Auswandererhaus Bremerhaven
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven will Deutschlands erstes Migrationsmuseum werden. Künftig soll dort neben der Auswanderung von Europäern nach Nordamerika auch die Einwanderung nach Deutschland zum Thema werden. Das Museum schildert dabei anhand von 15 Lebensgeschichten die Zuwanderung von der Zeit der Hugenotten vor rund 300 Jahren bis heute. Seit 22. April 2012 ist der neue Ausstellungsteil geöffnet.
Der Festakt fand in Anwesenheit von Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) statt. Neumann sagte beim Festakt, die neue Ausstellung sei ein wichtiger Beitrag zur Integration in Deutschland. Mit der Ausstellung werde die Lebensleistung von Aus- und Einwanderern gewürdigt, ergänzte Böhrnsen. Bremerhavens Oberbürgermeister Grantz hofft, dass Einwanderer in Städten besser integriert werden, nicht nur in Bremerhaven, sondern in ganz Deutschland. Dass ein Museum so erfolgreich privatwirtschaftlich betrieben werde, sei einzigartig in Deutschland, so der Kulturstaatsminister. Dies habe den Ausschlag dafür gegeben, dass der Bund den Erweiterungsbau mitfinanziert hat.
Erzählt werden die Geschichte der Vertriebenen und Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges sowie der Gastarbeiter und Russlanddeutschen in der Bundesrepublik. Jede der 15 Geschichten steht für eine Einwanderergruppe, die Deutschland mitgeprägt hat. So können die Besucher etwa den Spuren einer italienischen Eismacherfamilie folgen, die sich in Deutschland niederließ. Auch die Geschichten regional angesiedelter Gruppen wie die der Berliner Hugenotten, der "Ruhrpolen" und der westfälischen "Tödden" werden präsentiert. "Unsere Besucher werden entdecken, dass fast jeder einen Einwanderer, Flüchtling oder Vertriebenen unter seinen eigenen Vorfahren finden kann", sagte Museumsdirektorin Simone Eick.
Der Architekt des Auswandererhauses, Andreas Heller, hat den Erweiterungsbau ähnlich gestaltet wie schon das Haupthaus, das sieben Jahre zuvor eröffnet wurde. Die beiden würfelförmigen Gebäude hat er mit einer gläsernen Brücke verbunden. Ein symbolischer Akt. Denn nach Hellers Meinung sind Ein- und Auswanderung im Prinzip das Gleiche. Es sei nur eine Frage der Perspektive.
Mit beiden Gebäuden sei nun die gesamte deutsche Migrationsgeschichte seit 1685 unter einem Dach vereint, so Simone Eick. Bisher beschäftigt sich das Museum in einer multimedialen und interaktiven Schau auf 2.500 Quadratmetern als einziges kulturhistorisches Haus in Deutschland mit Aspekten der Auswanderung in Geschichte und Gegenwart.
Rundgang durch den Erweiterungsbau
Der Erweiterungsbau kostet nach Angaben des Museums rund 4,5 Millionen Euro. Der Bund und das Land Bremen finanzierten den Anbau mit je zwei Millionen Euro. Die restlichen 500.000 Euro zahlte der private Betreiber. Die bisherige Schaufläche wird um 1.200 Quadratmeter vergrößert.
Der Komplex steht am Neuen Hafen unweit der Außenweser in Bremerhaven an einem historischen Ort: Hier haben zwischen 1830 und 1974 rund 7,2 Millionen Menschen das europäische Festland verlassen. Sie sahen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr und wollten sich hauptsächlich in Amerika eine neue Existenz aufbauen. Das Deutsche Auswandererhaus wurde 2007 als "Europas Museum des Jahres" ausgezeichnet.
Migration in Deutschland
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ist seit 2005 das Museum zum Thema Auswanderung. Seit dem 22. April zeigt es auch die Einwanderung nach Deutschland. Anhand von Biografien und persönlichen Erinnerungsstücken können Besucher nachempfinden, wie sich die Veränderung für die Familien anfühlt haben muss. Hintergründe und Berichte finden Sie hier in unserem Online-Dossier. Mehr...
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