Kürzung der Förderung
Ende Februar 2012 beschloss das Bundeskabinett milliardenschwere Einschnitte in der Solarenergie-Förderung. Einschnitte, die eklatante Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Die Branche protestiert. Sie befürchtet einen Rückschlag für die Weiterentwicklung der Solarenergie. Denn besonders die Betreiber großer Solarparks sind betroffen.
Die Kürzungen der Solarstromförderung stellen viele Anlagenbetreiber vor finanzielle Probleme.
Die Entscheidung kam kurzfristig und überraschend: Das Bundeskabinett hat Ende Februar Einschnitte bei der Solarförderung von 20 bis knapp 30 Prozent beschlossen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Neuregelungen für Dachanlagen und Solarparks sollten bereits ab 9. März gelten – das wurde aber noch einmal verschoben. Demnach soll der Sonnenstrom künftig nur noch mit 19,5 statt mit 24,43 Cent je Kilowattstunde gefördert werden. In großen Solarparks sollen sogar nur noch mit 13,5 Cent pro Kilowattstunde angerechnet werden. Das bedeutet Einbußen von einem Drittel und hat schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte Solarbranche.
Nach massiven Protesten aus der Wirtschaft war der ursprüngliche Termin vom 9. März bereits auf den 1. April verschoben worden. Aber, so ist aus den Handwerksverbänden zu hören, auch dieser Termin sei nicht hinnehmbar. Die Grasberger Firma Osmer Solartechnik und viele andere Anbieter von Installationstechnik stehen vor großen Problemen. Viele Aufträge seien unter den alten Voraussetzungen erteilt worden, die noch nicht ausgeführt sind. Dies betreffe auch georderte Materialien und abgeschlossene Finanzierungsgeschäfte. Auch der 1. Mai sei unter diesen Gesichtspunkten noch eine große Herausforderung für die Unternehmen des Handwerks.
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima und dem beschlossenen Atomausstieg haben viele Solarfirmen in großem Stil investiert. Zurück bleiben jetzt verunsicherte Anbieter und Nutzer der Photovoltaik. Wirtschaftsminister Rösler zeigte auf einer Handwerkermesse Verständnis für die Situation und kündigte weitere Zugeständnisse an. Der Vizekanzler erklärte, es solle darüber nachgedacht werden, ob für Bestellungen, die nachweisbar vor der Bekanntgabe der Pläne der Bundesregierung am 23. Februar eingegangen seien, noch die alten und damit höheren Fördersätze gewährt würden. Aber reicht das?
Der Grund für die massiven Kürzungen ist der Preisverfall bei Solaranlagen. Seit 2006 hat sich deren Preis mehr als halbiert. Mittlerweile kostet ein Kilowattpeak – die Einheit, in der die Leistung einer Anlage berechnet wird – nur noch rund 2082 Euro. 2006 waren es noch fast 5000 Euro. Besonders die Solar-Module wurden Jahr für Jahr billiger. Grund sind vor allem die chinesischen Hersteller, die den deutschen Firmen Konkurrenz machen. Die Förderung hinkte der Entwicklung hinterher.
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