Medienkompetenz
Alle Kurse und Klassen, die an unserem Projekt "Radio Bremen in der Schule" teilnehmen, werden ihre Meinung zum jüngsten Bremer Tatort abgeben. Die Seite wird in den nächsten Tagen nach und nach ergänzt.
Sonntag lief er endlich an, der Bremer Tatort. Um ehrlich zu sein dachten wir nicht, dass das Ganze wirklich spannend wird, doch wir wurden eines Besseren belehrt: Zu Beginn waren die Kommissare Inga Lürsen und Stedefreund auf einer Party wo es eine Tote gab. Diese war Opfer der Droge "Bad Ice". Doch dort blieben sie nicht lange, denn sie bekamen einen Anruf, dass in einer Hochhaussiedlung zwei Menschen erstochen wurden.
Am Tatort finden sie die Eheleute Yvonne und Frank Bertholdt, welche tot auf dem Boden liegen. Inga stellt fest, das die beiden ein Kind haben, welches allerdings nicht zu finden ist. Bis Inga sie dann in einem Bettkasten findet. Die Tochter Nadine bringt die Kommissare allerdings nicht weiter, da sie so traumatisiert ist, dass sie mit niemandem spricht. Sie ist so verstört, dass sie nicht ins Krankenhaus will beziehungsweise aus diesem ausbricht. Sie möchte in ihrer Wohnung bleiben. Da kommt Inga auf die Idee, sich als Franks Stiefschwester auszugeben, um sich in der Wohnung um Nadine zu kümmern.
Ann-Katrin Jäschke und Viktor Ebers
Im Wohnblock lernt Inga die Nachbarn und Arbeitskollegen von Frank kennen. Max, Günther und Jensen arbeiten gemeinsam mit Frank im Hafen. Inga kann eine Menge Informationen herausfinden, da die Freundinnen der verstorbenen Yvonne, Gisela und Rebecca, sich auf die "Stiefschwester" einlassen. Gleichzeitig wurde der Hafen bewacht, da der Verdacht aufkam, dass Frank und seine Arbeitskollegen Drogen schmuggeln. Denn unter den Fingernägeln des Opfers wurden Reste der Droge "Bad Ice" gefunden.
Die Spur führt zu Jensen, da dieser am meisten mit den Drogen zu tun hatte, doch gibt er einen Hinweis, der nicht von wenig Bedeutung ist. Er versucht die Kommissare auf die Frauengeschichten von Frank aufmerksam zu machen, was auch klappt. Als Rebecca dann auch noch Inga erzählt, dass Rebecca und Frank eine Affäre hatten, beginnt das Ganze langsam Form anzunehmen. Ihr Ehemann Max ist nun der Hauptverdächtige, und es scheint, als sei der Täter gefunden. Max versuchte die Sachen, die er in der Tatnacht trug, wegzuschmeißen, da an diesen Blutreste sind, doch seine Ehefrau brachte die Sachen wieder in die Wohnung. Bei einer Hausdurchsuchung werden diese dann gefunden und der Fall ist eigentlich klar. Doch dank Nadine wird dann der wahre Täter gestellt. Denn Nadine holt ein Messer aus der Wohnung und geht mit diesem auf die im Flur stehende Rebecca zu. Nadine schreit Rebecca an, dass sie es war, der ihre Eltern getötet hat. Erst versucht Rebecca sich zu wehren, doch gab dies dann doch auf.
Als Rebecca dann im Verhör sitzt, kommt die Wahrheit ans Licht: Rebecca wollte mit Frank eine Beziehung anfangen und wollte mit ihm weg. Als sie ihm dies erzählte, lachte er sie jedoch aus und Rebecca drohte damit, sich ihre Pulsadern aufzuschneiden. Doch das nahm Frank nicht ernst. Als Frank dann noch erzählte, dass er mit Yvonne glücklich ist, rastete Rebecca aus und stach nur noch zu. Dann kam auch noch Yvonne plötzlich in die Wohnung und ohne nachzudenken, stach sie auch hier zu. Sie dachte gar nicht daran, dass Nadine hier irgendwo sein könnte, denn ihr Mann Max kam in die Wohnung, um mit Frank zu reden. Aso verließ sie die Wohnung so schnell es ging. Damit war die Täterin also gestellt.
