Von achtern bis zurren
Alles, was hinter der Schiffsmitte liegt. Wird auch in Wortverbindungen gebraucht: Achterschiff, Achterleine, Achtersteven, achterlastig. Letzteres bedeutet, dass das Schiff hinten tiefer im Wasser liegt als vorn. Wenn aber ein Seemann Ihnen anvertraut, er sei achterlastig, kann das bedeuten, dass er dringend eine Toilette braucht. Und eine Bemerkung über Ihren Achtersteven bezieht sich auf Ihr hinteres Ende. Nehmen Sie das nicht krumm, Seeleute schätzen ein ausladendes Heck.
Linke Seite des Schiffs, in Fahrtrichtung gesehen – markiert durch ein rotes Positionslicht. Die rechte Seite heißt Steuerbord, hier brennt es grün. Verbreitete Eselsbrücke: wenn Ihnen ein Rechtshänder eine Backpfeife verpasst, wird Ihre linke Backe rot – also ist Backbord links und glüht rot.
Großsegler mit drei Masten, von denen die vorderen beiden rahgetakelt sind (s. Rahsegel) und der hintere Gaffelsegel (siehe dort) trägt. Wenn jemand Ihnen bedeutungsvoll von einer Drei-Mast-Bark erzählt, können Sie überlegen lächeln und darauf verweisen, dass eine Bark grundsätzlich drei Masten hat. Bitte reden Sie in diesem Zusammenhang aber nicht von "Pfosten", das entlarvt Sie augenblicklich! Eine Bark ist zum Beispiel die "Gorch Fock", das Flaggschiff der Sail und der Stolz der deutschen Marine. Auch die "Alexander von Humboldt" und die brandneue "Sea Cloud II" sind Barken. Eine Vier-Mast-Bark ist die "Krusenstern" (ex "Padua", gebaut 1926 bei der Tecklenborg-Werft in Wesermünde, heute Bremerhaven).
Ursprünglich bedeutet diese Rückmeldung, dass die Besanschot, die zuletzt getrimmt wird, belegt ist und damit das Manöver abgeschlossen ist. Das können Sie jetzt gleich wieder vergessen: wenn auf Großseglern heutzutage dieses Kommando ertönt, rennen alle nach achtern (siehe dort) Richtung Besanmast und erwarten, dass ihnen der Kapitän einen Schnaps ausgibt. Das tut er dann auch – meistens.
Vorderes Ende des Schiffs. Das Hinterteil heißt Heck, wird manchmal auch als Achterschiff (siehe dort) bezeichnet.
Segel, das an einer Gaffel (niederländisch/nidersächsisch "Gabel") hängt. Die Gaffel ist eine Art Stange (korrekt wäre Spiere), die verschieblich am Mast angebracht ist und von dort schräg nach oben zeigt. Achten Sie unbedingt auf die schräge Spiere - wenn das Segel an einer waagerechten Stange quer zur Fahrtrichtung hängt, ist es kein Gaffel- sondern ein Rahsegel (siehe dort) und Sie haben sich blamiert.
Lohn der Seeleute. Wenn Sie scharf auf einen Törn (siehe dort) auf einem attraktiven Großsegler sind, ist es jedoch viel wahrscheinlicher, dass Sie Geld dafür bezahlen müssen statt welches zu bekommen. Wenn Ihnen jedoch "Hand gegen Koje" angeboten wird, haben Sie richtig Glück: dann können Sie kostenlos mitfahren, müssen dafür allerdings ordentlich und klaglos arbeiten - und niemals widersprechen!
Hier bewacht weder der Herr den Hund noch umgekehrt. Die H. bezeichnet im Drei-Wachen-Rhythmus die Zeit zwischen 0 Uhr und 4 Uhr (auch Rattenwache genannt). Ist die unbeliebteste Wache an Bord. Verhindert das gesellige Leben am Abend ("ich hab gleich Wache...") und den schwungvollen Start in den Morgen ("ich hatte gerade Wache..."). Außerdem kommt man überhaupt nicht zum Schlafen.
Eigentlich die innen auf dem Schiffskiel liegende Verstärkung, die die Mastenden aufnimmt. Gebräuchlich vor allem in der Aufforderung an den Trainee (siehe dort), "das Kielschwein zu füttern". Entspricht dem binnenländischen Befehl, "den Böschungshobel zu holen".
