Ein Jahr nach "Fukushima"
Ein Jahr nach der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan begibt sich ein Bremer Forschungsteam ins Epizentrum des Bebens. Das Ziel: Herausfinden, welche Spuren Beben und Tsunami auf dem Meeresboden hinterlassen haben. Ein Film-Team von Radio Bremen begleitet die Forscher auf ihrer vierwöchigen Expedition und berichtet in einem Blog von der Fahrt.
Eike Besuden berichtet in seinem Blog von der Expedition
Reporter Eike Besuden und Kameramann Lür Wangenheim begleiten das Team vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum) der Universität Bremen und ihre Forschung vor der japanischen Küste. Diese Reise mit der Kamera zu begleiten ermöglicht Fernsehzuschauern dabei zu sein, wenn die Ursachen einer der größten Katastrophen im Pazifik aufgedeckt werden. Sie können in unserem Weblogbuch schon jetzt miterleben, wie die Reise auf dem Forschungsschiff "Sonne" verläuft. Die Ausstrahlung im Fernsehen ist für Anfang 2013 geplant.
Zum Expeditions-Blog
Unser Reporter berichtet in einem Blog von der Fahrt und den Untersuchungen auf der MS "Sonne" vor der japanischen Küste.
Die Szenerie hätte aus einem Drehbuch für einen Katastrophenfilm stammen können: Nur etwas mehr als zwei Minuten lang bebt am Nachmittag des 11. März 2011 die Erde, rund 130 Kilometer vor der Küste der japanischen Insel Honshu. In der Tiefsee entlang des Japanischen Grabens bewegen sich ineinander verkeilte Erdplatten. Sie stehen schon seit Jahrtausenden unter Spannung, seit dem letzten Mega-Beben im Jahr 869 hat sich die Energie aufgestaut.
Nun werden die ungeheuren Energien frei: Auf einer Länge von 400 Kilometern reißt die Erdkruste auf, verschiebt Teile der Inselküste um bis zu fünf Meter Richtung Osten und unterirdische Bereiche sogar um 50 Meter. Das Beben erreicht die Stärke 9,0 auf der Richter-Skala. Auf einer riesigen Fläche, die der Größe Schleswig-Holsteins entspricht, hebt sich der Meeresboden um bis zu fünf Meter an. Dadurch rutschen große Gesteinsmassen in den Japan-Graben, erzeugen eine enorme Welle unter Wasser.
Mit einer Geschwindigkeit von gut 700 Kilometern pro Stunde rast der Tsunami auf die Küste zu. Er löscht ganze Orte aus, kostet Tausende Menschen das Leben, zerstört Fabriken – und auch das Atomkraftwerk in Fukushima. In drei Reaktorblöcken kommt es zu einer Kernschmelze, dem größten anzunehmenden Unfall. Große Mengen Radioaktivität entweichen und verseuchen Luft, Boden, Wasser und Nahrungsmittel.
Knapp ein Jahr nach diesem Schreckenszenario begeben sich Professor Gerald Wever, Direktor des Marum-Instituts, (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften) an der Universität Bremen und sein Team auf den Weg nach Japan. Vier Wochen lang, vom 8. März bis zum 6. April 2012, wollen sie im Epizentrum des Erdbebengebiets Messungen durchführen und sehen, wie sich der Kontinentalhang oder auch die Insel Honshu durch das Erdbeben verlagert haben.
Gerold Wefer will mit seinem Team die Auswirkungen des Tsunamis untersuchen.
Das Ziel der Forscher ist, herauszufinden, welche Spuren das Beben und der Tsunami hinterlassen haben und in welcher Weise dies den Meeresboden verändert hat. Diese sehr erdbebengefährdete Region ist gut untersucht, es existieren Aufzeichnungen aus dem Jahr 1999, mit denen die neuen Ergebnisse verglichen werden können. Dies sei eine besondere Chance, sagt Wefer.
Mit speziellen Untersee-Fahrzeugen wollen die Forscher bis zu 4.000 Meter tief tauchen und nach Mess-Sonden suchen, die das Beben 2011 aufgezeichnet haben. Bei der Gelegenheit werden sie außerdem neue Geräte für zukünftige Untersuchungen installieren.
Mit den Daten, die sie hier gewinnen, hoffen die Wissenschaftler, den Ablauf des Erdbebens besser verstehen zu können und ihre Erdbeben-Modelle zu verfeinern. Das nächste starke Beben vorhersagen werden sie aber auch mit diesen Daten nicht können. Die Zusammenhänge sind extrem komplex.
Expeditions-Logbuch
Aufzeichnungen der Wissenschaftler auf dem Forschungsschiff "Sonne"
Technology Review: Die "Sonne" vor Fukushima
Interview mit Geochemiker Martin Kölling vom Forschungszentrum Marum in Bremen
Erdbeben-Übersichtskarte
Echtzeit-Übersicht bebender Regionen in den letzten 14 Tagen
Expedition Japan
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