Sonstiges
In diesem Jahr verleiht Radio Bremen seinen Krimipreis an die russische Schriftstellerin Polina Daschkowa. Die Jurymitglieder Dr. Lore Kleinert, Leiterin der Kulturabteilung bei Radio Bremen, Jörg-Dieter Kogel, Programmleiter Nordwestradio und Jürgen Alberts, PrimeTime-CrimeTime, zeichnen Polina Daschkowa aus für ihre präzisen und spannenden Psychogramme von Russen alten und neuen Schlags. Ihre einfühlsamen Schilderungen von Menschen, Milieus und Motiven enthüllen Moskau als eine der Welthauptstädte des Verbrechens.
Am Mittwoch, 20. September, wird der Preis im Rahmen der Krimifestivals "Morden im Norden - Serientäter on Tour" und "PrimeTimeCrime-Time 9" im Bremer Kino "Schauburg" verliehen.
Zu Gast bei der Großen Radio-Bremen-Kriminacht sind auch die Autorinnen und Autoren Elisabeth Herrmann ("Das Kindermädchen"), Anna Maria Schenkel ("Tannöd"), Tatjana Kruse ("Wuchtbrumme") und Norbert Horst (Polizeihauptkommissar und "Glauser"-Preisträger).
Die musikalische Begleitung liegt beim Bremer Musiker Ralf Benesch, die Moderation haben Lore Kleinert und Jürgen Alberts.
Der Preis wird im Wechsel deutschsprachigen und ausländischen Autoren verliehen und ist mit 2.500 dotiert. Bisherige Preisträger sind: 2001 Friedrich Ani, 2002, Frances Fyfield, 2003 Anne Chaplet, 2004 Ake Edwardson, 2005 Veit Heinichen.
Polina Daschkowa wird als eine der "neuen Zarinnen" des russischen Kriminalromans gefeiert. 1960 geboren, studierte sie am Gorki-Literaturinstitut in Moskau. Ende der 70er Jahre wurden von ihr zuerst Gedichte veröffentlicht und arbeitete sie als Journalistin für Rundfunk und Presse. Später leitete sie die Kulturredaktion einer Wochenzeitung und war Parlamentsberichterstatterin. Bevor ihr erster Kriminalroman 1996 herauskam, übersetzte Daschkowa auch Bücher aus dem Englischen und verfasste Tätergutachten für die Kriminalpolizei.
Dennoch ist sie weder Kriminologin noch Polizeireporterin: ihre Fälle entstehen in der Fantasie, bizarr und finster, und die tödlichen Dramen um Liebe, Geld und Wahn vollziehen sich vor einem Hintergrund, der von der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts ebenso geprägt ist wie von der Regenbogenpresse im neuen Russland. Daschkowa entwickelt Panoramen, die von der Sehnsucht nach Ordnung und Gerechtigkeit zeugen in einem von Chaos und Skrupellosigkeit beherrschten Land. Ihre Figuren sind raffinierte Gauner, die ihren Vorteil suchen, windige Geschäftsleute und Serienkiller und eine ohnmächtige Polizei, der intelligente, selbstbewusste Frauen unter die Arme greifen müssen.
Ein großer Reiz dieser Kriminalromane liegt in der Widerspiegelung von Karrieren in der jüngsten Umbruchsgeschichte des Landes. Daschkowa erzählt von der Gewalt in der postsowjetischen Gesellschaft mit ihren mafiösen Verflechtungen von Staat, Wirtschaft und Unterwelt, korrupten Politikern und der geistigen Heimatlosigkeit vieler Menschen. Im Aufbau-Verlag sind zuletzt "Du wirst mich nie verraten" (2005) und "Keiner wird weinen" (2/2006) erschienen.
Polina Daschkowa lebt mit ihrem Mann, einem Dokumentarfilmer, und ihren beiden Töchtern in Moskau. Die Gesamtauflage ihrer Kriminalromane liegt inzwischen bei fast 50 Millionen, doch nichts erinnert in ihrer Dreizimmerwohnung im sowjetischen Mietshaus an den Geschmack und Lebensstil der "neuen Russen". Die fragile Frau, die an manchen Tagen bis zu 20 Seiten schreibt, bezieht ihre Kreativität, wie sie sagt, nicht aus dem Kommerz: "Um mit Puschkin zu sprechen, ich schreibe für mich und verkaufe um des Geldes Willen."
Ein Farbfoto der Preisträgerin ist bei der Radio Bremen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel. 0421 / 246-1213, presseinfo@radiobremen.de) abrufbar.
Info: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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