Sonstiges
Radio Bremen TV im Ersten
Mittwoch, 18. August 2004, 23.30-1.00 Uhr
Unter Deutschen Dächern
Die Siedler
Ein dokumentarischer Western aus dem deutschen Osten
von Claus Strigel
"... irgendwie der Arsch der Welt" - mit seiner drastischen Ortsbeschreibung hatte der Bürgermeister eine 16-köpfige Lebensgemeinschaft in der Schweiz auf seine Gemeinde neugierig gemacht; im hintersten Winkel Ostvorpommerns wollen die Gemeinschaftsmitglieder daraufhin ihren Lebenstraum verwirklichen.
1997: 'Die Siedler' machen sich auf den Weg in den Nordosten Deutschlands; sie kaufen ein paar LPG-Ruinen, besiedeln das Ödland, stampfen Projekte aus dem Boden, schaffen Arbeitsplätze! Der Ort erlebt eine unerwartete Blüte: Klein Jasedow wird der einzige Ort in Ostvorpommern, der wächst.
Mit dem Erfolg kommt Gegenwind auf. Die 'Leere' der landwirtschaftlich geprägten Region trog, die 'Claims' waren längst abgesteckt: Die Agrar-Großindustrie hat den Landstrich fest im Griff.
Ein Unfall beim flächendeckenden Großeinsatz mit Pflanzengift bringt die schlummernden Konflikte zur Explosion. 'Die Siedler' finden sich plötzlich in einem Szenario, das an das Konfliktpotential eines klassischen Western erinnert: Aufgehetzter Mob, gesteuerte Provokation, Intrigen, aber auch überraschende Offenheit gegenüber dem "tapferen Existenzkampf der Zugereisten".
'Die Siedler': eine Gruppe aus dem Westen die das lebt, wonach mancher Ostdeutsche sich zurückträumt: nachbarschaftliche Nähe, Arbeit, eine Lebensperspektive in solidarischer Gemeinschaft.
Hintergrund :
Klein Jasedow, im äußersten Nordosten Deutschlands, ist 1997 ein Ort in Auflösung. Durch stetigen Wegzug seit der Wende geht die Einwohnerzahl gegen Null, bereits zu DDR-Zeit war er zur "Wüstung" freigegeben. Im Osten Deutschlands entstand im Windschatten der neuen deutschen Völkerwanderung ein Vakuum: verlassene Landstriche, Geisterstädte, ein Raum mit immer weniger Volk. Scheinbar perfekt für einen Neuanfang. Scheinbar.
Claus Strigel (zweifacher Grimme-Preisträger) begann im Herbst 2002, den Überlebenskampf der Siedler für die Radio Bremen Reihe 'Unter deutschen Dächern' zu begleiten. Aus der filmischen Beobachtung machte Strigel einen Dokumentarfilm, einen Siedlerwestern aus dem Deutschen Osten.
Eine erste Auszeichnung für seinen Film durfte Strigel bereits entgegen-nehmen: der Förderpreis des bayerischen FilmFernsehFonds. Er lief auf dem diesjährigen internationalen Dokumentarfilmfest unter dem Titel "Am Arsch der Welt".
Die Jurybegründung : Der Film ... bringt uns Menschen nahe, die nicht nur Träume haben, sondern Visionen von einem anderen Leben. Und sie wagen es, diese Visionen zu verwirklichen - auch gegen heftige Widerstände von außen. ... eine Provinzbeobachtung ... stilistisch konsequent, dramaturgisch ausgefeilt und unterhaltsam wie ein guter Spielfilm, zieht uns der Filmemacher in seine Geschichte. Er verschont uns mit wohlfeilen Erklärungen. Ganz ohne Kommentar lässt uns Zuschauer mit-erleben und mit-fühlen.
Filmographie Claus Strigel
Zu Weihnachten 1955 in München geboren. Schon mit elf Jahren begeisterter Ganz-Jung-Filmer auf Super-8. Zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr entstanden Experimental- und Kurzspielfilme (u.a. "Umsonst", "da capo al fine", "Desaster").
Nach dem Abitur einige langfristig erfolglose Versuche sich von der praktischen Filmarbeit abzuwenden: Studium der Psychologie, Pädagogik und Philosophie. Noch während des Studiums (und zu dessen Nachteil) 1976 Gründung der DENKmal-Film zusammen mit Bertram Verhaag.
Eine Auswahl aus über 60 Produktionen:
1978 Was heißt'n hier Liebe Spielfilm 135 Min
1983 echt tu matsch (too much man!) Spielfilm 90 Min
1987 SPALTPROZESSE (Nuclear Split) Dokumentation 93 Min
1992 RUNaWAY Spielfilm 85 Min
2000 Die grüne Wolke (The Last Man Alive) Spielfilm 95 Min
Die grüne Wolke (neunteilige TV-Serie)
1978 Klaufieber Dokumentation 45 Min
1980 DER MENSCH AN SICH
wird nicht in betracht gezogen zweiteilige Dokumentation 90 Min
1982 Nico und die roten Nasen Spielfilm 45 Min
1986 Kinder brauchen Zombies Dokumentation 45 Min
1989 TATORT FAMILIE Dokumentation 45 Min
(GRIMME-Preis '90)
1991 MAMA PAPA AUTO Dokumentation 45 Min
1993 Bleiben Sie Dran! (Stay tuned) Dokumentation 45 Min
1996 Beziehungskiste (The Great Loveaffair)
Dokumentation 45 Min (GRIMME-Preis '97)
2002 Planet Hasenbergl Dokumentation 83 Min
(CIVIS Medienpreis 2003)
2003 Die Siedler (Am Arsch der Welt) Dokumentation 90 Min
Festivals:
Internationale Filmfestivals: Berlin, Duisburg, Freiburg, München, Edinburgh, Florenz, Helsinki, Hongkong, Leipzig, Moskau, Trivandrum (Indien) ...
Awards:
CIVIS Mediaprize, Adolf-Grimme-Preis (2), Dt. Jugend-Video-Preise, Preis der Dt. Filmkritik, Silberne Taube Leipzig, Film des Monats (epd), Hauptpreise Ökomedia...
Förderpreis der Städte Freiburg, München, Salzburg...
Weiteres Material : www.radiobremen .de & www.denkmal-film.com
Fotos zu dieser Sendung sind unter www.ard-foto.de abrufbar.
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