Diskussionsrunde
"Projektfriedhof in der Nordsee" – so titelten schon Tageszeitungen über die geplanten Hochsee-Windparks in der Deutschen Bucht. Der schleppende Ausbau des Netzanschlusses, die ungewisse Lage bei der Subvention der Erneuerbaren Energien, Finanzierungsprobleme und technische Schwierigkeiten hemmen die Entwicklung der Industrie und geben Kritikern Rückenwind.
Erste Investoren haben sich schon von Projekten verabschiedet: Der Stadtwerkeverbund Südweststrom entschied sich kürzlich gegen den Kauf des ersten deutschen kommerziellen Hochsee-Windparks "Bard Offshore 1" – die Risiken seien zu groß, hieß es.
Auch andere Energieunternehmen wie der dänische Energiekonzern "Dong Energy" müssen enorme zeitliche Verzögerungen hinnehmen oder legen Projekte gleich auf Eis. Keine guten Anzeichen also für die junge Branche, der so viel Potenzial vorausgesagt wird.
Die Stadt Bremerhaven hat in den vergangenen Jahren den Ausbau der Windkraft-Industrie stark vorangetrieben. Gut 3.000 Arbeitsplätze sind schon entstanden. Bis zu 14.000 könnten es noch werden, glaubt man Prognosen. Mehrere Unternehmen, die Windkraft-Anlagen herstellen, haben sich hier angesiedelt. Doch jetzt droht ein Auftragsloch, möglicherweise mit Kurzarbeit und Stellenstreichungen.
Andererseits plant Bremen den Bau eines neuen Offshore-Hafens in der Stadt für fast 200 Millionen Euro aus dem öffentlichen Haushalt. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz unter den Städten mit Offshore-Industrie immer schärfer wird.
Über diese Fragen diskutierten Experten live im Atlantik Hotel Sail City Bremerhaven in der Sendung "Nordwestradio unterwegs".
Die ganze Sendung zum Anhören:
Hochsee-Windparks zu aufwendig und zu teuer?, [38:16]
Moderation: Stephan Pulß, Redaktion: Dirk Bliedtner
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