Hansekogge
Wer früher das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven besucht hat, kennt das Bild: Ein altes Schiff, ein Wrack, das in einer grün-transparenten Konservierungsflüssigkeit lag. Inzwischen ist die Hansekogge fertig konserviert und steht auf dem Trockenen in ihrem Ausstellungsraum. Gefunden wurde sie am 8. Oktober 1962, bei Bauarbeiten für den Bremer Europahafen. Catharina Spethmann hat den Mann besucht, der sie damals rettete.
Hans-Werner Jürgensen: der Retter der Kogge.
Ein Wohnzimmer in Stuhr bei Bremen. In einem Sessel sitzt Hans-Werner Jürgensen. Vor ihm auf dem Couchtisch liegt ein Holzbrettchen, darauf befestigt: Ein alter, schwarzer, offensichtlich handgemachter Nagel. "Das hier? Da bin ja besonders stolz drauf. Das ist ein schmiedeeiserner Nagel von der Kogge. Und diesen Nagel hab ich bekommen als Dank für die gute Zusammenarbeit auf der Kogge-Baustelle. Da freu ich mich heute noch drüber."
Der Nagel erinnert Jürgensen an diesen einen Tag im Oktober 1962, den er nie im Leben vergessen wird – den Tag, als die Hanse-Kogge gefunden wurde. Jürgensen war damals ein junger Bauingenieur. Es war seine erste größere Baustelle. Er betreute die Arbeiten am Bremer Europahafen. "Ja, und plötzlich stand der örtliche Bauführer, ein Herr Steensen, bei mir im Büro und sagte, Jürgensen, Sie müssen unbedingt mit zur Baustelle kommen, wir haben da ein Hindernis."Hindernisse wurden laut Ausschreibung wegen des Extra-Aufwandes auch extra vergütet. Ausgeschlossen davon waren nur archäologische Funde. Aber damit rechnete erstmal keiner. "Wir beide, der Herr Steensen und ich, wir sind dann zur Baustelle gefahren. Da sah ich ein paar Holzplatten, mehr nicht."
Der Chef gab Jürgensen eine Stunde, um herauszufinden, was da aus dem Wasser ragte. Zeit war Geld, auch damals schon, und Jürgensen sollte mit dem Saugbager "Arlesienne" schließlich ein Wendebecken beim Europa-Hafen ausbaggern lassen – und nicht alte Holzplanken untersuchen. Jürgensen rief eiligst im Bremer Focke-Museum an. Dort erreichte er zuerst niemanden. Schließlich gelang es Jürgensen doch, den zuständigen Archäologen zu erreichen. "Und denn stand er schließlich auch bei mir im Büro und ich sag, komm, sofort raus. Na, und da war auch schon Sand wieder abgefallen. Und es musste ein Schiffskörper sein. Das konnte man jetzt wirklich erkennen."
Die eine Stunde, die Jürgensens Chef ihm zugestanden hatte, war da längst vorbei. Aber das, sagt Jürgensen, habe er auf seine Kappe genommen. Irgendwie habe er gewusst, dass er nicht einfach weiterbaggern lassen konnte. Der Rest ist bremische – und Bremerhavener – Geschichte. Denn hier steht die Kogge seit 12 Jahren, ausgestellt im Deutschen Schiffahrtsmuseum. Natürlich hat Jürgensen sie dort besucht. "Ich war selbst überrascht, als ich dann diese Kogge gesehen habe, in der Form. Ja, etwas stolz war ich schon. Irgendwie habe ich gedacht, da hat sich dein Einsatz doch gelohnt."
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