Wir fanden den Tatort überraschenderweise wirklich spannend. Es hat sehr viel Spaß gemacht zu raten, wer denn der Täter sein könnte und wie das Ganze wohl gelaufen sein könnte. Alles in allem können wir den Tatort nur empfehlen!
Ann-Katrin Jäschke und Viktor Ebers
Die erste Szene des Tatorts handelte von einer Poolparty mit Jugendlichen. Dort wurden Drogen konsumiert und es kam zu einem Todesfall. Hauptkommissarin Inga Lürsen und Kommissar Stedefreund ermitteln. Von dort aus wurden sie zu einem Hochhaus gerufen, in dem ein Mord an zwei Personen verübt wurde. Es handelte sich um die Eltern des neunjährigen Mädchens Nadine, die den Mord mit ansehen musste.
Stedefreund (Oliver Mommsen) versucht, Inga Lürsen (Sabine Postel) von ihrem Plan abzubringen: Sie will als Verwandte der Mordopfer verdeckt in der Nachbarschaft emitteln.
Radio Bremen versucht, den Sender mit seinen Berichten und Sendungen für Jugendliche interessanter und anschaulicher zu gestalten. Wenn ich das auf den Tatort beziehe, ist das nicht so der Fall. Die kurze Anfangsszene könnte ein wenig ansprechen, aber der übrige Film verläuft eher spannungslos, unrealistisch und auch die gesamte Aufmachung liegt nicht so im Interessenfeld der Jugendlichen, zumal mehr Action und Spannung erwartet wird.
Aber diese Kritik steht nicht so im Fokus, da andere Dinge im Film auffälliger waren: Die eingebauten Witze und kleinen Späße kamen nicht so rüber wie es vielleicht gedacht war. Hauptkommissarin Inga Lürsen bringt ab und zu Sprüche, die die Szene nur unnötig in die Länge ziehen. Da sie aber nicht häufig vorkommen, kann man darüber wegsehen. Zitat Lürsen, nachdem die kleine Nadine aus dem Krankenhaus geflohen ist: „"Aus dem ersten Stock? Das hätte ich mich nicht getraut!" Unrealistisch war, dass Inga Lürsen kurzerhand beschließt, auf Nadine aufzupassen. Als "echter" Kommissar hat man mehrere Fälle zu bearbeiten und nicht die Zeit, sich wie in diesem Fall um ein Kind zu kümmern.
Dieser Tatort dient, wie auch die anderen von anderen Sendern, nur der Unterhaltung. Tatort ist und bleibt eben ein Krimi-Film für andere Altersgruppen, ich denke, da können Szenen, die Jugendliche ansprechen würden, auch nicht viel verändern. Die beiden Kommissare spielen nicht so "echt" und realistisch wie die Nebendarsteller in diesem Tatort und auch in den übrigen Tatort-Folgen. Anna Maria Mühe hat hervorragend echt gespielt, wie auch die Nachbarn und Arbeitskollegen des ermordeten Vaters.
Wie gesagt, der Film soll der Unterhaltung dienen und die Feinheiten spielen keine so wichtige Rolle. Die Filmidee war sehr gut gewählt und ein bisschen Spannung wurde ebenfalls an manchen Stellen erzeugt. Die Party zu Anfang konnte man später dann gut in den Gesamtkontext einordnen. Gut war ebenfalls, dass zuerst eine völlig andere, mit dem Film anscheinend gar nichts gemeinsam habende Szene gezeigt wurde, bevor es zum eigentlichen Thema überging . . . Daumen hoch : )
Louisa Marie Trotno
Die erste Kritik kam von einem ganz besonderen Kurs - die Schülerinnen und Schüler nehmen nicht an dem Projekt teil, wollten aber unbedingt eine Rezension schreiben. Und: Sie haben sich nahezu wissenschaftlich mit dem Thema befasst und ganz akribisch einen Fragebogen zum Tatort erarbeitet, den wir unten verlinkt haben.
Wir sind die, die den „Special-Auftrag“ bekommen, den Tatort zu bewerten. FAMIs? Hä? Kann man das essen? FAMIs = Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste. Jetzt schlauer? Nicht wirklich, oder? Also, hier die kurze, aber ausführliche Erklärung: Wir FAMIs haben unsere natürlichen Lebensräume überwiegend in Archiven, Bildagenturen, Bibliotheken, Informations- und Dokumentationseinrichtungen und medizinischen Dokumentationseinrichtungen. Langsam werden wir auch schon in der freien Wirtschaft gesichtet. Um den Wissensdurst der Gesellschaft zu stillen, besteht unser Lebensinhalt aus Beschaffen, Erschließen, Vermitteln und Bewahren von Medien und Informationen.
