Pressemitteilungen: Radio
Der ARD Radio Tatort "Geisterstunde"
Ein Kriminal-Hörspiel von John von Düffel
Nordwestradio: Freitag, 10. Mai 2013, 19.05-20.00 Uhr
Zum sechsten Mal gehen die Bremer Ermittler Hauptkommissarin
Claudia Evernich, Staatsanwalt Dr. Kurt Gröninger und Assistent Claas Berding im Bremer ARD Radio Tatort auf Verbrecherjagd. "Geisterstunde" entpuppt sich als ein Fall, der ihnen mathematisches Denken und parapsychologische Vorstellungskraft abverlangt. Der Krimi basiert auf realen Geschehnissen, die sich im Sommer 2012 in Bremen ereignet haben.
Nach dem Tod ihres Vaters bleibt Hauptkommissarin Claudia Evernich wenig Zeit zu trauern. Ihre Arbeit hält sie und ihren jungen Kollegen Claas in Atem. Damit nicht genug – Evernichs Mutter wird immer seltsamer. Frisch verwitwet, fängt sie an, in ihrem Haus Gespenster zu hören und zu sehen. Die Nachricht von einem mysteriösen, schwer erklärbaren Mordanschlag auf ein Ehepaar in Nähe ihres Elternhauses erreicht die Kommissarin zur späten Stunde. Staatsanwalt Gröninger und der Polizeiapparat werden sofort in Bewegung gesetzt aus Sorge vor einem Lebensmittel-Erpresser. Es ist kein Zufall, dass Evernichs Mutter das mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus liegende Ehepaar gut kennt. Der reale Polizeialltag und das Surreale fangen an zu verschwimmen.
Zeitgleich zur Ausstrahlung im Nordwestradio lädt die "hörbar"! des
Bremer Theaters zum Public Listening ein. Den Fragen von Presse und Publikum stellen sich der Autor John von Düffel, die Regisseurin
Christiane Ohaus und der Radio Bremen-Hörspielchef Holger Rink.
| Die Personen und ihre Darsteller | |
|---|---|
| Hauptkommissarin Claudia Evernich | Marion Breckwoldt |
| Staatsanwalt Dr. Kurt Gröninger | Markus Meyer |
| Claas Berding | Fritz Fenne |
| Evernichs Mutter | Katharina Matz |
| Dr. Michel | Ingeborg Kallweit |
| Sebastian | Jörg Pohl |
| Nachbarin | Gabriela Maria Schmeide |
| Krankenhausarzt | Stephan Schad |
| Polizist | Oskar Ketelhut |
| Das Produktionsteam | |
|---|---|
| Autor | John von Düffel |
| Redaktion | Holger Rink |
| Regie | Christiane Ohaus |
| Regieassistenz | Janine Lüttmann |
| Ton und Technik | Sven Kohlwage |
| Birgit Gall | |
| Musik | Sabine Worthmann |
Eine Radio Bremen-Produktion 2013 für den ARD Radio Tatort.
Als zusätzliches Angebot wird der ARD Radio Tatort „Geisterstunde“ im Digital-Radio mit vielen Produktionsfotos bebildert.
Eine Besprechungs-CD kann bei der Presse und Öffentlichkeitsarbeit von Radio Bremen (presse.pr@radiobremen.de) angefordert werden.
Fotos sind unter www.ard-foto.de abrufbar.
Nordwestradio: Ein Programm von Radio Bremen und dem NDR
UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,
Via Satellit, im Kabel und als Podcast,
Webchannel und Live-Stream auf
www.radiobremen.de/nordwestradio
weitere Sendetermine
| 08.05.2013 | 20.03 Uhr Bayern 2 |
| 21.30 Uhr hr2 Kultur | |
| 09.05.2013 | 21.03 Uhr Bayern 2 |
| 10.05.2013 | 22.03 Uhr SWR 2 |
| 11.05.2013 | 17.05 Uhr WDR 5 |
| 21.03 Uhr SWR 4 | |
| 21.05 Uhr NDR Info | |
| 23.05 Uhr WDR 5 | |
| 12.05.2013 | 17.04 Uhr SR 2 Kulturradio |
| 13.05.2013 | 22.00 Uhr MDR Figaro |
| 22.04 Uhr RBB Kulturradio | |
| 22.05 Uhr Nordwestradio |
Unter dem Markenzeichen "ARD Radio Tatort" sorgen regional verankerte und zeitbezogene Originalhörspiele prominenter Autorinnen und Autoren für akustischen Nervenkitzel und spannende Unterhaltung. Zu hören sind die 55-minütigen Produktionen monatlich ARD-weit auf den jeweiligen Programm-Plätzen der beteiligten Sender. Dafür entwickelten die Hörspielredaktionen aller neun ARD-Landesrundfunkanstalten (BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR) ein Krimi-Konzept, bei dem stets ein Ermittlerteam aus dem jeweiligen Sendegebiet im Mittelpunkt steht.
