Vor 50 Jahren
Vor 50 Jahren, am 28. September 1962 wurde das erste internationale Kaffee-Abkommen beschlossen. Das war die Geburtsstunde des ICO in London, einer internationalen Kaffee-Organisation. Wie eine Art Opec passt diese Organisation das komplizierte Quotensystem je nach Marktlage immer wieder an.
Kaffeeanbaugebiete der Welt: r=Robusta, m=gemischt, a=Arabica
Kaffeeanbaugebiete der Welt
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Das erste Internationale Kaffeeabkommen, führte zur Gründung der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO), der wichtigsten Organisation im Bereich des Welthandels mit Kaffee. In ihrem Rahmen wurden bislang sechs so genannte Internationale Kaffeeabkommen getroffen. Ihr gehören 77 Staaten an, darunter Kaffee-Exporteure und Importländer.
Kaffeequote
Zur Regulierung des Kaffee-Weltmarktes zwischen Produzenten- und Konsumentenländern werden durch ein internationales Abkommen der ICO Kaffeequoten festgelegt. Dabei werden Exportquoten für jedes kaffeeproduzierende Land festgelegt, um eine Überproduktion und damit einen Preisverfall zu vermeiden.
Großröster wie Tchibo locken schon in den Nachkriegsjahren immer mehr Bauern in San Sebastian und anderswo – mit der Aussicht auf ein besseres Leben – in den Kaffee-Anbau. Schon bald liefern die Bauern mehr Kaffee, als der Rest der Welt trinken kann. Der Preis für Rohkaffee bricht zusammen. Erste Exportländer experimentieren mit Quoten, um Dumpingpreise zu verhindern. Im September 1962 beruft die UNO in New York eine Konferenz ein. Das ist die Geburtsstunde der "Internationalen Kaffeeorganisation", sagt Matthias Böhm, der seit Jahrzehnten den Rohkaffee für den Bremer Traditionsröster Azul einkauft: "Das Forum aus Produktionsländern und Konsumländern: Da war von den Konsumländern auch die Röstkaffee-Industrie daran beteiligt, die ja ein besonderes Interesse hatte, möglichst guten Kaffee zu bekommen und dafür sorgen wollte, dass genau diese Länder eine hohe Quote bekommen." Wie eine Art Opec passt die neue Organisation "ICO" in London das komplizierte Quotensystem je nach Marktlage immer wieder an.
Die Deutschen – immerhin größter europäischer Abnehmer – handeln sich bei den Verhandlungen zum Abkommen diplomatischen Ärger ein. Sie wollen Handelshemmnisse bei den Exporteuren beseitigen. In einer Aktennotiz des Wirtschaftsministeriums heißt es: "Hier konnten (seitens der Bundesrepublik) keinerlei Zugeständnisse gemacht werden." Das führte zu heftigen Auseinandersetzungen mit Brasilien. Erst nach Gesprächen auf höchster Ebene kehrten die Brasilianer an den Verhandlungstisch zurück."
Politik spielte nicht nur bei den Feilschereien um Quoten eine Rolle. Die USA unterstützen die ICO anfangs. Man will verhindern, dass sich verarmte Bauern den Kommunisten in der Region anschließen. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlieren die USA das Interesse – der weltgrößte Kaffeekonsument tritt aus. Matthias Böhm: "Kaffee ist ja für viele Ursprungsländer ein Politikum, man ist wahnsinnig abhängig davon, hohe Exportquoten zu bekommen. Und die Amerikaner waren dann strikt dagegen: Wir wollen doch mal gucken ob sich die Märkte selbst regulieren. Haben sie in der Anfangszeit nicht, aber in der der mittelfristigen Folge dann eben doch!" Auch deswegen werden die Kaffeequoten Jahre später wieder abgeschafft. Die ICO liefert ihren Mitgliedern heute Daten über Preis- und Marktentwicklungen.
Während der letzten großen Kaffeekrise 2001 kam es abermals zu einem drastischen Verfall der Weltmarktpreise. Durch die Förderung des Kaffeeanbaus in Vietnam und die Ausweitung des Anbaus an der Elfenbeinküste, kam es zu einem Überangebot von Kaffee, was einen drastischen Preisverfall zur Folge hatte. In den traditionellen Anbauländern in Afrika und Mittelamerika verloren daraufhin viele Landarbeiter ihre Arbeit.
28. September 1962: Internationales Kaffee-Abkommen, [3:02]
Kaffeebohnen und Popmusik, [3:46]
Das Heißgetränk in der populären Musik.
Dossier: Kaffee
![Kaffeebohnen [Quelle: Radio Bremen] Kaffeebohnen [Quelle: Radio Bremen]](/wissen/dossiers/kaffee/kaffee150_v-mediateaser.jpg)
Anfangs war der Kaffeehandel eine holländische Domäne. Im Laufe des 18. Jahrhunderts behaupteten sich auch deutsche Kaufleute am Kaffeemarkt, und Bremen wurde Umschlagplatz. Heute ist Bremen ein wichtiges Handelszentrum für Kaffee. Manch kleine Firma wurde aber von den Großen geschluckt.
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