Titelbild mit bunten Frauenfiguren [Quelle: Radio Bremen]
Resolutionen

Medienfrauentreffen 2015 in Bremen

Drei Resolutionen der Medienfrauen

Aus dem Herbsttreffen der Medienfrauen 2015 gingen drei Resolutionen hervor, die von den Teilnehmerinnen am 15. November beschlossen wurden. Hier sind sie im Wortlaut dokumentiert:

Resolution:
"Weg mit verkrusteten Machtstrukturen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk!"

Auch im 38. Jahr des Herbsttreffens der Medienfrauen sind im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die allermeisten Führungskräfte Männer. Lediglich zwei von zwölf Intendantinnen und Intendanten von ARD, ZDF, DLR und DW sind weiblich! Von den Leitungspositionen sind zwischen 21 - 38 Prozent mit Frauen besetzt.

Dabei gibt es bereits Instrumente, dies zu ändern: Führungspositionen werden i.d.R. befristet besetzt. Doch anstatt sie spätestens nach der befristeten Zeit neu auszuschreiben und damit Frauen überhaupt eine Chance zu eröffnen, werden diese Stellen meistens   automatisch verlängert. Damit sind Führungspositionen oft für sehr lange Zeit besetzt und für Frauen unerreichbar.

Die Teilnehmerinnen des Herbsttreffens der Medienfrauen 2015 fordern: die regelhafte Neuausschreibung aller Führungspositionen nach Ablauf der Befristung in allen Bereichen von ARD, ZDF, DLR und DW, um  langfristig eine gerechte Verteilung des Einflusses und der Macht zwischen Männern und Frauen und eine Veränderung der immer noch festgefahrenen Führungs-strukturen  im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zu ermöglichen!

Resolution:
"Vielfalt"

Wir, die Teilnehmerinnen des 38. Herbsttreffens der Frauen in den Medien in Bremen, erinnern alle Medienverantwortlichen an die Verpflichtung, die gesellschaftliche Vielfalt im Programm und in der Personalpolitik wieder zu spiegeln. Medienschaffende stehen in besonderer Verantwortung für diesen Prozess!

Wir fordern die Programmverantwortlichen und Führungskräfte auf, mehr Vielfalt sicherzustellen. Das heißt: Stereotype vermeiden, mehr Vielfalt bei Expertinnen und Experten, bei Interviewten und Interviewenden zu zeigen, mehr Vielfalt bei der Moderation, in den Redaktionen, vor und hinter der Kamera und dem Mikrofon zu garantieren.

Vielfalt muss von öffentlich-rechtlicher Medienforschung qualitativ und quantitativ erfasst werden.

Resolution an den Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks:
"Suche und wahl einer Intendantin"

Die Teilnehmerinnen des 38. Herbsttreffens der Frauen in den Medien‎ bei Radio Bremen fordern die Neubesetzung der Führung des Hessischen Rundfunks mit einer Intendantin.

In der gesamten Geschichte des Hessischen Rundfunks gab es in der Geschäftsleitung noch nie eine Frau - nun ist es an der Zeit!