Steigende Strompreise
Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben. Doch die steigende Ökostromumlage sorgt für heftige Debatten um den richtigen Weg. Die Regierung will die Förderung erneuerbarer Energien deshalb reformieren. Reicht das? Und werden die Kosten für die Energiewende gerecht verteilt? Klar ist auf jeden Fall: Die Verbraucher müssen bald tiefer in die Tasche greifen.
Nun ist es offiziell: Die Strompreise werden 2013 wegen der Umlage zur Förderung von Wind- und Solarenergie einen großen Sprung nach oben machen. Die Umlage steigt um 47 Prozent auf 5,2 Cent je Kilowattstunde, bestätigten die vier für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen Übertragungsnetzbetreiber.
Das würde für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis von 125 auf knapp 185 Euro steigen – ohne Mehrwertsteuer. Ein Grund ist der Boom bei der Solarenergie. Zusammen mit höheren Netzentgelten und weiteren durch die Energiewende bedingten Kosten drohen Strompreiserhöhungen um bis zu zehn Prozent, schätzen Versorger.
Die Bundesregierung ist um Schadensbegrenzung bemüht. Kritiker werfen ihr aber vor, sie habe bisher kein Rezept für eine effektive Kostenbremse. Werden die Kosten für die Energiewende gerecht verteilt?
Interview:
Kosten für Energiewende gerecht verteilt?, [4:49]
Gespräch Claudia Kemfert, Energieökonomin
Zunehmend in die Kritik gerät in diesem Zusammenhang die Ausweitung der Rabatte für Unternehmen mit einem hohen Stromverbrauch. Die Regierung wäre gut beraten, wenn sie sofort Maßnahmen ergreifen würde, sagte der Energieexperte Holger Krawinkel. Er forderte, höhere Mehrwertsteuereinnahmen durch steigende Strompreise an die Bürger weiterzugeben. "Eine Möglichkeit wäre, die Stromsteuer entsprechend zu senken".
Verbraucherzentrale fordert Maßnahmen gegen steigende Strompreise, [4:24]
Gespräch Holger Krawinkel, Energieexperte Verbraucherzentrale Bundesverband.
Energieberatung
Mit kostenlosen Energieberatungen für alle Deutschen will Umweltminister Altmaier die steigenden Strompreise abfedern. Der Stromverbrauch soll bis 2020 um 10 Prozent gesenkt werden. Mithilfe der Beratung soll es den Verbrauchern möglich sein, den Energiepreisen "ein Schnippchen zu schlagen", sagte der Minister. Was im Einzelfall konkret möglich ist, das sollen bundesweit Energieberater feststellen.
Altmaier spricht sich dagegen aus, eine bestimmte Menge Strom an ärmere Haushalte billiger abzugeben. Dies sei ein falsches Signal, das nicht zum Stromsparen anhalte. Das Ziel sei schließlich eine saubere und umweltfreundliche Stromversorgung bei gleichzeitiger Senkung des Verbrauchs. Das könne durch einen etwas bewusstern Umgang mit Elektrizität erreicht werden. Der günstige Strompreis für Industriebetriebe müsse dagegen erhalten bleiben, sagte der Umweltminister. Dies sei notwendig für die Sicherung der Arbeitsplätze.
Interview Peter Altmaier:
Wie teuer wird der Strom?, [7:20]
Der Bundesumweltminister im Gespräch mit Tom Grote
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Unterwegs mit dem Energieberater, [3:14]
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Dossier: Energiewende
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