Segel, das an einer Rah hängt. Die Rah ist eine quer zur Fahrtrichtung waagerecht am Mast angebrachte Stange (Spiere). Großsegler mit Rahtakelung haben mehrere Rahsegel übereinander und an jedem Ende jeder Rah ist ein – naja – Tau, mit dem das Rahsegel geschwenkt ("gebrasst") werden kann. Das besorgen oft willige Trainees (siehe dort), denen allerdings rechtzeitig vorher erklärt werden muss, wo sie ziehen sollen. Meist regelt sich das aber von selbst, indem der Trainee zum Beispiel beim Kommando "An die Großbrassen!" dahin rennt, wo alle hinrennen. Ob das dann die Groß-Untermars-Brass oder die Groß-Obermars-Brass ist, an der mit aller Kraft gerissen wird, muss der Trainee vielleicht nicht unbedingt wissen.
Schiffstyp mit Gaffelsegeln (siehe dort). Leider sind auch verwirrende Mischformen möglich, zum Beispiel der Toppsegelschoner: da hängen dann über dem Gaffelsegel noch Rahsegel. Wenn aber an mindestens einem Mast nur Rahsegel hängen, ist es – je nach der Gesamtzahl der Masten – eine Barkentine oder eine Bark oder eine Brigantine. Vielleicht sollten Sie sich da nicht zu weit aus dem Fenster hängen. Lesen Sie vorsichtshalber die kleinen Schilder, die bei der Sail an fast jedem Schiff zu finden sind. Anschließend können Sie ja immer noch Richtung Mast zeigen und etwas von Rah- oder Gaffelsegeln murmeln.
Leine zum Bedienen von Segeln (siehe auch: Besanschot an). Es gibt jede Menge Tauwerk an Bord und fast alles hat einen speziellen Namen. Als Trainee (siehe dort) müssen sie möglichst schnell lernen, wie das ganze Zeug heisst, damit sie beim Kommando "Klar bei Fockschot!" oder ähnlichem nicht als erster zum falschen Tau laufen und das Manöver vermasseln. Oder Sie warten vorsichtshalber ab und gucken, wohin die anderen rennen.
Amateur-Seeleute, die keine Heuer (siehe dort) bekommen, sondern dafür bezahlen, an Bord eines Großseglers niedere Dienste leisten zu dürfen. Das tun sie aber gern – eigentlich ist das sogar der Grund, warum sie mitfahren wollen. Und wenn sie nicht gerade die Hundewache (siehe dort) bekommen, geraten sie darüber auch nicht ins Grübeln.
Eine Reise oder ein Reiseabschnitt mit einem Segler. Als Trainee (siehe dort) kann man einen T. mitmachen, zum Beispiel auf der "Alexander von Humboldt". Dabei ist es eigentlich egal, wo der T. beginnt oder wo er endet. Wichtig ist das Segeln als solches. Deshalb wissen manche Mitsegler am Ende des T. gar nicht so genau, wo sie eigentlich waren.
Dreimaster mit Rahsegeln. Sozusagen eine Bark, bei der auch der hintere Mast rahgetakelt ist. "Ach so!" wäre jetzt die angemessene Reaktion Ihrerseits. Wenn nicht, müssen Sie wieder von oben anfangen, bevor Sie zum letzten Stichwort dieser völlig unrepäsentativen Liste kommen.
Bedeutet festbinden. Auf einem Großsegler kommen Sie häufiger in die Verlegenheit, etwas festzurren zu müssen. Leider können Sie das nicht auf x-beliebige Weise tun. Mindestens den Kopfschlag, den Webeleinenstek und natürlich den Palstek sollten Sie beherrschen. Zur Vorbereitung können Sie sich in die Bibel aller Knotenknüpfer vertiefen: "The Ashley Book Of Knots" - 3.900 Knoten auf 640 Seiten. Das Buch ist auch auf Deutsch erhältlich. Sie können natürlich auch hoffen, dass Ihnen ein freundlicher Matrose oder ein ebenso freundlicher Trainee (siehe dort) zur rechten Zeit das Nötige erklärt. Auf der Sail in Bremerhaven stehen die Chancen dafür nicht schlecht.
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