Zeitreise auf den Spuren der Auswanderer
Mit 200.000 Besuchern jährlich zählt das Deutsche Auswanderhaus zu einem der beliebtesten Museen im Norden. Die gute Lage in einer Stadt direkt am Wasser mit einer Vergangenheit als Auswandererhafen und die authentische Zeitreise über nachgebildete Abfertigungshallen, Ozeandampfer und Einwanderungshallen locken ein breites Publikum in die Seestadt.
Das Auswandererhaus läuft erfolgreich.
Direkt am Wasser, dort wo sieben Millionen Menschen Europa verließen, steht das Deutsche Auswandererhaus (DAH) in Bremerhaven. Mit 200.000 Besuchern jährlich zählt das Museum zu einem der Tourismusmagneten in Bremerhaven. Für Betreiber Andreas Heller ist es eine Erfolgsgeschichte: Die 3.000 Quadratmeter große Erlebnisausstellung, die die Geschichte der Auswanderung erzählt, habe sich mittlerweile zu einer Marke in der europäischen Museumslandschaft entwickelt.
Im Deutschen Auswandererhaus werden seit August 2005 anhand ausgewählter Lebensläufe die Schicksale jener Menschen gezeigt, die ihre Heimat aus Not oder aus Unternehmergeist verließen. Die bedeutende Seestadt Bremerhaven als größter deutscher Auswandererhafen war dabei stets ein wichtiger Ort - und für über sieben Millionen Menschen zwischen 1830 und 1974 ein Ort des endgültigen Abschieds. So viele Auswanderer verließen Europa über die Stadt an der Wesermündung. Das DAH liegt direkt am Neuen Hafen der Stadt und damit an einem historischen Ort. Zwischen 1852 und 1890 brachen von genau hier aus in die Neue Welt auf. Zahlreiche der Biografien sind in den zum DAH gehörenden Datenbanken gespeichert. Des Haus will Anlaufstelle für die Fragen zahlloser Besucher sein, die nach den Spuren ihrer eigenen Vorfahren forschen. Die Bibliothek umfasst rund 2.000 Bände rund um das Thema Migration.
Der Besucher nimmt gleich am Eingang eine neue Identität an: Er bekommt einen Pass und erfährt an den verschiedenen Stationen mehr über die Motive des Auswanderers. Das Museum hat über 15 Biografien gründlich erforscht und ausführlich präsentiert. In dieser Welt bewegt sich der Museumsbesucher durch eine dunkle Wartehalle an Bord eines nachgestellten Ozeandampfers. In den maßstabsgerechten Kojen spürt er die Enge und den wankenden Boden. So will das Auswandererhaus seine Gäste emotional erreichen und lässt sie hautnah die Überfahrt nach Amerika miterleben.
Video: Eröffnung des Deutschen Auswandererhauses
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die Idee, in Bremerhaven eine Forschungsstätte zum Thema Auswanderung einzurichten, existiert schon seit Mitte der 80er Jahre. Im April 1985 gründeten Berufs- und Hobbyforscher den Förderverein Deutsches Auswanderermuseum mit dem Ziel, an der Kaiserschleuse ein Informationszentrum zur Auswanderung über Bremerhaven aufzubauen.
Das Gebäude an der Kaiserschleuse erweist sich als zu klein, daraufhin sehen Expo-Pläne vor, ein internationales Auswanderungs-Museum im Columbusbahnhof zu eröffnen. Doch der ist zu weit abgelegen, befindet ein Gutachten. Daraufhin entsteht der Vorschlag, eine "Erlebniswelt Auswanderung" am Alten / Neuen Hafen entstehen zu lassen. Auch dieser Vorschlag kann nicht verwirklicht werden. Es gibt weitere Standort-Ideen: ein Anbau ans Deutsche Schifffahrtsmuseum wird diskutiert und auch die alte Wartehalle des Norddeutschen Lloyd.
Im Dezember 2001 schließlich gibt es einen neuen Standortvorschlag: ein eigens für das Museum zu bauendes Gebäude am Neuen Hafen. Nach einer kleinen Verlegung in den Ost-Teil des Hafens ändert sich nun nur noch der Name des Projekts. Von "Erlebniswelt" zu "Neue Welt", bis zum endgültigen Namen "Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven".
Am 8. August 2005 feierte das Auswandererhaus Bremerhaven Einweihung eines lange geplanten Museums. Nun können sich die Besucher einen Eindruck davon machen, wie es gewesen sein mag, vor 150 Jahren die Heimat zu verlassen und über Bremerhaven mit einem Schiff in die Fremde auszuwandern.
Kommentar zur Eröffnung des DAH, [3:07]
Von Burkhard Scherer
Migration in Deutschland
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ist seit 2005 das Museum zum Thema Auswanderung. Seit dem 22. April zeigt es auch die Einwanderung nach Deutschland. Anhand von Biografien und persönlichen Erinnerungsstücken können Besucher nachempfinden, wie sich die Veränderung für die Familien anfühlt haben muss. Hintergründe und Berichte finden Sie hier in unserem Online-Dossier. Mehr...
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