Weitere Infos sind unter www.radiotatort.ard.de abrufbar.
Die Bremer ARD Radio Tatort-Ermittler
Claudia Evernich alias Marion Breckwoldt
Hauptkommissarin Claudia Evernich, Mitte 40, geschieden, eine Tochter, ist seit 20 Jahren bei der Polizei. Sie ist forsch, hält sich nicht mit Freundlichkeiten auf und wenn sie handelt, dann zupackend rustikal. Teamarbeit war ihr früher immer zuwider, doch durch einen Fall um eine verschwundene Gans hat sie zu dem damals neuen Staatsanwalt, Dr. Kurt Gröninger ein etwas vertrauteres Verhältnis aufgebaut. Er, der als Bremerhavener im Bremer Kollegium keinen leichten Stand hat, bemüht sich, mit ihren unorthodoxen Methoden und ihren verbalen Attacken klar zu kommen. Umgekehrt bringt er sie immer auf die Palme, wenn er sich mal wieder auf seine Vorschriften bezieht. Auch Assistent Claas, der vor der Hauptkommissarin stets glänzen will, ist nun schon länger im Boot und entpuppt sich als ihre rechte Hand. Und so entsteht zwischen beiden Männer ein Hahnenkampf um die Gunst der Kommissarin. Doch die hat mit ihrer Mutter ganz andere Sorgen.
Dr. Kurt Gröninger alias Markus Meyer
Staatsanwalt Dr. Gröninger ist alleinstehend, Ende 30, und arbeitet seit sechs Jahren in Bremen. Er hat eine Vorliebe für Abkürzungen, liebt es hanseatisch-höflich und kommt aus Bremerhaven, wo er als Experte für Wirtschafts- und organisierte Kriminalität tätig war. In der Hansestadt ist er nun für Kapitalverbrechen zuständig. Gröninger ist ein zurückhaltender Mensch und Freund des guten Essens sowie des gepflegten Umgangstons. Doch die schroffe Art der Kollegin Evernich schreckt ihn nicht ab. Sein kühler Kopf hilft so manches Mal, Evernichs überbordende Aktivität zu bremsen.
In seiner Freizeit liest er viel, so dass er oft mit Faktenwissen kontern kann, wenn die Kommissarin ihre jahrzehntelange Erfahrung zu sehr in den Vordergrund stellt. Doch Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Nur dieses Mal geraten auch sie aneinander, weil Evernich sein Interesse für parapsychologische Phänomene einfach nicht teilen will. Dafür versteht er sich umso besser mit ihrer Mutter – was auch nicht gerade zu besseren Stimmung in der Arbeitsbeziehung führt.
Assistent Claas Berding alias Fritz Fenne
Er ist Nordlicht, durch und durch. Geboren auf einem Bauernhof im Bremer Umland. Als Durchläufer bei der Polizei hat er verschiedene Stationen absolviert. Bei Hauptkommissarin Evernich fühlt er sich bisher am wohlsten: Mord, Kapitalverbrechen – da geht's um was. Und Evernichs kumpelhafte Art lässt ihn verschmerzen, dass er sich bisweilen von einer Frau herumkommandieren lassen muss. Weniger kollegial verhält er sich zum zweiten Mann im Bunde, Staatsanwalt Gröninger, den er als praxisfernen Juristen und Paragraphenreiter betrachtet und auf dessen Arbeitsbeziehung zu Evernich er eifersüchtig ist. Was hat dieser Anzugträger auch schon für eine Ahnung vom richtigen Leben? Auch dieses Mal will Claas unter Beweis stellen, was er drauf hat. Dass er in seiner Jugend viel am Computer gedaddelt hat, hilft ihm dabei, den Fall einen großen Schritt voranzubringen.
