Pedelecs für Bremer Firmen
Birgit Rosenkranz vom Personalmagement des Klinikverbunds Bremen hat im Jahr 2011 eine Initiative zur Einführung von E-Bikes ergriffen. Ein großer Bremer Fahrradhändler stellte damals zehn Räder leihweise zur Verfügung. Die Klinikmitarbeiter hatten vier Monate Zeit, die Räder zu testen. Ein Modell-Projekt mit Erfolg, sagt Rosenkranz im Interview mit Radio Bremen.
Der Nabenmotor treibt das E-Bike an.
Radio Bremen: Wie waren Sie damals auf die Idee gekommen?
Birgit Rosenkranz: Wir haben einen großen Verwaltungsbereich. Das führt dazu, dass über den Tag immer wieder kürzere Entfernungen zwischen den Kliniken zurückgelegt werden müssen. Etwa vom Klinikum Mitte bis zum Klinikum Ost. Das sind acht Kilometer. Jemand mit Knieproblemen packt das mit einem normalen Fahrrad nicht. Und mit dem Auto gibt es im innerstädtischen Bereich auch genügend Probleme.
Radio Bremen: Wie war denn die Resonanz auf Ihre erste Anfrage unter den Mitarbeitern?
Birgit Rosenkranz: Das war ganz ordentlich. Über 40 Mitarbeiter haben sich dafür interessiert. Einige haben die Räder anschließend sogar übernommen. Wir haben die Räder in allen Klinken ausgeliehen. Jeder konnte ein Fahrrad zwei Wochen lang testen. Das war viel Arbeit. Ich hatte auch immer ein bisschen Angst, dass alles gut geht und niemand in einen Unfall verwickelt wird.
Radio Bremen: Gab es denn derartige Zwischenfälle?
Birgit Rosenkranz: Nein. Wir haben Glück gehabt. Es ist nichts passiert. Die waren alle sehr verantwortungsbewusst. Es gab auch nette Rückmeldungen. Ein Krankenpfleger etwa hatte gerade einen Patienten stationär aufgenommen, der einen Unfall mit einem E-Bike hatte. Der Krankenpfleger wollte unsere Räder aber trotzdem ausprobieren.
Radio Bremen: Ihre Erfahrungen waren also positiv?
Birgit Rosenkranz: Total positiv. Es ist natürlich auch eine Preisfrage. 1.600 Euro ist ein stolzer Preis. Die meisten Kollegen fanden die Räder super. Viele sagten aber auch, dass sie sich selbst noch keins anschaffen würden. So lange sie körperlich fit sind, wollen sie lieber normale Räder fahren. Bei mir ist das auch so. Für später ziehe ich es aber durchaus in Betracht.
Radio Bremen: Können Sie sich vorstellen, künftig Dienstwagen durch Pedelecs ersetzen zu lassen?
Birgit Rosenkranz: Ich kann nicht einschätzen, ob man bei uns in der Geschäftsführung dazu bereit ist. Wenn ich etwa einen Termin bei der Senatorin hätte, würde ich natürlich großen Wert auf gepflegte Kleidung und den Sitz der Frisur legen. Vielleicht ist das ein spezielles Frauenthema.
Radio Bremen: Manche Männer haben dann vielleicht eher ein Statussymbol-Problem? So ein Audi Acht macht ja doch mehr her, als ein "Drahtesel"?
Birgit Rosenkranz: Ja, das könnte stimmen. Aber auch Männer sind bestimmt nicht sehr glücklich, mit Wasserflecken am Anzug an einer Aufsichtsratssitzung teilzunehmen. Bei uns steht auch demnächst erst Mal ein Umzug an. Bis wir uns da eingelebt haben, ist das Jahr zu Ende. Das wäre für uns aber auf jeden Fall etwas fürs nächste Jahr.
Radio Bremen: Sie würden Bremer Firmen also dazu ermutigen, die Räder zu testen?
Birgit Rosenkranz: Auf jeden Fall. Ich denke, die Stadt Kopenhagen zeigt es uns ja, wie man eine Stadt umrüsten kann. Diese Autobahnen für Fahrräder sind doch genial. Außerdem bewegen sich die Menschen ja immer weniger. Das führt dann zum Beispiel zu Rückenproblemen. Auch die Luft in der Stadt würde besser.
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