Das Phänomen Nahtod
Viele Menschen berichten von Nahtod-Erlebnissen - sie hören Musik, sehen einen weißen Tunnel, angenehme Wesen und Gestalten. Was ist eigentlich ein Nahtod-Erlebnis? Radio-Bremen-Reporter Jens Schellhass ist der Frage nachgegangen und hat sich mit dem Bremer Hirnforscher Gerhard Roth getroffen.
Audio: Gerhard Roth: der Spuk mit den Nahtoderfahrungen
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Weiße Lichter, eine unendliche Wärme, Liebe, ein Tunnel, Gespräche mit längst verstorbenen Verwandten oder Freunden, ein Blick von oben auf sich selbst - das sind Momentaufnahmen, wie sie Betroffene immer wieder erzählen, wenn sie dem Tod ganz nah waren. Deshalb spricht die Wissenschaft auch von Nahtod-Erlebnissen oder Nahtod-Erfahrungen. Aber was ist wirklich dran an diesem Blick von oben? Ist es die Seele? Ist es der Weg in ein unendliches Leben? Der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth hat das Phänomen Nahtod selbst nach einem Verkehrsunfall erlebt. Trotzdem steht er den Erlebnisberichten anderer Betroffener skeptisch gegenüber.
Nur vier Prozent der Menschen sollen solche Bilder, Eindrücke, fremde Wirklichkeiten erlebt haben. Viele sehnen sich ein Leben lang danach zurück. Das Gefühl von Frieden, Liebe und Glück, sowie die Begegnungen mit Toten oder übernatürlichen Wesen lösen eine regelrechte Vorfreude auf den Tod aus. Die Angst vor dem Sterben ist den Betroffenen damit genommen.
Professor Gerhard Roth war selbst dem Tode nahe, als er 29-jährig mit seinem Auto vom Zug erfasst und hundert Meter weit fortgeschliffen wurde. Drei Monate lag er von den Knien bis zum Hals eingegipst im Krankenhaus. Auch er empfand diese Glücksgefühle, hat sich selbst von oben gesehen, diese undefinierbare Musik gehört. Dennoch träumte er nicht vom Eintritt in ein Paradies, vom ersten Schritt in ein Leben ewiger Glücksseligkeit. Er wusste, dass sein Gehirn unterversorgt war, Zucker und Sauerstoff benötigte. Deshalb hat er diese Geräusche gehört und er weiß genau, welcher Teil des Gehirns dafür zuständig ist: nämlich der untere Temporallappen, wo ein Zentrum namens Amygdala oder Mandelkern sitzt.
Solche Zustände treten immer dann ein, wenn das Gehirn mit Zucker und Sauerstoff unterversorgt ist: zum Beispiele nach Unfällen, wenn Versorgungsstränge gekappt werden. Bergsteiger in großen Höhen erleben die gleichen Halluzinationen weil die Luft dünn wird. Oder aber bei tiefer Meditation: Die Forscher stellten fest, dass dabei genau der gleiche Teil des Gehirn runterschaltet, der das berühmte Gefühl der Entkopplung vom eigenen Körper gibt.
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