Marion Breckwoldt (als Claudia Evernich)
Marion Breckwoldt, geboren 1957 in Hamburg, übernahm nach ihrer Schauspielausbildung an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst erste Engagements am Burgtheater in Wien, an den Münchner Kammerspielen und blieb dann zwölf Jahre am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Danach kehrte sie für vier Jahre an die Münchner Kammerspiele zurück. Seit 2005 arbeitet Marion Breckwoldt wieder als festes Ensemble-Mitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Ihre TV- und Kinolaufbahn begann 1992 mit ihrer Rolle in Uwe
Schraders Kinofilm "Mau Mau". In den Jahren 1994 und 1996 übernahm sie in der Serie "Adelheid und ihre Mörder" (Regie: Ulrich Stark, Claus-Michael Rohne) mehrere Episodenrollen. Von 1992 bis 1996 spielte sie in der Radio Bremen TV-Serie "Nicht von schlechten Eltern" die Lehrerin Heike Schmalz. 1996 wirkte sie als Ina Klopsch in dem Fernseh-Tatort "Parteifreunde" unter der Regie von Ulrich Stark mit. Neben vielen weiteren Engagements folgten Rollen in dem Fernseh-Film "Kalte Küsse" (1997, Regie: Carl Schenkel), in "Kidnapping Mom & Dad" (1998, Regie: Kai Wessel) und "Wut im Bauch" (1999, Regie: Claus-Michael Rohne).
Bekannt wurde sie durch die Kino- und Fernsehrollen u.a. in Kai
Wessels "Mein Bruder, der Idiot" (2000), Hajo Gies’ "Im Fadenkreuz – Das Chamäleon" (2001) oder durch Dieter Wedels "Die Affäre Semmeling" (2002). Als Dörthe Brand spielte sie in dem TV-Film "Mr. und Mrs. Right" (2004, Regie: Torsten C. Fischer), im gleichen Jahr startete der Kinofilm "86" (Regie: Lars Jessen). Zuletzt konnte man sie in "Ein Song für den Mörder" (Regie: Lars Jessen), sowie in der ZDF-Komödie: "Auf Doktor kommt raus" an der Seite von Henry Hübchen im Fernsehen sehen. Neben den verschiedenen Fernseh-Engagements arbeitet Marion Breckwoldt auch als Darstellerin und Sprecherin für Hörspiel- und Hörbuch-Produktionen. Für die Hörbuchfassung von Elfriede Jelineks "Jackie" wurde sie mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2005 ausgezeichnet.
Im Herbst 2012 war sie außerdem im Radio Bremen-Fernseh-Tatort "Hochzeitsnacht" zu sehen.
Markus Meyer (als Dr. Kurt Gröninger)
Markus Meyer wurde 1971 in Cloppenburg geboren und absolvierte zuerst ein Studium der Biochemie in Hannover, bevor er eine Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin begann.
Von 1999 bis 2004 war er am Berliner Ensemble engagiert. Dort arbeitete er unter anderem mit den Regisseuren Claus Peymann, George Tabori, Robert Wilson und Philipp Tiedemann.
Seit 2004 ist er ein festes Mitglied am Wiener Burgtheater. Dort arbeitete er unter anderem mit Andrea Breth, Jan Bosse, Stephan Kimming, David Bösch und Stefan Bachmann.
Überdies wirkte Markus Meyer in zahlreichen TV-Spielfilmen mit, zum Beispiel in "Ein Millionär zum Frühstück" (2001), "Nur ein kleines bisschen schwanger" (2007), außerdem in diversen Hörspielen beim NDR, Radio Bremen, Deutschlandradio, RBB, SR, MDR und ORF.
Fritz Fenne (als Claas Berding)
Fritz Fenne wurde 1973 geboren und wuchs im niedersächsischen Sulingen auf. Das Studium absolvierte er an der Schule für Schauspiel in Hamburg, anschließend hatte er erste Gastengagements, unter anderem am Schauspielhaus Zürich und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er im "Lear" von William Shakespeare mitwirkte.
