Kein Investor für "Bard"
Der geplante Verkauf des Windkraft-Unternehmens "Bard" droht zu scheitern. Bisher ist nicht gelungen, einen Investor zu finden, der die gesamte Unternehmensgruppe mit Standorten in Emden, Cuxhaven und Bremen übernimmt. Das Unternehmen selbst schließt eine Zerschlagung nicht mehr aus. Grund für die Verkaufspläne sind die explodierenden Kosten für den Hochsee-Windpark "Bard Offshore 1".
Eigentlich wollte das Unternehmen in diesem Frühjahr einen Investor präsentieren. Es hieß, mehrere große Industriekonzerne hätten ihr Interesse angemeldet, darunter Daewoo und General Electric. Doch jetzt sind Teilverkäufe nicht mehr ausgeschlossen. Es gebe ein anhaltend schlechtes Marktumfeld, so ein Bard-Sprecher am Dienstag auf einer Pressekonferenz.
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Für die erste kommerzielle Offshore-Windkraft-Anlage in der deutschen Nordsee haben sich die Investitionen mit insgesamt 2,9 Milliarden Euro jetzt bereits mehr als verdoppelt. Außerdem hinkt das Projekt dem Zeitplan mehr als zwei Jahre hinterher. Der Windpark soll zum kommenden Jahreswechsel vollständig in Betrieb gehen. Die Finanzierung der 80 Anlagen sei gesichert, teilte das Unternehmen mit.
Die Bard-Gruppe hat insgesamt rund 1.000 Beschäftigte. Nur über einen Verkauf könnten die Arbeitsplätze gesichert werden, so der Konzern. Klar ist bereits, dass die Rotorblatt-Fertigung in Emden mit rund 80 Beschäftigten im Herbst schließt. Außerdem kündigte Bard einen Wechsel an der Spitze an: Der erst vor kurzem eingestellte Geschäftsführer des Unternehmens, Bernd Ranneberg, wird zum 1. Juli 2012 durch einen Berater des Unternehmens ersetzt: Michael Baur. Er war bisher Geschäftsführer des Münchener Beratungsunternehmens "AlixPartners".
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