Extremwetterkongress
Leenert Cornelius – Vorsteher des Oldenburger Deichbands oder auch Oberdeichgräfe genannt – steht auf einem acht Meter hohen Deich in der Wesermarsch. Sein Blick fällt auf Metallpfosten, die fast einen Meter hoch in regelmäßigen Abständen aus dem Deich herausragen. Es sind Messpunkte, an denen abgelesen werden soll, wie sich die Lage des Deichs verändert.
Leenert Cornelius schaut genau hin, denn auf dieser Strecke ist der Deich schon einmal um neunzig Zentimeter weggesackt. Ein Alptraum für den 74 Jahre alten Oberdeichgräfe.
"Hier ist die gefährdetste Stelle, ja, ich darf sagen, aller niedersächsischen Deiche, deshalb, weil hier der Untergrund so weich ist. Hier haben wir eine Strecke, die bis fünfundzwanzig Meter tief keinen tragfähigen Boden hat.“
Weil der Boden in diesem Bereich moorig ist, hatte das Wasser die Sohle des Deiches aufgeweicht. Es drohte ein Grundbruch, also ein Wegbrechen des Deichs.
Inzwischen hoffen die Experten, dass sie das Problem in den Griff bekommen haben. Die Deichbauer haben eine Stahlwand in den Erdboden gerammt, die den Deich stützen soll. Mehr als 25 Meter tief bis fester Boden erreicht war. Ein Wagnis, nicht zuletzt deshalb, weil die angrenzenden Häuser hinter dem Deich durch die Rammschläge gefährdet waren.
Sechs Kilometer lang ist die Stahlwand. Sie verläuft an der Deichseite zum Landesinneren. Mühselig musste das Wasser unter dem Deich vorher abgepumpt werden, damit das Pilotprojekt gestartet werden konnte. Zwei Jahre lang wurde an der Stahlwand gearbeitet, zwanzig Millionen Euro wurden verbaut.
Die Messungen sollen nun zeigen, ob der Plan aufgegangen ist. Oberdeichgräfe Cornelius ist optimistisch:
„Bisher hat das gut geklappt. Die Teststrecke, da haben wir nun über vierhundert Meter den Deich erhöht, um zweieinhalb Meter, und untersuchen das täglich. Da sind Messgeräte bis unten im Boden drin, die den Wasserdruck messen, die auch Verschiebungen und Setzungen des Bodens messen. Denn der frische Boden, der aufgebrachte, der arbeitet ja noch, der setzt sich noch. Aber wir stellen fest: Es gibt keine seitlichen Verschiebungen.“
Der Verband, für den Leenert Cornelius zuständig ist, hat hundertvierzig Kilometer Deich zu betreuen. Müsste man alle Deiche mit Stahlwänden sichern – das wäre nicht zu finanzieren, ist der Oberdeichgräfe überzeugt. Zum Glück gibt es nur in Teilbereichen Probleme mit zu weichem Untergrund. Leenert Cornelius ist der Meinung, dass die Deiche noch weiter erhöht werden können:
„Wenn unsere Forschungsstelle errechnet hat, dass an dieser Deichstrecke wir einen Meeresspiegel-Anstieg haben sollen, der so zwischen 25 und 39 Zentimetern liegt in den nächsten 50 Jahren, vielleicht sogar noch länger, und wir erhöhen jetzt um 50 Zentimeter, dann brauchen wir uns nicht gleich bange machen lassen. Ob wir sie mal noch fünf Meter erhöhen können, das weiß ich auch nicht. Aber das weiß auch noch kein Wissenschaftler, wann das denn erforderlich wird.“
Wetter und Klima
Tornados, Hagelschlag und Gewitterstürme - das sind nur einige der Themen zum Thema "Klima". Wissenschaftler, Meteorologen und interessierte Laien diskutieren über Wetterphänome und Klimaforschung. Radio Bremen liefert Hintergünde in diesem Dossier. Mehr...
Audios und Videos
Jetzt läuft
Streit ums Grundwasser in Holdorf
Die Brunnen der Gemeinde Holdorf liefern den größten Teil des Wasserbedarfs der Region Vechta. Nun sollen noch mehr Brunnen noch mehr Grundwasser abpumpen. Viele Anwohner beklagen aber schon jetzt, dass ihre Felder vertrocknen und der Wasserspiegel ihres Badesees sinkt. Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Grundwasser aus dem Boden gepumpt wird? Wir diskutieren live vor Ort. Mehr...
29. Mai, 15:05 Uhr | Nordwestradio
Was wir wirklich brauchen – oder wollen!
"Weniger ist mehr", heißt es gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise. Also weg mit dem Auto, auf Marken-Klamotten verzichen – und einfach glücklich sein! Ob das mitten in einer Konsumgesellschaft funktioniert? Eine Sendung über den Traum vom einfachen Leben. Mehr...
28. Mai, 19:05 Uhr | Nordwestradio
Zebra Vier
Jeden Sonntag zwischen 8 und 11 Uhr hört ihr bei Bremen Vier unsere Kindersendung "Zebra Vier", mit vielen tollen Experimenten, Infos und Tipps für Kinder und Jugendliche. Mehr...
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Mehr...
Der neue Rundfunkbeitrag
Der neue Rundfunkbeitrag löst die Rundfunkgebühr ab. Informationen zum Start 2013 hier. Mehr...
Rauschfreier Empfang
Am 1. Februar 2013 hat Radio Bremen sein Digitalradio-Angebot gestartet. Mit dem terrestrischen Digitalradio können die Hörfunkprogramme in rauschfreier Qualität empfangen werden. Mehr...
Wissen-Podcasts
Wissen-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen: Hier bieten wir Ihnen jeweils die neuesten Podcast-Dateien zum direkten Download an. Mehr...
Webservices
Wir bieten Ihnen verschiedene Wege, das Programm von Radio Bremen zu empfangen und Möglichkeiten für Sie, mitzumachen: über Podcast, Apps, Soziale Netzwerke, Kommentarfunktionen und mehr. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Titanic sticht wieder in See: Australischer Milliardär will Megadampfer nachbauen
Krise der Gesundheit Nord: SPD fordert Finanzkonzept für städtische Kliniken
Werder Bremen: Sportdirektor plant mit Arnautovic und Elia
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"