Schwerstkranker hängt am Leben
Die Reportage zeigt das Leben eines Mannes, der nicht sterben will. Er ist schwerkrank, aber er will nicht einfach aufgeben. "Das Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat." Er ist zwar in der Nachspielzeit, aber noch laufe sein Spiel.
Video: Tod auf Raten
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Thomas Zörner stirbt. Seit acht Jahren schon. Die Diagnose kam nur wenige Monate nach seiner Hochzeit: Er hat Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Die Krankheit zerstört Nerven, die die Muskeln ansteuern. Ein Jahr haben ihm die Ärzte damals gegeben, wenn es gut läuft, dann schaffe er fünf, hieß es. Doch Thomas Zörner wollte nicht einfach aufgeben. So einer ist er nicht, sagt er über sich selbst. Aus dem Hospiz musste er deswegen wieder gehen. Für einen der so langsam stirbt, ist dort kein Platz.
Bis auf ein paar kleine Muskeln am Kopf hat er inzwischen vollkommen die Kontrolle über seinen Körper verloren. Er wird beatmet, mit einer Magensonde ernährt und muss rund um die Uhr betreut werden. Und so ungewöhnlich das klingen mag, er genießt sein Leben noch immer. Er ist noch immer der Typ wie damals beim Fußball, erzählt er. Ein Spieler-Typ wie Berti Vogt, ein Kämpfer.
Zörner sagt gerne: "Das Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat." Er ist zwar in der Nachspielzeit, aber noch laufe sein Spiel. Sätze wie diese gibt er Buchstaben für Buchstaben in einen Sprachcomputer ein. Er benutzt eine Art Buzzer, den er mit dem Ansatz seines linken Kaumuskels schräg hinten am Kopf steuert. Mit diesem Gerät steuert der 50-Jährige auch seinen Fernseher, sein Fenster in die Welt.
Thomas Zörner ist gelernter Schiffsmakler, verheiratet mit einer Frau, die ihn immer noch regelmäßig besucht und ihn betreut. Zwei Mal die Woche bekommt er auch Besuch von einem Sterbebegleiter.
Die Radio-Bremen-Autoren Arno Schupp und Alexander Noodt stellen seinen Fall vor.
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