Ein Feuerwehrauto auf Reisen
Was für ein Trip: Ein Bremer Feuerwehrwagen auf dem Weg nach Ikaria, einer Insel in der Nord-Ägäis. Unsere Reporter Grit Thümmel und Christian Kurz sind mitgefahren und berichten in ihrem Online-Tagebuch, wie die Reise läuft, von den Begegnungen unterwegs und wie das Löschfahrzeug aus Bremen im doppelten Sinne in Griechenland "ankommt".
Video: Bremer Feuerwehrauto auf Ikaria angekommen
Einstellungen, Infos und Kommentare
Abschied vom Löschwagen – und neuen Freunden.
Für Hans-Werner Freese geht es jetzt auch wieder zurück nach Bremen. Bei ihm kommt Wehmut auf. Er hat hier nicht nur Kollegen kennen gelernt, sondern Freunde gefunden, sagt er. Da fällt der Abschied schwer.
Ein Feuerwehrwagen für Ikaria, [5:01]
Reporterin Grit Thümmel im Gespräch bei Bremen Eins
Wie geht die Pumpe? Wie werden Schläuche geflickt? Die Freiwilligen Feuerwehrleute auf Ikaria haben viele Fragen. Hans-Werner Freese gibt heute nochmal einen Workshop und erklärt das Auto.
Hörfunkerin Grit Thümmel arbeitet am Flughafen von Athen am nächsten Beitrag.
Abschiedsstimmung. Für uns Reporter geht's heute nach Hause. Weil Ikaria so eine abgelegnene Insel ist, ist der Rückweg gar nicht ohne: Dreimal heißt es Umsteigen. Sehr praktisch, dass es überall einen Internetzugang gibt. Die nächsten Berichte sind schon in der Mache. Über Athen und Zürich erreichen wir schließlich spät abends Bremen und wundern uns: Die Maschine, die uns nach Bremen bringt, ist kleiner als der griechische Inselflieger!
Sightseeing auf der anderen Seite der Insel
Heute ist mal Sightseeing angesagt für Hans-Werner Freese, es geht rüber auf die andere Seite der Insel. Hier ist es richtig schön grün. Aber auch auf dieser Seite sieht man immer wieder kahle Stellen, wo es schon mal gebrannt hat. Dann ein Abstecher zum "Ikarus" – nach dem Mythos ist die Insel benannt. Hans-Werner guckt sich mit Dolmetscher Vassili die Stelle an, wo der Ikarus ins Meer gestürzt sein soll. Ein kleiner Felsen erinnert die Menschen hier daran.
Wir fahren durch die Dörfer; egal wo wir hinkommen, unser Bremer Feuerwehrauto hat sich schon herumgesprochen. Es ist bekannt wie ein bunter Hund, überall werden wir auf einen Kaffee eingeladen, die Leute freuen sich total.
Wer lebt eigentlich auf der Insel Ikaria?, [3:16]
Waldbrände sind hier überall ein Thema, ich treffe niemanden, der noch keinen Brand miterlebt hat. Alle sagen: Das Schlimme ist der Wind, innerhalb von Minuten trägt er die Flammen kilomterweit. Außerdem sind die Leute einfach auch stolz auf ihren eigenen Anteil an dieser Geschichte: Sie haben selber hunderte Euro für die Fahrt hierher gesammelt, um die Überführung zu finanzieren.
Hier hält Nikos Wache, wenn er Dienst hat als freiwilliger Feuerwehrmann.
Unser Feuerwehrauto sorgt auf Ikaria für Aufsehen. Ein paar Neugierige sind zum Hafen gekommen. Es gibt eine kleine, offizielle Schlüsselübergabe mit dem stellvertretenden Bürgermeister Alexandros Skaros. Er sagt: "Ikaria ist bekannt für den starken Wind. Deshalb sind die Waldbrände bei uns sehr gefährlich. Und deshalb brauchen die Freiwilligen Feuerwehrleute das Auto wirklich dringend."
