403.000 Euro Rückzahlung
Ein Landwirt aus dem Emsland hat zuviel Strom aus Biogas produziert. Und zwar mit einem Trick: Er hat das Blockheizkraftwerk, das im Nachbarort Strom erzeugt, mit Gas aus seiner Biogasanlage betrieben. Beide Anlagen zusammen speisten 25 Prozent mehr Strom ins Netz ein, als für die Biogasanlage genehmigt war. Jetzt muss er die Einspeisevergütung zurückzahlen.
Mit dem Gas aus seiner Biogasanlage betrieb der Landwirt ein Blockheizkraftwerk.
Gas aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen trägt im Emsland inzwischen zu einem wesentlichen Teil der Energieversorgung bei. Die ursprüngliche Idee war gut: Nachwachsende Rohstoffe wie Getreide oder Zuckerrüben liefern günstiges Gas zur Stromerzeugung und auch für die in Unmengen anfallende Gülle gab es eine halbwegs sinnvolle Verwendung.
Doch inzwischen kippt die Sympathie auf dem Lande für den alternativen Strom. Nicht allein wegen der "Tank oder Teller"-Diskussion. Allein im Emsland stehen inzwischen 160 solcher Kleinkraftwerke. Und manche Biogasanlage erzeugt mehr Strom als genehmigt. Der Landkreis geht nun als erster in Niedersachsen gegen den Wildwuchs vor.
So hat der Landkreis Emsland gegen einen Landwirt geklagt, der sein Blockheizkraftwerk mit Gas aus seiner Biogasanlage betrieben hat. Beide Anlagen zusammen speisten 25 Prozent mehr Strom ins Netz ein, als für die Biogasanlage genehmigt war. Dank der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz betrug die Mehreinnahme für ihn 403.000 Euro. Und genau diese Summe muss der Landwirt jetzt zurückzahlen.
Insgesamt hat der Landkreis Emsland neun solcher Kombianlagen im Visier, ein Betreiber zahlt bereits.
Reportage:
Landkreis Emsland klagt erfolgreich gegen Biogas-Anlagen, [2:50]
Ein Beitrag von Peter Kliemann
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