Klimahaus Bremerhaven
Hautnah die Klimazonen der Welt erleben. Das ermöglichen echte Gletscher, Wüsten und Unterwasserwelten im Klimahaus. Hier können die Besucher eisige arktische Kälte und heiße Wüstenluft auf der Haut spüren. Aber das alles kostet viel Energie. Wird im Klimahaus der Klimaschutz nur vermittelt, oder auch gelebt? Radio Bremen Reporterin Nadja Rupnow ist dieser Frage schon auf den Grund gegangen, als das Klimahaus noch ein Rohbau war.
Baustelle Klimahaus Bremerhaven
"Wir laufen hier jetzt gerade durch die Antarktis und sind jetzt gleich in Samoa. Das ist natürlich alles noch nicht fertig aber wenn's mal fertig ist, dann ist das so der Gang", erklärt Christian Bruns von der Städtischen Wohnungsgesellschaft Stäwog, die für die Bauarbeiten am Klimahaus verantwortlich ist. Wo einmal eisige Gletscher und heiße Wüstenlandschaften entstehen sollen, ragen kahle Betonpfeiler und Mauern in die Höhe. Noch ist nichts zu sehen von der Seilbahn, mit der künftig Besucher über Schweizer Gletscher direkt nach Sardinien schweben sollen. Aber eins ist schon jetzt klar. Das Klimahaus wird eine Menge Energie verschlingen.
"Es macht eigentlich keinen Sinn zu sagen, hier ist ein Gebäude, damit zeigen wir die Klimaveränderung aber gleichzeitig pusten wir Schadstoffe raus", so Christian Bruns. Die Klimahaus-Macher haben sich deshalb schon vor Baubeginn viele Gedanken über die Energieerzeugung gemacht.
"Das größte Problem im Klimahaus ist nicht die Wärmeerzeugung, sondern wie wir die Wärme wieder umgewandelt in Kühle bekommen. Denn man muss sich vorstellen, dass sehr viele Menschen in dieses Klimahaus gehen, die alle Wärme hereinbringen. Außerdem gibt es sehr viele Lichter, die die Exponate beleuchten und deshalb müssen wir dieses Gebäude stark kühlen".
Doch eine konventionelle Klimaanlage passt nicht so recht zu dem Anspruch des Klimahauses und so wurden unter dem Fundament 450 so genannte Klimapfähle tief im Boden verankert.
An diesen Pfählen sind kleine Plastikschläuche mit einer Wasser-Glykol-Mischung. Diese Mischung wird in die Tiefe gepumpt - im Winter ist es dort unten wärmer als draußen und dann wird Wärme nach oben transportiert. Im Sommer funktioniert das Ganze umgekehrt. Um die 700.000 Liter Wasser zu kühlen, die für die Aquarien benötigt werden, soll Fernwärme von der Bremerhavener Müllverbrennungsanlage umgewandelt werden.
Auch Solarzellen zur Stromerzeugung wird es geben. Hier können die Besucher live miterleben, wie viel Sonne wie viel Strom erzeugt. "Da kommt eine richtige Uhr hin und die tickt, damit die Leute auch sehen können, heute scheint die Sonne - dann rast die Uhr und heute scheint die Sonne nicht, dann rast die Uhr weniger."
Aber um auf 37 verschiedenen Ebenen die Klimazonen der Erde darzustellen, wird so viel Energie benötigt, dass alternative Konzepte nicht ausreichen. Den prozentualen Anteil an konventioneller Energie wollte Christian Bruns von der Stäwog nicht nennen. Aber klar ist auch ihm: Das Klimahaus wird mit dem Widerspruch existieren müssen, auf der einen Seite über den Klimawandel aufklären zu wollen und auf der anderen Seite selbst ein wenig dazu beizutragen.
"Also es ist sicherlich richtig, dass wir das gesamte Klimahaus mit 18.000 Quadratmeter Fläche nicht mit regenerativer Energie versorgen können. Wir brauchen auch ganz normalen Strom. Bei der Kälteerzeugung in der Schweiz und der Antarktis da können wir keine regenative Energie einsetzen, das müssen wir mit einer konventionellen Maschine machen."
Dossier: Wetter und Klima
![Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA] Eine Windhose bildet sich [Quelle: DPA]](/wissen/dossiers/klima/themen/tornado102_v-mediateaser.jpg)
Wie wird sich die Welt und unsere Region verändern, was kann jeder einzelne gegen den Klimawandel tun und wie funktioniert überhaupt unser Klima? Fragen auf die auch Radio Bremen Antworten sucht.
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