Von 1999 bis 2005 spielte er als festes Ensemblemitglied am Bremer Theater unter anderem in Ed Thomas’ "Engel der Tankstelle" die Rolle des Bri und in Brechts "Baal" den Ekhart und die Titelrolle in "Hamlet, Prinz von Dänemark". Er arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Lukas Langhoff, Andreas von Studnitz, Nicolai Sykosch und Karin Henkel.
Von 2005 bis 2010 gehörte Fritz Fenne zum festen Ensemble des Essener Grillo-Theaters. Seit 2011 ist er am Schauspielhaus Zürich engagiert.
Zu seinen Auftritten in Film und Fernsehen gehören z.B. "Zwei Männer am Herd", "Die Cleveren", "St. Angela", "Lebenslügen". Außerdem war Fritz Fenne an diversen Hörspielproduktionen beteiligt.
Katharina Matz (als Evernichs Mutter)"
Katharina Matz wurde 1930 im böhmischen Haindorf geboren. Ihre Ausbildung zur Schauspielerin absolvierte sie in Magdeburg, ihr erstes Engagement in Greifswald. Anschließend gehörte sie für vier Jahre zum Ensemble des Deutschen Theaters in Ost-Berlin. In dieser Zeit gab sie auch ihr Filmdebüt für die DEFA. Seitdem ist sie durchgängig in Film- und Fernsehrollen zu sehen. Ende der 1950er Jahre wurde sie von Ida Ehre an die Hamburger Kammerspiele geholt. Matz spielte dort einige Zeit, bevor sie Willy Maertens schließlich ans Thalia Theater rief. Hier begegnete sie den Regisseuren Jürgen Flimm, Leander Haußmann und immer wieder Stephan Kimmig. Sie spielte die Arina Bazarow in Brian Friels "Väter und Söhne" (Regie: Michael Talke) und Maria Josefa in Lorcas "Bernarda Albas Haus" in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg. Mit Kriegenburg arbeitete sie oft, u. a. in Dea Lohers "Das letzte Feuer". Für diese Arbeit erhielt sie 2008 den Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater. Sie war außerdem zu sehen in Jelineks "Ulrike Maria Stuart" und in "Die Räuber" nach Friedrich Schiller in der Regie von Nicolas Stemann. Katharina Matz ist Ehrenmitglied des Thalia Theaters Hamburg und feste Gastschauspielerin im Deutschen Theater Berlin. In der Reihe ARD Radio Tatort spielt sie nun schon zum zweiten Mal im Bremer Team die eigenwillige Mutter der Kommissarin Claudia Evernich.
John von Düffel (Autor)
John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren, aufgewachsen ist er unter anderem in Londonderry (Irland), in Vermillion in South-Dakota (USA) und in Oldenburg, Niedersachsen. Er absolvierte ein Studium der Philosophie und Volkswirtschaft in Stirling/Schottland und in Freiburg im Breisgau. 1989 promovierte er über die Erkenntnistheorie. Seit 1991 ist er als Dramaturg an verschiedenen Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel, Bonn und Hamburg tätig. Zurzeit arbeitet er als Schauspieldramaturg am Deutschen Theater in Berlin.
John von Düffel schrieb als Autor zahlreiche Theaterstücke, unter anderem "Das schlechteste Theaterstück der Welt", "Elite 1.1"; bearbeitete die "Buddenbrooks" und "Joseph und seine Brüder" nach Thomas Mann; "Der Schimmelreiter" nach Theodor Storm; "Geld" nach Zola; verfasste Essays wie "Wasser und Welten"; über 20 Hörspiele und Prosa, zum Beispiel "Zeit des Verschwindens", "Ego", "Houwelandt", zuletzt "Beste Jahre" (2007). Für seine Arbeiten erhielt er neben weiteren Auszeichnungen den Aspekte-Literaturpreis des ZDF, 2006 den Nicolas-Born-Preis für deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Sein neuester Roman "Goethe ruft an" erschien 2011. Aktuell hat er mit der Palliativmedizinerin Dr. Petra Anwar das Sachbuch "Geschichten vom Sterben" verfasst.
