Extremwetterkongress
In den Datenbanken der Versicherungsgesellschaft Münchener Rück sind die Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte akribisch verzeichnet. Die Jahrhundertflut 2002 an der Elbe, der Hitzesommer 2003 in Europa, der Hurrikan Katrina in den USA - mehr als 27.000 Einzelereignisse sind dort detailliert beschrieben. Die Analyse der Daten zeigt, dass die Zahl der großen Naturkatastophen zugenommen hat. In den 1950ger Jahren waren es etwa drei pro Jahr, heute wird mit acht großen Naturkatastrophen pro Jahr gerechnet.
„Große Naturkatastrophen“
Selbsthilfefähigkeit der Region ist überschritten:
- überregionale oder internationale Hilfe erforderlich
- und/oder Tausende Tote
- und/oder Hunderttausende Obdachlose
- und/oder außergewöhnliche volkswirtschaftliche Schäden
In den vergangenen Jahrzehnten gab es mehr Stürme, Überschwemmungen und andere wetterbedingte Naturgefahren. Bei Erbeben oder Vulkanausbrüchen sehen die Versicherer dagegen keinen vergleichbaren Anstieg. Die Experten gehen inzwischen davon aus, dass der Klimawandel eine wesentliche Rolle spielt. Sie sehen sich unter anderem vom jüngsten Bericht des Weltklimarats (IPCC) bestätigt.
Der Weltklimarat rechnet damit, dass extreme Wetterereignisse häufiger und intensiver werden. Starkregen und Überflutungen sind Beispiele, die auch Peter Höppe, Meteorologe und Leiter der Abteilung Georisikoforschung beim Versicherer Münchener Rück, alarmieren:
"Alarmieren in der Weise, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir wissen, wie es weitergeht. Wir müssen ja eine risikoadäquate Prämie ermitteln. Wir haben auch schon Daten aus den letzten Jahrzehnten, die klar zeigen, dass wir auch hier in Deutschland schon eine größere Häufung von solchen extremen Niederschlagsereignissen hatten, die dann auch lokal zu großen Schäden geführt haben."
Auf dem Extremwetterkongress wollen die Versicherer erfahren, welche neuen Studien und Trends es gibt. Die Ergebnisse könnten dann in ihre Risikomodelle einfließen. Die Versicherungsgesellschaft will aber auch den Wissenschaftlern ihre Aufzeichnungen zugänglich machen, erklärt Peter Höppe:
"Wir haben als der weltgrößte Rückversicherer die weltgrößte Datenbank zu solchen Naturereignissen. Und diese Daten sich auch für die Wissenschaft wichtig, weil sie dann mit den Klimamodellen verglichen werden und man analysiert, ob das was mit dem Klimawandel zu tun haben kann."
Dossier: Wetter und Klima
![Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA] Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA]](/wissen/dossiers/klima/themen/tornado102_v-mediateaser.jpg)
Wie wird sich die Welt und unsere Region verändern, was kann jeder einzelne gegen den Klimawandel tun und wie funktioniert überhaupt unser Klima? Fragen auf die auch Radio Bremen Antworten sucht.
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