Stadtgeschichte
Wenn am 16. Januar 2013 der Neujahrsempfang im Bremer Rathaus begangen wird, feiert man zwar traditionellerweise in der alten Oberen Rathaushalle, aber im Fokus steht dieses Jahr vor allem das Neue Rathaus, das gerade seinen 100 Geburtstag erlebt. Zwar steht der Anbau etwas im Schatten seines prominenten älteren Bruders, aber diese Unauffälligkeit ist auch eine seiner Stärken. Eine kleine Würdigung von Peter Meier-Hüsing.
Es ist nur ein Schritt, eine unbedeutende Türschwelle zwischen der ehrwürdigen Oberen Rathaushalle und dem Festsaal des Neuen Rathauses – fünfhundert Jahre Bau- und Stadtgeschichte überschreitet man fast beiläufig. Trotzdem wird hier ein Unterschied markiert, erklärt Bremens Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki. "Es ist eigentlich nur ein Tritt und trotzdem sind es zwei verschiedene Welten. Die alte Obere Rathaushalle ist den würdigeren Veranstaltungen vorbehalten und der Festsaal im Neuen Rathaus dient allgemeineren Veranstaltungen."
Das Besondere an Bremens "Neuem Rathaus" ist: Es verbindet sich unauffällig und harmonisch mit dem alten Rathaus, das weiterhin den Marktplatz dominiert. Das ist dem Entwurf des prominenten Münchner Architekten Gabriel von Seidl zu verdanken, der sich 1907 mit seinem Vorschlag durchsetzte.
"Es ist eine Einheit geworden, weil sich Gabriel von Seidel mit der Material- und Formwahl angepasst hat, ohne sich unterzuordnen. Es ist ein Unterschied da, fügt sich aber zu einem Gesamtbild."
Architekt Gabriel von Seidl
Mag auch manch ein Bremer Patriot über einen Architekten ausgerechnet aus Bayern und den verwendeten bayrischen Muschelkalk die Nase gerümpft haben – das Ergebnis überzeugte letztlich alle. Zur Einweihung sprach schon Senator Nebelthau von einem "wundervollen Akkord" der beiden Gebäude, und der heutige Hausherr meint weniger blumig aber nicht weniger positiv: "Es ist eine Freude in dieser Stadt Bürgermeister zu sein, ich gehe jeden Tag gerne ins Rathaus und möchte das auch lange noch weiter tun."
Neues Rathaus
Im Neuen Rathaus wird das politische Alltagsgeschäft Bremens betrieben: Hier befinden sich die Arbeitsräume des Bürgermeisters, seines Staatsrats, die wichtigsten Ressorts der Senatskanzlei und der Senatssaal, wo jeden Dienstag der Senat tagt.
Um 1900 wurde der Neubau notwendig, da das damals ans Rathaus anschließende Stadthaus aus allen Nähten platzte. Bremens Bevölkerung wuchs, die Verwaltung ebenso, und ein repräsentativer Bau ausschließlich für die Regierung sollte gebaut werden. Bremer Kaufleute als Mäzene halfen mit, das Großprojekt zu finanzieren. Und klugerweise, sagt Denkmalpfleger Skalecki, beging man in Bremen nicht den Fehler wie in anderen Städten und riss den Altbau gleich komplett ab. Später Lohn für diese Weitsicht: 2004 wurde das gesamte Rathausensemble als Kulturdenkmal in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen. "Es wurde das neue Rathaus in der Begründung als kluge Ergänzung schon gleich mit dazu genommen, die das Alte bewahrt und weiterentwickelt, aus denkmalpflegerischer Sicht eine grandiose Leistung."
Und nicht nur die Auszeichnung freut den Landesdenkmalpfleger, sondern auch die Tatsache, dass das Neue Rathaus ein grundsolider Bau mit minimalem Sanierungsbedarf ist. "Wenn man sich manche Nachkriegsarchitektur anschaut, die schon nach dreißig Jahren marode ist, dann war das hier gut investiertes Geld, und es ist ein gutes Werk daraus geworden."
100 Jahre Neues Rathaus, [3:00]
Eine Würdigung von Peter Meier-Hüsing
Neues Buch über das Neue Rathaus, [3:08]
Das Bremer Rathaus
![Bremer Rathaus [Quelle: Radio Bremen, André Gensler] Bremer Rathaus [Quelle: Radio Bremen, André Gensler]](/nordwestradio/sendungen/radiotag/infobild118_v-mediateaser.jpg)
Das Bremer Rathaus wurde im Jahr 1405 erbaut. In den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten wurde es mehrmals angebaut und umgebaut und hat trotz Kriegen und politischen Umbrüchen die Zeit überdauert. Da es als "bedeutendes Bauwerk der Gotik und der Weserrenaissance" gilt, wurde es im Juli 2004 zusammen mit dem Bremer Roland von der Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Das Gebäude ist Sitz des Senats und des Präsidenten des Senats und Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen.
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