Strahlung
Das Thema Mobilfunkstrahlung wirkt auch deshalb so unübersichtlich, weil die Medien widersprüchlich berichten. Mal heißt es in Schlagzeilen: "Handys lösen Krebs aus" – dann wieder: "Studie beweist: Handys sind ungefährlich". Doch Wissenschaft ist selten schwarz oder weiß. Studien, die im Labor Hinweise auf Gesundheitsgefahren finden, können oft nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden. Andererseits: Wenn eine Studie nichts findet, heißt das nicht, dass damit die Ungefährlichkeit nachgewiesen ist. Schlagzeilen aber neigen zur Vereinfachung – und tragen damit zur Verunsicherung bei.
Wie aus einer harmlosen Stellungnahme eine Aufsehen erregende Meldung wird, zeigte das Beispiel W-Lan. Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte sich in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung nach den Gefahren von W-Lan, also kabellosem Internet, erkundigt. Die Antwort der Bundesregierung gab wenig Anlass zur Sorge:
"Bei extremer Nahfeldexposition einer mit Kontakt zum Körper betriebenen W-Lan Einsteckkarte für Laptops (Situation: Laptop auf Oberschenkeln) wurde unter Laborbedingungen ein maximaler, über 10g gemittelter lokaler SAR-Wert von 0,05 W/kg gemessen."
Zum Vergleich: Der Grenzwert liegt bei 2 W/kg. Schnurlose DECT-Telefone kommen auf Werte um 0,1 W/kg, Handys auf Werte zwischen 0,1 und 1,4 W/kg. W-Lan strahlt also weniger als jedes Handy.
Die Bundesregierung kündigt in der Antwort weitere Forschung an, gibt für die Nutzung von W-Lan-Netzen in Schulen keine Empfehlung ab und schreibt außerdem:
"Direkte Vorsorgemaßnahmen werden von der Bundesregierung nicht getroffen. Die Bundesregierung empfiehlt allgemein, die persönliche Strahlenexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten, d. h. herkömmliche Kabelverbindungen zu bevorzugen, wenn auf den Einsatz von funkgestützten Lösungen verzichtet werden kann."
Das ist eine allgemeine Empfehlung und klingt nicht gerade, als gäbe es Grund zur Panik – und es ist vor allem nicht neu. Es handelt sich um die Standardformulierung des Bundesamtes für Strahlenschutz, wenn es um elektromagnetische Felder geht. Ganz ähnliche Hinweise gibt das Amt auch für die Nutzung von Handys oder schnurlosen Telefonen, bei denen die Wirkungen ebenfalls nicht restlos erforscht sind. Immer lautet der Tenor: Keine Panik, aber da wir Gesundheitsgefahren nicht ausschließen können, raten wir zur vorsichtigen Nutzung.
Bei den Lesern von "Spiegel Online" kam etwas anderes an: "Bundesregierung warnt vor W-Lan" titelte die Onlinezeitung. "Die schöne kabellose Welt, in der man wie in zahllosen Werbespots auf dem Sofa sitzt, mit dem Laptop auf dem Schoß, ist der Bundesregierung zu gefährlich", hieß es weiter. Zwar erwähnte der Artikel auch zahlreiche Argumente, die für die Ungefährlichkeit des Funknetzes sprechen. Doch was hängen blieb, war die Schlagzeile. Und zahlreiche andere Medien schrieben davon ab.
Die Horrormeldung vom gefährlichen W-Lan geisterte durch Zeitungen und Internetseiten. Bei den Lesern war die Botschaft hängen geblieben: W-Lan macht krank. Ob das stimmt oder nicht, ist noch nicht erwiesen. In der Stellungsnahme der Bundesregierung stand davon jedenfalls nichts.
Strahlung
Wie gefährlich sind Mobilfunkwellen wirklich? Und was ist eigentlich Strahlung genau? In unserem Dossier bieten wir Ihnen ausführliche Hintergrundinformationen rund um das Thema "Handystrahlung".
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