Lektion 18: Fisch, Milch und Ende (I)
Im Plattdeutschen werden einfache, kurze Sätze verwandt. Langatmige Satzgefüge mit untergeordneten Sätzen werden vermieden. An ihre Stelle treten meistens nebengeordnete Hauptsätze. Oftmals sind solche Reihungen ohne äußere Verknüpfung nebeneinandergestellt:
De Buer sitt in de een Eck, de Uul (Eule) sitt in de anner Eck, de Buer kickt de Uul an, de Uul kickt den Buern an.
Beiordnend anreihend mit "un", "oder", "överhaupt" und "sogaar"
De Gurk fritt een Fisch un dat Pinneken geiht fleuten.
Nehm dien Fööt in acht, oder ick pedd di, sä de Hahn to dat Peerd.
Dat is koolt, överhaupt is de Winter to lang.
Jan un allemann sünd kamen, sogaar de Krabb weer daar.
DoppelkonjunkLektionen
DoppelkonjunkLektionen wie:
"entweder - oder"; "weder - noch" werden vermieden wie auch "außerdem".
"weder - noch" werden allenfalls wiedergegeben mit "nich - nich":
He hett nich Kalv noch Küken.
In neuerer Zeit ist "butendem" für "außerdem" gebräuchlich geworden:
Treck di een anner Büx an! Disse is schietig 1)
un butendem hett se een Gatt 2).
1) schietig schmutzig, dreckig
2) Gatt, -aten (n) Öffnung; Loch; Hintern
wat för't Gatt kriegen/hauen schlagen, prügeln
Nich üm mienen Willen, sä de Wulf, aber so'n Schaap smeckt doch to goot.
Snacken köönt wi all, man Doon is 'n Ding.
De Kajenmarkt is luut, bloots schöner is de Hamborger Fischmarkt ok nich.
Schrubb1) dien Tähn2), sünst gifft dat Gaten.
Lehr dien Lex, anners warrt dat nix mit Plattsnacken.
Ick heff mien Lex lehrt, un doch kann ick dat noch nich höchstallerbest.
1)schrubben scheuern, reiben, mit grober Bürste reinigen
2)Tähn, - (m) Zahn
Vermieden werden die KonjunkLektionen "indessen", "dennoch", "dagegen", "allein", "sondern", "vielmehr". Ein Satz wie: "Ick bün doch gaarnich fett sünnern vullslank" lässt sofort den Hochdeutschsprecher erkennen.
Soll etwas begründet oder eine Folgerung gezogen werden, wird das oftmals mit einer einfachen Reihung hergestellt: Segg sowat nich, de mehrsten Lüüd denkt anners as du.
Sehr verbreitet ist aber schon das "denn":
He hett een lütt Auto, denn he hett nich veel in de Melk to krömen.
Das begründende "denn" ist aber schwer zu unterscheiden vom zeitlichen "denn" (dann) und sollte deshalb ebenfalls vermieden werden.
Auch das folgernde "daarüm" hat sich aus dem Hochdeutschen ins Plattdeutsche eingeschlichen. Im allgemeinen Gebrauch ist es aber üblich geworden:
Hein lehrt fix, daarüm möögt de Schoolmesters em ok gern lieden.
Im Plattdeutschen sind auch untergeordnete Sätze nicht so häufig wie im Hochdeutschen und werden im allgemeinen gern vermieden. Sie nisten sich aber in zunehmendem Maße ein und werden deshalb hier auch aufgeführt.
Das "dat" (dass) unterscheidet sich nicht vom "dat" (das):
Se seggt, dat se dat nich daan hett.
Dat is een slecht Swien, dat nich dicker warrn will.
Hier lässt sich der Relativsatz ganz ungezwungen vermeiden:
Dat is een slecht Swien. Dat will nich dicker warrn.
Relativsätze werden gern mit "wo" ausgedrückt:
Dat is een Minschen, wo du di up verlaten kannst.
Die Einleitung eines Satzes mit "wer" wird selten mit "keen" ausgedrückt, sondern meistens mit "de": De veel fraagt, de warrt veel wies.
Die indirekte Rede oder Frage wird mit "wat" wiedergegeben:
Wi weet jo gaarnich, wat de Jung disse Deern woll leiden mag.
In der indirekten Rede oder Frage hat sich aber zunehmend das "of" (ob) durchgesetzt:
Ick will gern weten, of di dat ok goot geiht.
Vergleichende Sätze werden mit "as" gebildet:
Lever goot leven, as dat Geld na den Dokter dregen.
Zeitliche Ordnungen werden mit "do" (da), "ehr dat" (bevor), "wenn" (wenn), "siet" (seit), "mitdem" (während), "bit" (bis), "nu! (nachdem) ausgedrückt:
Ick sitt goot, sä de Katt, do seet se up'n Speck.
Ick gah na Huus, ehr dat de Regen fallt.
Wenn de Boom is groot, is de Planter doot.
De Fisch warrt minner, siet dat se Schiet in de Nordsee laat.
Mitdem dat de Kiekkassen leep, is he inslapen.
Ick mutt noch lang öven, bit dat ick Platt snacken kann.
Nu de Öllern ut 't Huus gahn sünd, danzt de Müüs up 'n Disch.
Unterordnende Bindewörter
Unterordnende Bindewörter der Art und Weise sind "as" (als), "ahn" (ohne), "statts" (anstatt):
All as dat fallt, sä de Jung, as de Fru mit een Nääsdruppen em fröög, wat he 'n Pannkoken hebben wull.
Du kannst nich Snieder warrn ahn dat du dat Sitten lehrst.
Du schullst lever nadenken, statts hier so een Spiktakel to maken.
Etwas ins Verhältnis setzen kann man mit den gleichlautenden KonjunkLektionen "je - je", "wo - wo" und "so - so":
Je grötter de Buddel, je mehr warrt sapen.
Wo veel Arbeit, wo ok veel Broot.
So een itt, so arbeit he.
Wird ein Grund untergeordnet, wird das mit "dat/ üm dat" (weil) ausgedrückt:
Verköhlen deist du di, dat du bi so een Weer na buten geihst.
Ick sett mi een Hoot up 'n Kopp, üm dat de den Brägen warm höllt.
Das "dat" (damit) drückt auch eine Absicht oder Zweck aus:
Maak doch to, dat wi to de rechte Tiet in de Kark sünd.
Und auch die Folge wird mit "dat" (damit) gebildet:
Wi nehmt een Scherm (Schirm) mit, dat wi nich natt warrd.
Um eine Bedingung auszudrücken, benutzt man das Wortpaar "wenn - denn" (falls):
Wenn he dat nich kann, denn schall he dat laten.
Häufig wird auch das Verb an den Anfang des Satzes gestellt:
Büst du plietsch, fallt di dat nich swaar.
Ein Zugeständnis kann mit "wenn - ok" oder "ofschoonst" gemacht werden:
Ut een doof Ei kümmt nienich een Küken, wenn de Henn daar ok Weken up sitt.
He warrt nich fett, ofschoonst he fritt as een Swien.
18: Vokabeln und Übungen
Lektion 18: Fisch, Milch und Ende (I)
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