Holger Rink (Redaktion)
Holger Rink, geboren 1956, studierte Germanistik, Politologie und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Er war mehrere Jahre als Hörspielredakteur, Produktionsdramaturg und Regisseur beim SFB tätig. Anschließend arbeitete er einige Jahre als freier Regisseur. 1996 wurde er Hörspieldramaturg und Regisseur bei Radio Bremen.
Christiane Ohaus (Regisseurin)
Christiane Ohaus wurde 1959 in Osnabrück geboren. Sie studierte Philosophie und Literatur in Tübingen und Berlin. Nach ihrem Hörspiel-Volontariat beim RIAS Berlin war sie als freie Regisseurin und Autorin tätig. Von 1993 bis 2011 arbeitete sie als feste Regisseurin bei Radio Bremen. Seit diesem Jahr ist sie Redakteurin beim NDR und ist als Regisseurin weiterhin für Radio Bremen tätig.
Interview mit John von Düffel
Was hat Sie an dem realen Bremer Kriminalfall, bei dem ein Mann seine Frau mit vergiftetenTrinkpäckchen umbringen wollte, so fasziniert, dass Sie darüber einen ARD Radio Tatort geschrieben haben?
Fasziniert und irritiert hat mich die Tatsache, dass der Täter, sprich der Vergifter des Trinkpäckchens, das auch zusammen mit seiner Frau getrunken und sich selbst damit zum Opfer gemacht hat. Welche Motive haben ihn dazu bewegt? Was war der Plan dahinter? Dem wollte ich in diesem Radio Tatort nachgehen, mal ganz abgesehen davon, dass der reale Fall eben auch ein Bremer Fall ist, also einen starken Bezug hat zur Stadt.
In dem Stück werden Staatsanwalt Gröninger und Evernichs Mutter Zeugen schlimmer Geschehnisse: Eine Frau wird von ihrem Mann verprügelt, ein befreundeter Nachbar zeigt pädophile Neigungen. Die Zeugen schweigen, greifen nicht konsequent ein. Beschäftigen Sie solche Straftaten, die vielerorts offenbar sind, aber zumeist unter dem Mantel des Schweigens bleiben?
Diese "Unterschwelligkeit" oder Ausblendung von Verbrechen oder Zerstörungen spielt in dem zentralen Fall insofern eine große Rolle, als es bei dem Fall keine offensichtlichen vorherigen Anzeichen gab. Auch der Tathergang, dass zu Hause auf der Couch ein älteres Ehepaar vor dem Fernseher ein Getränk schlürft, hat jetzt etwas denkbar Harmloses. Und doch geht es um Mord. Genauso ist es mit der Verdrängung von häuslicher Gewalt bei Nachbarn. Man versucht sehr oft, das Verbrechen zu ignorieren und totzuschweigen.
Können Sie den Zwiespalt verstehen, den solche Zeugen offenbar empfinden? Oder sehen Sie in der Verdrängung des Geschehens eine Schuld, ein Vergehen gegen die Opfer?
Der Zwiespalt ist sehr groß und menschlich nachvollziehbar und ich wäre der Letzte, der meint, ich sei berechtigt, moralisch darüber zu richten. Interessant für den ARD Radio Tatort ist allerdings: Wie verhält sich ein Staatsanwalt, wenn er als Nachbar mit dem Phänomen der häuslichen Gewalt konfrontiert ist, also als Privatperson? Macht er da alles richtig?
Dieses Mal spielt auch das Parapsychologische eine wichtige Rolle. Haben Sie selbst schon mal eine Begegnung mit Geistern oder übersinnlichen Phänomenen gehabt?
Ich glaube, dass Verdrängung oder Verblendung dazu führt, dass sich die Dinge, um die es geht, auf andere Weise melden. Das ist per se noch nichts Magisches. Manchmal ist es so, dass wir über uns weniger wissen – eben weil wir Scheuklappen aufhaben – als andere, die in unsern Gesichtern, unserem Verhalten zu lesen wissen.
