schaut, was dann wirklich getan wird. Vorgestellt wird auch das Bremer Pilotprojekt, bei dem Wertgegenstände mit künstlicher DNA markiert werden, um Diebe abzuschrecken und leichter überführen zu können. Das Filmteam ist im Amtsgericht, als die beiden Männer, die bei den Csupors eingestiegen und schließlich doch gefasst worden sind, zu eher milden Jugendstrafen verurteilt werden. Und es gibt einen kleinen Trost aus dem Munde von Rainer Hartmann, was den Einbruch in die Intimsphäre angeht: "Die Intimsphäre nehm ich gar nicht wahr als Einbrecher. Weil: Ich bin auf `ne ganz bestimmte Sache aus, das heißt auf Wertgegenstände. Alles andere geht mir, auf gut Deutsch gesagt, am Hintern vorbei."
Erstsendung: 23. Februar 2013 im Ersten
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