Plattdeutschkurs
Mit vollem Mund spricht man nicht, aber ein wenig Alkohol löst die Zunge. So auch am Anfang des Kurses: Wir belauschen Einheimische und Auswärtige in einem Kroog / in einer Gaststätte. Die Vokalfärbungen des Plattdeutschen werden erläutert, ebenso das erste Verb "sein".
In der Grammatik werden Vokalveränderungen vorgestellt mit Ausspracheübungen und ersten Schreibversuchen, frei nach dem Motto: In Kööm versuupt mehr Minschen as in Water.
Zum Anhören: Plattsnackers Lektion 1: Kneipe, [2:22]
Einheimische und Auswärtige in einer Gaststätte.
Mann: Ist hier noch frei?
Gast 1: Jo.
Mann: Dürfen wir uns dann dazusetzen?
Gast 1: Jo.
Frau: Sind Sie von hier?
Gast 1: Jo.
Frau: Wir sind nämlich gerade erst nach Bremen gezogen.
Gast 2: Daarüm de Sabbelee!
Gast 1: Weeßt Bescheed!
Mann: Wie bitte? Ich versteh kein Wort.
Sprecher: Dann sollten Sie ganz schnell damit beginnen, es zu lernen. Wiederholen Sie doch zunächst, was Sie gehört haben.
Mann: Aber das ist es ja, sie haben ja kaum etwas gesagt.
Sprecher: Genug, um für den Anfang einige Grundsätze zu lernen. Da ist zum einen eine gewisse Mundfaulheit festzustellen. Das ist keine Unfreundlichkeit, man fasst sich im Norden eben gern mal kürzer, vor allem auf neugierige Fragen. Zum zweiten das knappe Wörtchen "Jo". Das ist das plattdeutsche "o", kein "a", kein "o", sondern eben "o".
Mann: "o"
Frau: "o". Jo, Jo.
Sprecher: Und zum Dritten machen wir im Plattdeutschen oftmals das "ei" zum langen "ee". Weißt Bescheid - weeßt Bescheed. Nein - nee. Ein Kleid - een Kleed. Kein Bein - keen Been.
Mann: Also: Mein Wein - meen Ween?
Sprecher: Nee, nee. Mein Wein - mien Wien. Die Regel gilt nicht immer.
Frau: Und wann gilt was?
Sprecher: Ich gebe Ihnen später eine Liste.
Und jetzt gehen Sie bitte zurück an den Tisch und probieren es einfach. Sie wissen ja: Liebe geht durch den Magen. Vielleicht auch hier.
Mann: Damit wir Ihnen nicht zu sehr zur Last fallen, ich geb einen aus. Herr Ober, twee Beer un twee Wien.
Gast 1: Se sünd aber plietsch.
Frau: Plietsch?
Gast 1: Jo. Dat geiht bi us tosamen: plietsch meent "klook" un "politisch" togliek.
Mann: Togliek - zugleich?
Sprecher: Richtig. Eine weitere Regel: "z" zu "t". zu - to. Zunge - Tung. Zaun - Tuun. Liste folgt.
Gast 1: Na, denn willkamen hier in Bremen. Ick bün Willi Lohmann un he, dat is Heinz Grootheer. Un keen sünd Se?
Frau: Ick bün Doris. Richtig so? Ick bün, he is, Se Sünd?
2. Gast: Jüst so: ick bün, du büst, he is, wi sünd, ji sünd, se sünd. Sünd wi nich alltosamen hier?
Mann: Jo.
Frau: Jo. Sünd wi.
Gast 1: Na denn, Prost.
Gast 2: Prost.
1: Vokabeln und Übungen
Lektion 1: Kneipe
Vokabeln
Übersetzung, Konjugation & Aussprache-Übungen
Lösungen
Aussprache: Das "A"
Aussprache: Das "E"
Aussprache: Das "T" und "Z"
Der Plattdeutschkurs
Lektion 14: Liebe und danach (I)
Lektion 15: Liebe und danach (II)
Lektion 16: Plattdeutsche Besonderheiten (I)
Lektion 17: Plattdeutsche Besonderheiten (II)
Alle Audio-Lektionen
Die Lektionen 1 bis 19 hier zum Anhören. Mehr...
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