Symbolbild Saure Gurke [Quelle: Radio Bremen]
Medienpreis

Wer bekommt die Saure Gurke in diesem Jahr?

Workshop 32:

Die "Saure Gurke" ist ein wandernder Negativpreis, vergeben von Teilnehmerinnen des jährlichen "Herbsttreffens der Frauen in den Medien" aus ARD, ZDF und ORF. Er wird den Verantwortlichen seit 1980 für frauendiskriminierende Sendungen, Produktionen, Beiträge  oder Moderationen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten verliehen.

Dutzende von Sauren Gurken sind schon eingelegt, doch noch immer kommen neue dazu! Wie kann das sein? Seit 35 Jahren finden die Frauen des Medienfrauentreffens jedes Jahr besonders große und manchmal auch noch ein paar kleinere Gürkchen, die dringend sauer eingelegt werden müssen!

Einreichung bitte unter saure-gurke@radiobremen.de

Was wird ausgezeichnet?

Zum Beispiel Beiträge, in denen Frauen nicht vorkommen:

  • in denen sie nur marginal erscheinen
  • in denen sie nur als Statistinnen im Bild zu sehen sind
  • in denen sie auch im Text nicht vorkommen
  • in denen geschlechter-demokratische Aspekte ausgeblendet bleiben
  • in denen Rollenstereotype wiederbelebt, eingesetzt oder verstärkt werden

Beiträge, in denen Frauen nur über ihren Körper definiert werden:

  • in denen sie an vermeintlichen Idealen gemessen oder als defizitär behandelt werden  
  • in denen ihr Äußeres negativ oder überbewertet dargestellt wird
  • in denen sie auf ihre Körper reduziert werden
  • in denen "Sex Sells" als Marketinginstrument eingesetzt wird

Beiträge, die über-idealisierende oder überkommene Rollenmodelle darstellen.

Wie wird abgestimmt?

Im Jahr vor dem jeweiligen "Herbsttreffen der Frauen in den Medien" können Kolleginnen in den beteiligten Rundfunkanstalten aktuelle auffällige Medienprodukte einreichen. Sie werden beim ausrichtenden Sender gesammelt und in einem Workshop während des Treffens bewertet. Das Negativ-Highlight wird gemeinsam ausgewählt und mit der "Sauren Gurke" ausgezeichnet.

Was ist sonst noch wichtig?

Das Motto bei der Medienbeobachtung ist: Nicht ärgern und wegschalten, sondern dranbleiben, analysieren, argumentieren und einreichen!

Der Preis soll bewirken, dass diese Art der Darstellung von Frauen aus den Produktionen und Sendungen öffentlich-rechtlicher Sender verschwindet. Frauen müssen realistisch und respektvoll dargestellt werden. Die Saure Gurke fördert das Bewusstsein über geprägte Rollen und Vorbilder sowie nicht-sexistische Zukunftsmodelle und erinnert die Medien an ihre große gesellschaftliche Verantwortung und ihren Einfluss.

Es gibt auch einen Medien-Positivpreis zu Geschlechter-Aspekten, den "Juliane-Bartel-Preis“. 

Link: Mehr zum Juliane-Bartel-Preis

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