1832 bis 1871
An der Mündung der Weser in die Nordsee gründete die Freie Hansestadt Bremen 1827 den "Bremer Haven". Den Aufstieg zum weltbekannten Überseehafen verdankt die Stadt vor allem den rund sieben Millionen Auswanderern, die von 1832 bis 1974 über Bremerhaven Europa verließen.
Die Lithographie zeigt den Neuen Hafen von Bremerhaven im Jahr 1866.
Das neu gegründete Bremerhaven profitierte zunächst von der Auswanderungswelle, die um 1840 einsetzte. Krieg, Missernten, Hungersnot und politische oder religiöse Unterdrückung veranlassten viele Menschen, woanders einen Neuanfang zu suchen: vor allem in Nordamerika. Bereits im ersten Jahrzehnt nach der Gründung waren es rund 10.000 Menschen, die jedes Jahr Europa über Bremerhaven verließen. Ihre Reise in die Neue Welt begann am heutigen Alten Hafen. Doch bis es soweit war, mussten sie unter teilweise miserablen hygienischen Bedingungen oft wochenlang auf die Passage mit einem der Segler warten. Um diesem Missstand abzuhelfen, wurde 1850 das Auswandererhaus gebaut. Es war seinerzeit das größte Gebäude Bremerhavens und bot Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 2.000 Menschen. Das Auswanderergeschäft wuchs, der Hafen wurde erweitert und 1854 überflügelte Bremerhaven mit fast 77.000 Auswandererpassagen das bis dahin führende Le Havre und war erstmals größter europäischer Auswandererhafen.
Zum Motor des Auswandererverkehrs über Bremerhaven wurde in den Folgejahren der Norddeutsche Lloyd (NDL). In Bremen 1857 gegründet, entwickelte sich der NDL zu einer der größten und erfolgreichsten Reedereien der Welt. Für die Überfahrten setzte die Reederei von Anfang an ausschließlich auf Dampfschiffe. Die Passagiere gingen jetzt im größeren Neuen Hafen an Bord und reisten ab 1862 per Bahn an. Die Gleise führten direkt an die Kaje. Hier eröffnete der NDL 1871 seine erste Wartehalle, damit die Auswanderer nicht mehr stundenlang im Freien auf ihre Abfertigung warten mussten.
Der Holzschnitt von 1871 zeigt die neue Wartehalle des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven.
Migration in Deutschland
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ist seit 2005 das Museum zum Thema Auswanderung. Seit dem 22. April zeigt es auch die Einwanderung nach Deutschland. Anhand von Biografien und persönlichen Erinnerungsstücken können Besucher nachempfinden, wie sich die Veränderung für die Familien anfühlt haben muss. Hintergründe und Berichte finden Sie hier in unserem Online-Dossier. Mehr...
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