Extremwetterkongress
Aus einer Wetterkarte lässt sich nicht herauslesen, ob jemand Kopfschmerzen bekommt, ist Hans Richter überzeugt. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt sich der Professor von der der Technischen Hochschule Zürich mit biometeorologischen Zusammenhängen. Für ihn ist klar: Wetterfühligkeit ist wissenschaftlich nicht nachweisbar.
Experimente mit angeblich wetterfühligen Menschen verliefen in den allermeisten Fällen negativ. Vorhersagen über Zusammenhänge zum Beispiel zwischen Kopfschmerzen oder Schlafstörungen und dem Durchzug einer Wetterfront trafen meist nicht zu. Die wenigen positiven Ergebnissen waren, so Richner, eher zufällig. Seiner Ansicht nach gibt es keine Untersuchung, die bewiesen hätte, dass körperliche Beschwerden direkt mit dem Wetter zusammenhängen, auch wenn dies von der Öffentlichkeit noch so sehr angenommen werde.
Ohne Einfluß ist das Wetter aber dennoch nicht. Richner sieht diesen aber eher auf der psychischen Ebene. Eindeutig sei, dass es den Menschen bei schlechten Wetter im allgemeinen weniger gut gehe als bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Wenn das Wetter düster und kalt sei, leide eben die Psyche.
Direkte Zusammenhänge zwischen Wetter und Gesundheit lässt Richner nur in vier Bereichen gelten. Da sei zum einen die Temperatur, die auf den Organismus wirke. Dieser Zusammenhang sei spätestens seit dem Hitzesommer 2003 klar, als es in Europa über 60tausend Todesfälle wegen der heißen Witterung gab. Auch Pollenausbrüche werden durchs Wetter begünstigt, so Richner, und führten bei vielen Menschen zu allergischen Reaktionen. Atemwegserkranken seien zudem oft Folge von wetterbedingter Bildung bodennahen Ozons. Wissenschaftlich nachgewiesen sei außerdem, dass zu starke UV-Strahlung Sonnenbrände und Krebs verursachen könne.
Dossier: Wetter und Klima
![Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA] Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA]](/wissen/dossiers/klima/themen/tornado102_v-mediateaser.jpg)
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