Bremerhaven ist die No.1
Emden, Wilhelmshaven, Nordenham, Bremerhaven und Cuxhaven – diese Städte kämpfen um jede Ansiedlung aus der Offshore-Branche. Auch wenn die Branche derzeit mit einer Flaute zu tun hat: Die Städte setzen auf die Karte Offshore. Das müssen sie auch, denn die Werftindustrie ist in den vergangenen Jahren für sie weggebrochen.
Die "Wind Lift"
Eigentlich ist es ein riskantes Spiel, das die fünf Städte an der stukturschwachen Nordseeküste spielen. Denn wie es mit der Entwicklung der Offshore-Branche weitergeht ist unklar. Die Bundesregierung will an der Technik festhalten, doch die Branche beklagt fehlende Rahmenbedingungen. Die Wirtschaftsförderer in Wilhelmshaven und Bremerhaven werben dennoch mit guten Bedingungen.
"Wir brauchen natürlich die Gewissheit auch für Investoren, dass es jetzt mit der Offshore-Industrie weitergehen wird. Wir sind da sehr zuversichtlich, weil die Offshore-Industrie ein wesentlicher Bestandteil in der Energiewende ist", sagt Bremerhavens Wirtschaftsförderer Uwe Kiupel. 5.000 bis 6.000 Anlagen für die Nordseeküste sollen in Bremerhaven entstehen und jährlich 120 Anlagen über den geplanten Offshore-Terminal gehen. Ein Pfund, mit dem Bremerhaven wuchern kann, denn die politischen Beschlüsse für den Bau des Spezialhafens sind gefasst.
Für Kiupel ist die Konkurrenz für Bremerhaven nicht in Wilhelmshaven, Nordenham, Cuxhaven oder Emden, sondern in Eemshaven, Le Havre und anderen Standorten im Ausland. Dennoch ist Kiupel überzeugt, dass Bremerhaven die beste Wahl ist: "Wir haben eben mehr zu bieten als nur Flächen, sondern wir haben ein ganzheitliches Konzept mit dem wir die Unternehmen ansprechen. Von Hafeninfrastruktur über Teststandorte bis zu wissenschaftlichen Einrichtungen, und ich denke, damit sind wir ziemlich gut aufgestellt."
Kiupels Wilhelmshavener Pendant, Frank Schnieder, sieht den Wettbewerb ebenfalls international. Denn obwohl Bremerhaven momentan Deutschlands Offshore-Standort No. 1 ist, liegt Wilhelmshaven gut im Rennen: Unter anderem vermarktet Schnieder eine Schwerlastkaje im benachbarten Nordenham.
Offshore
Bei der Offshore-Windenergie entsteht Strom durch Windräder, die im Meer aufgestellt werden. Weil dort stärkere Winde wehen, sind die Windräder leistungsstärker. Bisher sind auf See etwa 50 Anlagen mit zusammen etwa 200 Megawatt Leistung aufgestellt.
Nach seinen Erfahrungen hat ein Investor klare Vorstellungen, wenn er sich auf die Suche nach Offshore-Standorten macht. "Wichtig ist, dass ich weiß, dass ich eine planungssichere Fläche habe, mit Bebauungsplan versehen, zu einem festen, kalkulierbaren Preis." Wenn ein Standort Unwägbarkeiten aufweist, wie mögliche Klagen von Umweltverbänden oder Anwohnern, hat er schon schlechte Karten. Und wenn dann noch die geografische Lage unvorteilhaft ist, war es das, sagt Berater Jörg Kubitza, der als Branchenkenner in Wilhelmshaven mögliche Investoren und die Wirtschaftsförderung berät. "Man guckt sich weniger an, ist die Infrastruktur hervorragend? Gibt es gute Mitarbeiter? Das ist zwar wichtig, aber man guckt eher darauf, ob man in der Nähe zum Markt und zum Kunden und Lieferanten ist", sagt er.
Auf der grünen Wiese gibt's deshalb für die Offshore-Branche wenig Chancen. Städte wie Wilhelmshaven, Nordenham, Bremerhaven, Emden oder Cuxhaven sind da genau richtig: Es sind Hafenstädte, Bahn- und Straßenanbindungen sind vorhanden. Doch derzeit stockt die Offshore-Windparkentwicklung weil die fertigen Parks nur mit Verzögerung ans Netz angeschlossen werden. Für die Investoren heißt das: sie können nicht planen, ab wann ihre Parks Geld bringen. In der Folge werden Aufträge zurückgehalten. So müssen die Wirtschaftsförderer noch mehr tun, um Investoren zu finden.
Buhlen um Offshore-Investoren, [4:17]
Schlechte Zeiten für die Offshore-Branche, [3:26]
Die Erste Flaute, [3:11]
Flaute in der Offshorebranche
Zahlungen für Ökostrom sollen gesenkt werden
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