Extremwetterkongress
Die Klimawissenschaftler rechnen künftig häufiger mit Hitzewellen und Starkregen von bis zu 100 Litern pro Quadratmetern. Dafür müssen neue Warn- und Entsorgungstechniken entwickelt werden. Claudia Kemfert, Wirtschaftsexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, will beim Umweltmanagement aber noch früher ansetzen:
"Das heißt natürlich auch, dass man alles tun muß, um die Treibhausgase einzudämmen. Hier sind auch die Kommunen gefragt. Ohne die Kommunen, ohne die Regionen werden wir die Wende nicht schaffen können. Wir brauchen eine Energieversorgung, die klimaschonend ist, die CO2-frei ist, die sicher ist und bezahlbar ist. Da müssen wir heute beginnen,die politischen Weichen stellen."
Die Liste der Möglichkeiten sei lang: angefangen von einer Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs über elektrisch betriebene Autos bis hin zur besseren Nutzung von Strom und Wärme. Es könnten Pilotregionen entstehen, die bei dieser Entwicklung voran gingen, meint Kemfert. Gleichzeitig müssten sich die Städte stärker an die Wetterextreme anpassen:
"Das heißt nicht nur Deichbau, das heißt dann auch bei extremer Dürre, dass man Wassermanagementsysteme, Hitzewarnsysteme etabliert, die insbesondere in Ballungsräumen elementar sind, weil dort die volkswirtschaftlichen Schäden sehr viel höher sein können als in dünn besiedelten Gebieten. Das ist auch eine Konsequenz aus extremen Wetterereignissen."
Dass es in den großen Städten künftig in den Sommermonaten heißer wird, daran haben die Experten auf dem Bremerhavener Extremwetterkongreß keine Zweifel. Deshalb müssten auch die Stadtplaner umdenken und unter anderem Schneisen schaffen für bessere Luft in den Ballungszentren. Wie sich bauliche Veränderungen in den Städten auf die Luftströme dort auswirken, das können Meteorologen heute bereits simulieren. Speziell entwickelte Vorhersagemodelle machen das möglich. Ebenso lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob Hitze oder Starkregen eine Stadt treffen, inzwischen genauer bestimmen. All das helfe den Städten, sich auf extreme Wetterereignisse einzustellen.
Die Einwohner müssen in den diesen Anpassungsprozess mit einbezogen werden. Da werde noch zu wenig Überzeugungsarbeit geleistet, ist sich ARD-Meteorologe Sven Plöger sicher:
"Man kann die Leute überzeugen, indem man schon in sehr jugendlichem Alter versucht, Bildung zu vermitteln, also in den Schulen schon Klima, Klimaänderung. Dieses Thema ist noch viel, viel mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Derzeit ist es so, dass, was die Ressourcen angeht, wir jedes Jahr 1,4 Erden verbrauchen. Eine Erde wäre das nachhaltige Maximum. Da sind wir drüber, das funktioniert nicht. Wenn man das klar macht, wächst das Verständnis."
Die Wissenschaftler warnen auch davor, den Klimawandel falsch einzuschätzen. Auch wenn Deutschland einen extremen Winter erlebt habe, sei der Januar einer der weltweit wärmsten Monate gewesen. Wichtig sei, dass die Wissenschaft ihre Ergebnisse noch klarer und transparenter deutlich mache und sie mit Skeptikern noch intensiver diskutiere, sagte Mojib Latif vom Leibnitz-Institut für Klimaforschung. Beim Extremwetterkongress stellen Experten auch neue, exaktere Systeme für Wettervorhersagen vor. Noch bis Samstag diskutieren 800 Teilnehmer in Bremerhaven über mögliche Folgen des Klimawandels.
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