Bremer Sensationsfund
8. Oktober 1962: Eigentlich wollen die Bauarbeiter mit ihrem Baggerschiff nur das Hafenbecken erweitern. Da stoßen sie auf ein hölzernes Schiffswrack. Ärchäologen eilen herbei und sind begeistert: Gefunden wurde am Weserstrand das Wrack einer Hansekogge aus dem Jahr 1380.
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Bisher kannte man solche Schiffstypen nur von Münzsiegeln und aus wissenschaftlichen Aufzeichnungen. Ein Sensationsfund. Professor Detlev Ellmers, Direktor des Deutschen Schifffahrtsmuseums Bremerhaven, ist beeindrukt: "Das Schiff ist 24 Meter lang, acht Meter breit und vier einhalb Meter hoch an der niedrigsten Stelle. Und dann kommt noch das Kastelldeck drauf."
Fast 600 Jahren lag das Wrack im Brackwasser und war erstaunlich gut erhalten. Konservator Per Hoffman: "Die Kogge ist wohl nicht ganz fertig gewesen, als sie unterging. Sie muss ziemlich schnell gesunken sein und dann mit Flusssedimenten zugedeckt worden sein, so dass das Milieu sehr sauerstoffarm wurde. Das ist der Grund dafür, dass das Holz über 600 Jahre nicht von Bakterien oder Pilzen völlig aufgefressen worden ist."
Trotzdem konnten die Archäologen die Kogge nicht als Ganzes heben sondern nur Stück für Stück. Drei Jahre sollte es dauern bis die Kogge vollständig geborgen war. In einer ersten Bergungsaktion konnten die Hauptteile des Wracks geborgen werden. Ein Helmtaucher tastete sich durch das trübe Weserwasser und holte Planke für Planke einzeln heraus. Schwere Teile holte ein Schwimmkram aus dem Schlick. Die Einzelteile wurden vorher vermessen und nummeriert. Sie wurden nach der Bergung in vielen großen Wasserbecken in einem Hafenschuppen eingelagert. Der Rest der Kogge wurde im Sommer 1965 mit Hilfe des Taucherglockenschiffs Carl Straat geborgen. Bei den Strombettuntersuchungen in bis zu fünf Metern Tiefe kamen mehrere Hundert weitere Fundstücke, die zur Kogge gehörten, an die Oberfläche. Die Taucherglocke der Carl Straat wurde insgesamt 274 mal umgesetzt. Die Forscher des Bremer Landesmuseums durchsuchten eine Fläche von 1.400 Quadratmetern.
Die Altersbestimmung der Kogge gelang mit einer dendochronologischen Untersuchung des Eichenholzes. Sie basiert auf der Analyse der Jahresringe von Bäumen. Unter Berücksichtigung der Herkunft des Holzes und der notwendigen Transportwege konnte der Bau der Bremer Kogge auf das Jahr 1380 datiert werden. Höchstwahrscheinlich lag die Kogge damals noch in der Werft und wurde bei Hochwasser weggespült. Darauf deuten Werkzeuge hin die bei der Kogge gefunden wurden und die für den damaligen Schiffsbau typisch sind.
Der Wiederaufbau der Kogge begann 1972 unter der Leitung des Holzschiffbauers Werner Lahn in Bremerhaven. Mehr als 2.000 Einzelteile und 45 Tonnen Holz mussten an den richtigen Stellen wieder zusammengepuzzelt werden. Um das Holz weiterhin feucht zu halten wurde das Schiff während der gesamten siebenjährigen Wiederaufbauphase mit Rasensprengern bewässert. Denn wenn das mit Wasser getränkte Holz getrocknet wäre, hätte ein Schrumpfungsprozess eingesetzt. Die Kogge hätte ihre ursprüngliche Form und Größe verloren. Um die restaurierte Hansekogge dauerhaft ausstellen und erhalten zu können, musste sie konserviert werden.
Für die Konservierung der Kogge wurde ein eigenes Verfahren entwickelt. Die Lösung hieß Polyethylenglykol - kurz PEG. PEG ist ein farbloses wasserlösliches Kunstwachs. Es zieht ins Holz ein und stabilisiert es an den Stellen, an denen sich Hohlräume gebildet haben. So wird das Schrumpfen verhindert, wenn das Holz trocknet. Um die gesamte Kogge mit PEG zu tränken wurde eine riesige Badewanne um das Schiff herum gebaut: 110 Tonnen Stahl für 800 Tausend Liter Inhalt. Im Jahre 1981 verschwand die Kogge in einer PEG-Lösung für ganze 19 Jahre. In dieser Zeit kam das Schiff nur einmal kurz zum Vorschein. 1995 wurde das erste Bad durch ein zweites mit einem anderen Mischungsverhältnis ersetzt. Erst 1999 tauchte das Schiff nach erfolgreicher Konservierung dauerhaft wieder auf.
Hansekogge im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven.
Inzwischen ist die Hansekogge das Prunkstück des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven.
Sensationsfund vor 50 Jahren, [3:48]
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