Kuriose Bestattungsarten
Wohin nach dem Tod? Als Asche verstreut auf dem Fluss? Per Rakete ins Weltall? Unter Wasser an einem Riff? Was in anderen Ländern geht, geht in Deutschland noch lange nicht. Wo jemand seine letzte Ruhe findet, ist hier durch das Bestattungsrecht geregelt. In Bremen sind 99 Prozent der Bestattungen klassisch. Noch.
Urnen im eigenen Garten bestatten. Das ist in Deutschland noch nicht möglich.
Seit einigen Jahren können US-Bürger nach dem Ableben ihre Asche per Rakete ins Weltall befördern lassen. Dies ist eine mit umgerechnet zirka 11.000 Euro nicht ganz billige Methode. Dabei wird ein Gramm Asche in einer lippenstiftähnlichen Kapsel in die Galaxie geschossen. Die amerikanische Firma "Celestis" startet die Bestattungsflüge von einem Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien. Einäscherung, Flug dorthin und Aufenthalt müssen die Angehörigen noch extra zahlen.
"Da gibt es in Bremen kaum Nachfrage", sagt Christian Stubbe, Vorsitzender des Bestatterverbandes Bremen. "99 Prozent aller Beerdigungen sind klassisch. Die Menschen lassen sich entweder im Sarg bestatten oder einäschern und in einer Urne beisetzen.", so Stubbe. Die Nachfrage nach neuen Bestattungstrends ist sehr klein.
Zugenommen haben laut Stubbe in den vergangenen Jahren die Beisetzungen von Urnen in Friedwäldern oder aktuell auch Seebestattungen. "Dafür ist in Bremen seit einem guten halben Jahr keine Sondergenehmigung mehr nötig, das Bestattungsrecht wurde entsprechend geändert", so Stubbe. Die Bestattung einer Urne auf hoher See kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Die Schiffe legen unter anderem in Cuxhaven und von Büsum aus ab. In speziell ausgewiesenen Seegebieten wird die Asche der Verstorbenen dann während einer kleinen Zeremonie in einer so genannten See-Urne ausgesetzt. "Das sind zirka fünf Kilo schwere Behälter, die sich dann nach ein paar Tagen am Meeresboden auflösen. Die Asche des Toten gelangt so ins Wasser.", sagt Stubbe.
Klassische Bestattungen auf kirchlichen oder kommunalen Friedhöfen kosten laut Stubbe 4.000 bis 6.000 Euro. Eine Feuerbestattung beläuft sich auf 3.000 bis 5.000 Euro. Einfach verstreuen darf man die Asche eines Angehörigen nirgendwo in Deutschland. In den Niederlanden und der Schweiz ist dies allerdings möglich. "Wenn das jemand wünscht, dann kann er seine Asche per Post in einer Urne dorthin schicken lassen und sich von Angehörigen in speziell vorgesehenen Streufeldern in alle Winde streuen lassen."
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