Zweimal die Woche begeben wir FAMIs der FAM 08 uns aus allen Winkeln Norddeutschlands nach Bremen. Aus dem tiefsten Ostfriesland bis zu den Randgebieten Hamburgs, von Nordenham bis zu den südlichsten Gefilden Bassums, ziehen wir in die Berufsschule nach Bremen. Unser Rudel setzt sich aus 17 Mitgliedern zusammen.
Im Rahmen unseres Politikunterrichts haben wir uns mehr oder weniger eingehend mit dem Thema Medien beschäftigt. So wurde uns die große Ehre zuteil, uns dem Tatort „Stille Wasser“ zu widmen und für diesen eine Kritik zu verfassen. Das Ganze haben wir unserem Organisationstalent Marco Fahjen, unserem Politiklehrer, zu verdanken.
Danke an Radio Bremen und viel Spaß mit der Kritik
Der Tatort war zu keiner Zeit langweilig. Der Spannungsbogen wurde die gesamte Zeit über hochgehalten. Auffällig war, dass es zu anderen Filmen Parallelen gab, so zum Beispiel zu „Mercury Puzzle“ (mit Bruce Willis) oder aber auch zu „Es geschah am helllichten Tage“ (mit Heinz Rühmann). Also keine neue Story, aber vieles Altbewährtes neuverpackt in den Bremer Alltag. Wünschenswert wäre es gewesen, mehrere bekannte Bremer Orte zu sehen, wie zum Beispiel die Bremer Innenstadt.
Zu den Schauspielern: Relativ blass blieb die Hauptperson (das kleine Mädchen Nadine), die in einigen Szenen nicht in ihrer Rolle blieb. Deutlich wurde dies durch ihr Verhalten in unterschiedlichen Situationen und an ihrer nicht ausgeprägten Mimik. Hingegen überzeugte Ulrich Matthes in seiner Rolle als böser Nachbar. Spätestens seit seiner Rolle als Joseph Goebbels in „Der Untergang“ ist er allen Schülern bekannt.
Die Mörderin war viel zu auffällig, so dass sie als solche für viele Schüler während des Films erst gar nicht in Betracht kam. Erst beim vielleicht zu dramatischen und theatralischen Ende löste sich die Story auf. Die Auflösung, die durch eine Rückblende dargestellt wurde, war logisch und nachvollziehbar.
Kritisch ist zu sehen, dass viele Klischees über Bewohner von Hochhausbauten Nährboden erhalten haben: Nicht jeder trinkt und raucht, der in so einem Haus lebt, daher war es überflüssig, wie sich die Kommissarin die ganze Zeit über verhalten hat.
Nichtsdestotrotz ist der Tatort als Unterhaltung am Sonntagabend zu empfehlen. Wir schalten wieder ein.
Die FAMIs 08
Der Bremer Tatort "Stille Wasser"
Der Fragebogen der FAMIs zum Tatort [XLS, 17 Kb]
Die Auswertung des Fragebogens [DOC, 51 Kb]
Radio Bremen in der Schule
![Schüler im Klassenraum [Quelle: Radio Bremen, Silke Hellwig] Schüler im Klassenraum [Quelle: Radio Bremen, Silke Hellwig]](/unternehmen/schulprojekt/klassenraumschueler106_v-mediateaser.jpg)
Elf Klassen beziehungsweise Kurse von sechs Schulen haben sich mit öffentlich-rechtlichen Strukturen und den privaten Programmen befasst. Sie hinterfragten kritisch ihren Medienkonsum, beschäftigten sich mit YouTube und selbstgedrehten Filmen.
Berichte der einzelnen Klassen:
SZ Geschw.-Scholl Bremerhaven
SZ Grenzstraße
Gym Horn/Klasse 9a
Gym Horn/Englisch
Gym Horn/Kunst
SZ Neustadt/Psychologie
SZ Neustadt/Spanisch
SZ Neustadt/Werkschule
SZ Utbremen
SZ Walle
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