Hansekogge
Wie sah der Alltag der Koggefahrer im Mittelalter aus? Wo haben sie geschlafen? Welche Aufgaben gab es an Bord? Und wie schützte man sich vor der größten Gefahr der Hanse-Schiffahrt: den Piraten?
Koggen-Nachbau Roland von Bremen
Ein Segeltörn über die Flüsse nach Westfalen oder über die Nordsee bis ins norwegische Bergen. Bei den Fahrten der Koggen zur Hansezeit herrschte durchaus eine gewisse Seefahrerromantik und Gemütlichkeit. Die kam allerdings eher unfreiwillig zu Stande. Schlechter Wind, Nebel oder Sturm zwangen die Koggefahrer oft zum Rumliegen. Eine Fahrt nach Bergen dauerte so oft bis zu drei Monate. Das tägliche Leben auf einer Hansekogge war allerdings alles andere als gemütlich. Elf Mann Besatzung wechselten sich in zwei Wachschichten ab. Platz für eigene Kojen war dabei nicht eingeplant. Geschlafen wurde auf der Fracht. Für das tägliche Geschäft gab auch schon im 14. Jahrhundert eine Schiffstoilette. Die war allerdings dem Kapitän und Kaufleuten an Bord vorbehalten.
Zu Zeiten der Hanse herrschte freies Unternehmertum. Der Schiffer trug die Kosten für Bau und Ausrüstung der Kogge und war der Kapitän an Bord. Er war als einziger am Gewinn aus der Handelfracht beteiligt. Wichtigster Mann unter den angeheuerten Seeleuten war der Steuermann. Mit einem riesigen Steuerhebel am Heck und dem großen rechteckigen Rahsegel musste er die Richtung halten. Auch für die Navigation war er zuständig. Für die gute Stimmung an Bord war aber wohl ein anderer Mann hauptverantwortlich: der Schiffskoch. Seine "Küche" bestand aus einer mit Lehm oder Sand gefüllten Holzkiste, die mit Steinplatten abgedeckt war, auf denen offenes Feuer entzündet wurde. An jedem Liegeplatz wurde er losgeschickt um frisches Gemüse zu holen.
Besonders gefährlich war stürmisches Wetter, denn Koggen hatten aus konstruktiven Gründen kein wasserdichtes Deck. So lief Spritzwasser durch Deck und Laderaum bis in die Bilge. Das Risiko des Schiffbruchs war außerdem besonders groß, weil auf Koggen ohne Kompass navigiert wurde. Deswegen wurde immer in der Nähe der Küste entlang gefahren. Die andere große Gefahr der Hanse-Schifffahrt im Mittelalter waren die Piraten. Sie überfielen die Koggen auch schon auf den Flüssen im Binnenland. Deswegen wurden teilweise auch Kriegsleute an Bord mitgenommen um das Schiff zu verteidigen.
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