Eine Reportage: Bremer Feuerwehrauto kommt in Ikaria an , [2:47]
Dann geht es in die Berge zur neuen Dienststelle für das Auto. Der Schulhof einer alten Schule dient als Parkplatz. Hier schieben die Freiwilligen auch Dienst. Denn der Blick auf die Insel ist wunderbar: Vor uns das Meer, aber auch die eine Seite der Insel mit den Wäldern kann man von hier gut überblicken. Morgen geht es in die Dörfer, mal gucken, was die Inselbewohner zum neuen Auto sagen. Es hat sich bei etwa 9.000 Einwohnern auf jeden Fall schon herumgesprochen, dass wir hier sind mit dem neuen Wagen.
Das Feuerwehrauto für Ikaria ist angekommen, [4:53]
Es ist 6 Uhr in der Frühe: Ankunft im Hafen von Ikaria.
GESCHAFFT! Um sechs Uhr morgens kommen wir auf Ikaria an. Nach einer schlaflosen Nacht sind alle ziemlich platt. Wer Glück hatte, konnte in der Schiffs-Bar ein Sofa ergattern, der Rest hat die Nacht auf dem Fußboden im Gang verbracht. Hans-Werner Freese und die beiden griechischen Kollegen Vangelis und Nikos haben die Nacht an Deck quasi durchgemacht. So eine Reise schweißt zusammen. Sprachbarrieren gibt es schon lange nicht mehr – man versteht sich so. Hans-Werner meint: "Feuerwehrleute auf der ganzen Welt verstehen sich."
Nikos und Vangelis warten in Piräus auf Zollcheck und Fähre.
Das Auto hat’s geschafft. Knapp 2.000 Kilometer in den Reifen und der Motor hat durchgehalten. Hans-Werner Freese meint: Der Wagen läuft sogar besser als vorher. "Eine richtige Rennziege". Dann heißt es: Warten beim Zoll. Die Papiere müssen gecheckt werden.
Wir machen einen kleinen Abstecher in die Stadt. Auf dem Syntagmaplatz hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Proteste gegeben. Heute ist es hier ruhig. In einer Seitenstraße treffen wir dann doch noch ein paar Demonstranten. Dann geht es in Piräus auf die Fähre. Ein Lastwagen nach dem anderen rollt in den Schiffsbau. Das ist Millimeter-Arbeit. Als es dunkel wird, verlassen wir den Hafen.
Mittwoch 23. Oktober, Rauf auf die Fähre:
Fahrerwechsel: Nikos macht ein Nickerchen.
Gute Nachrichten: Weil die Mannschaft gestern so gut vorangekommen ist, sind es heute nur noch 120 Kilometer bis Ancona. Am Mittag ist es geschafft: Es geht rauf auf die Fähre und unser Feuerwehrwagen darf sich erstmal ausruhen. Das hat er sich aber auch verdient: 1.500 Kilometer ohne Probleme gefahren – und das mit 27! Die anderen konnten ja zwischendurch immer schonmal ein Nickerchen machen.
"Griechisches Frühstück" für die Fahrer am Morgen von Tag 2.
Tag zwei der Reise: Nach einem kurzen "griechischen Frühstück" geht es für die drei Feuerwehrmänner und Dolmetscher Vassili Michalis weiter. Auf der Fahrt durch Österreich kommen sie schneller voran als gedacht. Schon am Nachmittag sind sie in Italien! Um 15 Uhr ist Pause in Trento und abends Hotelsuche in Rimini.
Tanken kurz vor Magdeburg.
Um Punkt sechs Uhr früh geht es los. Bei Hans-Werner Freese zuhause in Tarmstedt gucken schon ein paar Nachbarn müde, aber neugierig, aus den Häusern. Winken zum Abschied. Dann geht's erstmal auf die A27 Richtung Hannover. Ziel heute: Ingolstadt. Rund 700 Kilomter sind es bis dorthin.
Proviant darf natürlich auch nicht fehlen. 50 Frikadellen für die Reise sind an Bord. Dazu gibt's kalten Pulverkaffee – zum Wachhalten...
Kurz nach 10 Uhr ist die Gruppe bei Magdeburg. Tank-Stopp nach den ersten 250 Kilometern. Schluckt ganz schön viel so ein Feuerwehrauto!
