Jacobs, Hag, Münchhausen und Co.
Anfangs war der Kaffeehandel eine holländische Domäne. Im Laufe des 18. Jahrhunderts behaupteten sich auch deutsche Kaufleute am Kaffeemarkt, und Bremen wurde Umschlagplatz. Der Kaffee kam zunächst aus Asien, später auch aus Lateinamerika und der Karibik. Der Endverkauf von Kaffee lief zuerst über Apotheker und Krämer, geröstet wurden die Bohnen über dem heimischen Herd. Heute ist Bremen ein wichtiges Handelszentrum für Kaffee. Manch kleine Firma wurde aber von den Großen geschluckt.
Säcke voll mit Kaffeebohnen
Die Azul-Kaffeerösterei wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg, genauer gesagt 1949 in Bremen vom ehemaligen Kaffee-Händler Walter Fritz Wolters gegründet. Innerhalb weniger Jahre baute er eine starke Verkaufsorganisation für Kaffee für die gehobene Gastronomie auf. Das Unternehmen positionierte sich als wichtiger Lieferant für Restaurants, Cafés und Hotels und wurde 1997 von der Dallmayr Kaffeerösterei übernommen, Azul agiert jedoch weiterhin als selbständige Tochtergesellschaft.
August Münchhausen gründete 1935 auf dem Teerhof den Versandhandel "Münchhausen Kaffee" für Kaffee und Tee, aus welchem ab 1948 an anderer Stelle eine Kaffeerösterei in Bremen wurde. August Münchhausen röstete bis kurz vor seinem Tod selbst und war damit "Deutschlands ältester aktiver Röstmeister". Seitdem führt seine Tochter Ilse die Rösterei, aus der ein Museum entstehen soll, damit Bremens letzte Kaffeerösterei zum Anfassen, Gucken und Staunen erhalten bleibt.
Firmengründer Johann Jacobs wurde 1869 in Borgfeld geboren. Er wurde Lehrling in einer Kolonialwarenhandlung und lernte dabei viel über das Verkosten und Rösten von Kaffee. Nach seiner Ausbildung ging er zunächst in einem Laden in Stellung. 1895 wagte Jacobs den Schritt in die Selbständigkeit: er gründete eine Kaffee- und Teehandlung. Ab 1907 hatte Jacobs seine eigene Rösterei. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg musste die Firma Rückschläge hinnehmen, kam aber nach Kriegsende wieder auf die Beine. Johann Jacobs starb 1958. Seine Nachfolger expandierten nach Dänemark, Belgien und in die Niederlande. 1973 verlegte der Kaffeekonzern seine Zentrale in die Schweiz. Parallel baute Jacobs seine Kapazitäten in Bremen aus: Mitte der Siebzigerjahre entstand eine neue Rösterei im Stadtteil Hemelingen, 1981 richtete Jacobs dort sein Kaffeeforschungszentrum ein. Kurz darauf fusionierte der Konzern mit Interfood aus der Schweiz. Zu Interfood gehörten schon die Firmen Suchard und Tobler. Die Zusammenschlüsse gingen weiter: 1993 verbanden sich Jacobs Suchard und die Philip-Morris Tochter Kraft General Foods zur Firma Kraft Jacobs Suchard. Seit 2000 nennt sich der Konzern nur noch Kraft Foods. Jacobs ist auch an den Firmen Alpia, Sarotti und Sprengel beteiligt.
Eine Bremer Weltmarke
Chronik der Bremer Jacobs-Kaffee-Rösterei
Effiziente Kaffeeproduktion
Carl Ronning wurde 1863 in Bielefeld geboren. Wie sein Kollege Ludwig Roselius absolvierte er seine Ausbildung im Kaffeehandel in Hannover. 1892 trat er eine Stelle bei Roselius und Co in Bremen an, und 1894 machte sich Ronning selbständig. Seine Firma importierte und röstete Kaffee und verkaufte diesen erstmals abgepackt. In Ostafrika kultivierte Ronning bald seine eigenen Kaffeeplantagen. Die Kaffeerösterei wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und wieder aufgebaut. 1966 übernahm der Konzern Melitta das Unternehmen.
Vom Kaffee zur Hausmusik
Zu Besuch bei Carl Ronnings Nachfahren
Melitta kam 1966 durch den Kauf der Kaffeefirma Ronning in die Hansestadt. 1985 verlagerte der Konzern sein Kaffeegeschäft ganz nach Bremen. Die Firma verstärkte ihr Engagement in Bremen: 2003 eröffnete sie ihr neues Verwaltungsgebäude am Bremer Flughafen und weitete die hiesige Produktion aus.
Dossier: Kaffee
![Kaffeebohnen [Quelle: Radio Bremen] Kaffeebohnen [Quelle: Radio Bremen]](/wissen/dossiers/kaffee/kaffee150_v-mediateaser.jpg)
Anfangs war der Kaffeehandel eine holländische Domäne. Im Laufe des 18. Jahrhunderts behaupteten sich auch deutsche Kaufleute am Kaffeemarkt, und Bremen wurde Umschlagplatz. Heute ist Bremen ein wichtiges Handelszentrum für Kaffee. Manch kleine Firma wurde aber von den Großen geschluckt.
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