Die Trolle des Blauen Lichts
Bent zieht mit seiner Familie in das kleine englische Dorf Compton Basset. Da kaum jemand Fremdes hier vorbeikommt, braucht man auch keine Angst vor Dieben und Räubern zu haben. Darum ist es umso verwunderlicher, dass jeder, der die neuen Nachbarn willkommen heißt, zum Abschied einen merkwürdigen Rat gibt: Sie sollen unbedingt sämtliche Türen abschließen, bevor es dunkel wird. Eine Erklärung dafür geben sie allerdings nicht.
Bent Jakobsen "Der Kampf um die Nachtkristalle", Süddeutsche Zeitung im September 2009, ab zehn Jahren
Als Bent sich eines Nachmittags noch recht spät auf den Weg zum Nahe gelegenen Hügel macht, der von dicken alten Weidenbäumen gesäumt wird, vertrödelt er die Zeit. Und so kommt es, dass es bereits dunkel wird, als er den schmalen Pfad hinunter stolpert. Er glaubt seltsame Geräusche zu hören und auch Schatten zu sehen, die dort eigentlich gar nicht sein sollten. Bis zu dem Augenblick, als plötzlich, wie aus dem Nichts, Kopfüber eine Fratze vor seinem Gesicht erscheint, mit riesengroßen, ovalen Augen, einer Nase so groß wie eine Backkartoffeln, borstigen Haaren und einem erbärmlichen Gestank. Glücklicherweise haben sich ein paar Dorfbewohner auf die Suche gemacht und nehmen den sichtlich verwirrten Bent mit nach Hause.
Der alte Nathan beschließt in dieser Nacht dem Neuankömmling nun endlich das Geheimnis des kleinen Dorfes anzuvertrauen: In einer stürmischen Halloweennacht vor ungefähr 150 Jahren nimmt der damalige Gutsherr einem fremden Wanderer die Weidenbaum-Samen ab, aus denen die mächtigen alten Bäume des Hügels entstanden sind. Der Fremde will sie eigentlich nicht herausrücken und verspricht dem Herrn er würde ihm das Denkwürdigste, was ihm auf seinem weiteren Weg begegnen würde, vorbei bringen. Doch dieser besteht auf die Baumsamen und lässt sie auch gleich im Frühjahr aussähen.
Ein paar Jahre später, es ist wieder die Nacht vor Allerheiligen, kommt der Fremde ein zweites Mal nach Compton Basset. Diesmal beobachtet ein Dorfbewohner, wie er unter den Weidenbäumen aus einem Käfig ein paar kleine Kreaturen laufen lässt. Seit diesem Tag, leben die Trolle also zwischen den alten Weidenbäumen und sie machen nichts lieber als Schabernack zu treiben. Als die Dorfbewohner nicht mehr ein noch aus wissen und keine Nacht mehr ruhig schlafen können, beschließen sie einen los zuschicken um den merkwürdigen Fremden zu finden. Und so beginnt eine abenteuerliche Reise über Frankreich, nach Konstantinopel bis hin zum sagen umwobenen Blocksberg im Harz.
Info: Kinder
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