1891 bis 1941
Ende des 19. Jahrhunderts begann die Glanzzeit des Norddeutschen Lloyd (NDL). Es gab wöchentliche Schiffsabfahrten im Liniendienst und die Vierschornsteindampfer des NDL wurden weltberühmt. Agenten warben gezielt um Auswanderungswillige und erreichten, dass in Osteuropa Bremerhaven zum beliebtesten Auswanderungshafen wurde.
Modell der Wartehalle des Norddeutschen Lloyd von 1897
Die sprunghaft steigenden Auswandererzahlen und die immer größer werdenden Passagierschiffe bewogen den Bremer Senat, weitere Hafenbecken und Schleusen anzulegen. 1891 begann das größte Hafenerweiterungsprogramm in der Geschichte der Stadt, das die Wasserflächen in Bremerhaven innerhalb von 15 Jahren verdoppeln sollte. Am Vorhafen der neuen 223 Meter langen Kaiserschleuse entstanden neue Abfertigungsanlagen, unter anderem die Lloyd-Wartehalle von 1897. In dieser Zeit lebten rund 50 Prozent der Bremerhavener Bevölkerung direkt oder indirekt von der Arbeit beim NDL. 1913 erreichten die Auswandererzahlen mit 239.564 ihren absoluten Höhepunkt. Der Kriegsbeginn im August 1914 bedeutete jedoch zunächst das Ende des Auswanderungsgeschäfts.
Ab 1920 nahmen die Auswandererzahlen wieder zu und sorgten kurzzeitig in Bremerhaven für neuen Auftrieb. Der NDL stellte neue große Schnelldampfer in Dienst, für die eine neue Anlegekaje geschaffen wurde. Sie entstand direkt am "Strom", also am befestigten Ufer der Weser. 1926 konnte der Schnelldampfer Columbus zum ersten Mal dort anlegen. Er gab der Kaje auch ihren Namen. Außerdem wurde ein neuer Bahnhof mit Abfertigungsgebäude errichtet, der Columbusbahnhof. Doch die Hoffnungen auf einen großen Aufschwung erfüllten sich nicht: Mit dem "Schwarze Freitag" von 1929 in den USA wurde eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst und die Einwanderung in die USA wurde beschränkt. Dadurch sank die Zahl der Auswanderer in Bremerhaven auf durchschnittlich 5.000 pro Jahr.
Von den ca. 530.000 Juden, die 1933 in Deutschland lebten, wanderten bis 1941 rund 278.500 aus. Nach 1941 war die Auswanderung verboten und auch vorher war das Verfahren schwierig und entwürdigend. Nur wenige der jüdischen Flüchtlinge wählten den Weg über Bremerhaven. Sie versuchten, Passagen von Hamburg zu buchen, weil dort Schiffe ausländischer Reedereien verkehrten und jüdische Passagiere auf den Dampfern des NDL Schikanen fürchteten. Einige Flüchtlinge, die über Bremerhaven auf NDL-Schiffen ausgewandert waren, berichteten von demütigenden Erlebnissen an Bord.
Zu einer Reise nach New York legt die "Bremen" von der Bremerhavener Columbuskaje ab. Aufnahme aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre.
Migration in Deutschland
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ist seit 2005 das Museum zum Thema Auswanderung. Seit dem 22. April zeigt es auch die Einwanderung nach Deutschland. Anhand von Biografien und persönlichen Erinnerungsstücken können Besucher nachempfinden, wie sich die Veränderung für die Familien anfühlt haben muss. Hintergründe und Berichte finden Sie hier in unserem Online-Dossier. Mehr...
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