Video: Hans-Werner Freese freut sich auf ein Abenteuer
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Eigentlich wollte Hans-Werner Freese nur eine Badehose einpacken, nachdem ihm Nikos und Vangelis gesagt haben, dass es auf Ikaria zuletzt noch bis zu 30 Grad warm war.
Er hat es sich dann doch noch mal anders überlegt und noch ein paar wärmere Klamotten eingepackt. Jetzt freut er sich auf ein Abenteuer. "Schaffen wir's? Schaffen wir's nicht? Man weiß ja nie."
Video: Reporter Christian Kurz vor der Abfahrt
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Hans-Werner, Nikos und Vangelis stecken in den letzten Vorbereitungen. Unnötiger Balast muss raus aus dem Löschwagen für Ikaria – Nützliches rein.
Bis zum Dach packen sie das Auto voll mit Schläuchen. Wegen der großen Entfernungen und Höhenunterschieden auf Ikaria kann man die gut gebrauchen.
Und wir Reporter müssen dafür leider draußen bleiben... Aber wenn's in Piräus auf die Fähre geht, werden wir den roten Feuerwehrwagen in Empfang nehmen und bis Ikaria begleiten.
Donnerstag 17. Oktober, Probe-Löschen:
Nikos Randas und Vangelis Yanouzos sind extra nach Bremen gekommen.
Nikos Randas und Vangelis Yanouzos von der Freiwilligen Feuerwehr auf Ikaria sind gut in Deutschland gelandet. Heute sehen sie ihren neuen Löschwagen das erste Mal! Die Spannung steigt.
Das Hallentor geht auf und erstmal lange Gesichter: Bei der Übergabe konnte sich Hans-Werner Freese einen Scherz nicht verkneifen und präsentiert erstmal ein historisches Modell.
Dann aber endlich: Der "LF16" rollt aus der Halle. Nikos und Vangelis sind happy. Und dann wird ausprobiert, was der Löschwagen so kann.
Video: Hans-Werner Freese erklärt die Probe-Übung
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Nikos und Vangelis sind sehr zufrieden: "Der hat starke Pumpen, genau das, was wir auf Ikaria brauchen!"
Weil der Mare-Verlag den Wagen finanziert hat, ist der Chef, Nikolas Gelpke, aus Hamburg zur Übergabe gekommen. Von den "Vorbesitzern", der Freiwilligen Feuerwehr Oberneuland, gibt's noch gute Wünsche mit auf den Weg: "Wir hoffen, dass das Auto in Einsätzen gute Dienste leistet und die Kameraden immer wieder gut zurück bringt!", sagt Andre Fuchs, Ausbildungsleiter in Oberneuland.
Mittwoch 16. Oktober, Wer gut schmiert...
Video: Hans-Werner Freese macht das Auto fit
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Der pensionierte Feuerwehrmann Hans-Werner Freese macht den letzten Schliff an dem Feuerwehrauto für Ikaria.
Gerade hat er die Nummernschilder für die Überführung nach Griechenland bekommen, quasi frisch geprägt. HB 300 D – hoffentlich bringt das Glück für die Reise!
Damit alles gut läuft, checkt Hans-Werner das Auto nochmal durch.
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Bremer Löschfahrzeug für die Nord-Ägäis
Das Team stellt sich vor
Ein Bremer Feuerwehrauto für Ikaria
Bremer Feuerwehrauto für Ikaria
Ein Bremer Löschfahrzeug ist ab sofort im Einsatz für die freiwillige Feuerwehr auf der griechischen Insel Ikaria. Dort gibt es zwar eine Berufsfeuerwehr mit eigenen Autos. Doch die ist auf die Freiwilligen angewiesen. Denn wenn der Wald brennt, rücken die Freiwilligen aus. Und bisher fehlte denen ein funktionierendes Löschfahrzeug. Finanziert hat den Wagen der Mare-Verlag aus Hamburg. Und die Inselbewohner selbst haben die Kosten für die Überfahrt gespendet. Mehr...
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Bremer Löschfahrzeug für die Nord-Ägäis
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