Das "Unheimlichste", was mir in dem Zusammenhang passiert ist, war, als meine Eltern ihr Haus verkauft haben und ich mit meinem kleinen, siebenjährigen Neffen dabei war, als die neuen Eigentümer den Schlüssel übergeben bekamen. Es war ein Ehepaar in großer Vorfreude auf die werdende Familie – sie war schwanger, er stolz, seiner Frau ein eigenes Zuhause bieten zu können. Auf einmal sagt mein kleiner Neffe zu der Schwangeren: "Warum bist du so traurig?" Sie sieht ihn ungläubig an, lacht, schüttelt den Kopf. Doch er wiederholt: "Warum bist du so traurig?" Sie hat ihm dann erklärt, dass sie unglaublich glücklich ist und sich auf das Kind und das Haus freut. Zwei Tage später wurde festgestellt, dass das Baby in ihrem Bauch zu dem Zeitpunkt schon tot war.
Der Fall endet im Vagen, haben Sie eine Abneigung gegen konkrete Schlüsse?
In diesem konkreten Fall kann der ARD Radio Tatort nicht klüger sein als die Polizeirealität. Der Mörder, wenn man ihn so nennen darf, steht zwar mutmaßlich fest, aber er wird nicht angeklagt und auch nicht inhaftiert. Es gibt zu viele offene Fragen. Und er schweigt. Wenn ich diese Fragen alle beantworten würde, wäre das sehr unglaubwürdig.
Und was sagen Sie denen, die sich darüber ärgern?
That’s life.
Das Interview führte Janine Lüttmann für Radio Bremen.
Info: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hier finden Sie aktuelle Unternehmensmitteilungen und Programminformationen von Radio Bremen. Die Ansprechpartner für den Foto-Service, allgemeine Presseanfragen oder Informationsbesuche entnehmen Sie bitte der Rubrik Kontakt.
Rubriken
Suche
Durchsuchen Sie die Pressemitteilungen nach Ihrem Stichwort:
Kalender
Bremen-Vier-Backstage
Schüler des Johann-Beckmann-Gymnasiums besuchten am 29. Februar 2012 Radio Bremen. Während des Workshops testeten die jungen Gäste bei Bremen Vier ihre Mikrofoneignung. Ihre Eindrücke haben die Schüler in Audio-Dateien und auf Fotos festgehalten. Mehr...
Programmvorschau
Hörfunk: Bremen Eins, Bremen Vier, Nordwestradio und Funkhaus Europa
Drehplan Radio Bremen Fernsehen
Dreh-Arbeiten der Bremedia Produktion GmbH im Auftrag von Radio Bremen. Mehr...
ARD-Foto-Service
Bildmaterial zu vielen Radio-Bremen-Produktionen und Mitarbeitern des Hauses können Sie beim zentralen Fotoservice der ARD erhalten. Mehr...
Kontakt
Adressen und Dienstleistungen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Radio Bremen. Mehr...
Suche
Durchsuchen Sie den Bereich Unternehmen nach Ihrem Stichwort:
Recherche-Redaktion
Wo sollen wir nachhaken? Informieren Sie unsere Recherche-Redaktion! Mehr...
Radio Bremen empfangen
Wie bekommen Sie Mitschnitte unserer Sendungen? Wo finden Sie einen bestimmten Beitrag auf unseren Internetseiten? Wieso funktioniert das Abspielen eines Audios oder Videos nicht? Diese und andere Fragen, hier beantwortet. Mehr...
Webservices
Wir bieten Ihnen verschiedene Wege, das Programm von Radio Bremen zu empfangen und Möglichkeiten für Sie, mitzumachen: über Podcast, Apps, Soziale Netzwerke, Kommentarfunktionen und mehr. Mehr...
Informationsbesuch
Im Laufe der zweistündigen Besichtigung des Funkhauses können Sie die multimediale Redaktionsarbeit von Radio, Fernsehen und Internet kennen lernen. Die Teilnahme an einem Informationsbesuch ist kostenlos. Mehr...
Interaktiver Rundgang
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen eines der modernsten Funkhäuser in Europa. Und machen Sie sich ein eigenes Bild davon, wie Ihr Radio-Bremen-Programm entsteht. Mehr...
Auszeichnungen und Nominierungen
Preise, Auszeichnungen und Nominierungen von Radio-Bremen-Produktionen und -Mitarbeitern. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Titanic sticht wieder in See: Australischer Milliardär will Megadampfer nachbauen
Krise der Gesundheit Nord: SPD fordert Finanzkonzept für städtische Kliniken
Werder Bremen: Sportdirektor plant mit Arnautovic und Elia
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"