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Radio Bremen berichtet heute:
Der nach Tunesien entführte Bremer Junge ist wieder zurück in Bremen - die Bremer Bundestagsabgeordnete Beck fordert politische Lösungen bei Fällen von Kindesentziehung ins Ausland
Mehr als drei Monate ist es her, dass ein dreijähriger Junge aus Bremen von seinem leiblichen Vater nach Tunesien entführt wurde. Gestern dann die erlösende Nachricht: Das Kind ist wieder zurück in Bremen. Um Viertel nach zehn abends landete das Flugzeug mit dem Kind in Bremen.
Im August war der Vater für eine Woche mit dem kleinen Jungen in seine Heimat gereist, unter dem Vorwand, seinen Eltern seinen Sohn zu zeigen. Doch als die Mutter ihr Kind nach einer Woche wie verabredet in Tunesien wieder abholen wollte, war das Kind auf einmal weg. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten Verwandte den Dreijährigen verschleppt. Seitdem waren das Kind und der Vater verschollen. "Die Ungewissheit ist das Schlimmste", sagte seine Mutter im September zu Radio Bremen. "Nicht zu wissen, ob ich meinen Sohn jemals wieder sehen werde, das ist schrecklich."
Mit der Rückkehr von Faris geht für die 29-jährige Mutter eine Odyssee zu Ende. Immer wieder war sie nach Tunesien gereist und hatte vergeblich versucht, mit allen Mitteln ihr Kind zurück zu bekommen. Sie hatte sich an die Deutsche Botschaft in Tunis gewandt, an das Auswärtige Amt in Berlin und an verschiedene Kinderschutzorganisationen. Doch letztlich blieb sie auf sich alleine gestellt, denn das Haager Abkommen das ansonsten hilft, nützte ihr nichts. Dieses Abkommen verpflichtet weltweit Nationen dazu, ins Ausland verschleppte Kinder wieder an den rechtmäßigen Elternteil auszuliefern. Doch noch immer haben viele Staaten dieses Abkommen nicht unterzeichnet, darunter Tunesien. Von den deutschen Behörden wurde das Ganze deshalb lange als "Familienangelegenheit" eingestuft und abgehakt. Das Dilemma fasste der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer im September so zusammen: "Es ist einfach so, dass in diesen Staaten die Väter die entscheidende Rechtsposition haben. Es ist also auch nicht strafbar in diesen Ländern. Insofern ist das hart, aber es gibt kaum Möglichkeiten seitens staatlicher Institutionen da etwas zu erreichen."
Erst als sich vor einigen Wochen die Bremer Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck einschaltete, kam Bewegung in die Sache. Beck reiste nach Tunesien und sprach bei der stellvertretenden Außenministerin vor. Der deutsche Botschafter in Tunesien rief eine Krisensitzung ein. Der Justizminister wurde aktiv und veranlasste, dass die tunesische Polizei nach dem Kind sucht. In wochenlangen Verhandlungen mit den tunesischen Behörden und der Familie gelang es der Politikerin am Sonntag, das Kind bei der Familie in Tunesien abzuholen und nach Bremen zurück zu bringen. Nach ihrer Ankunft in Bremen sagte Beck: "Es wird aber ein langer Weg, bis sich das Kind hier wieder bei seiner Mutter eingelebt hat." Das Kind lebte drei Monate lang in einer tunesischen Großfamilie, in der nur arabisch gesprochen wurde. "Jetzt ist es plötzlich wieder in Deutschland. Das muss ein dreijähriges Kind erstmal verkraften", sagte die Abgeordnete der Grünen.
Bundesweit sind dem Auswärtigen Amt in Berlin derzeit rund 130 Fälle von Kindesentziehungen ins Ausland bekannt. Oft können die Kinder nicht wieder zurück nach Deutschland geholt werden. Marieluise Beck will sich jetzt politisch dafür einsetzen, dass Deutschland Regeln findet, wie in solchen Fällen von staatlicher Seite vorgegangen werden muss.
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