Winter 2009
Es geht um Hexen und Prinzessinnen, um eine geheime Gesellschaft und einen Weihnachtsbaum. Um ein kleines Mädchen namens Moses - ja tatsächlich - Seeräuber sind schließlich nicht so einfallsreich - und es geht um eine unheimliche Gegend in einem kleinen Elbdorf. Da ist für jedes Alter und für jeden Geschmack etwas dabei.
Benjamin Lacombe und Sébastien Perez "Lisbeth und das Erbe der Hexen", Verlag Jacoby & Stuart im August 2009, ab sieben Jahren
"Auf dem Dachboden standen so viele Bücher, dass ein ganzes Leben nicht ausgereicht hätte, sie alle zu lesen …". Wie immer verbringt Lisbeth ihre Weihnachtsferien bei ihrer Großmutter. Dort erwartet sie ihr bester Freund Edward. Beim Spielen auf dem Dachboden der alten Villa entdecken die beiden einen uralten, verstaubten Folianten mit geheimnisvollem Inhalt: Lisbeths Großmutter soll einer Dynastie berühmter Hexen entstammen! Als dann auch noch Edward spurlos verschwindet, gerät Lisbeth in einen Strudel unvorhersehbarer Ereignisse.
Das prachtvoll illustrierte Bilderbuch erscheint in einem Schuber zusammen mit einem zauberhaften Hexenalmanach, in dem sich, neben einer Hexenahnengalerie, so manches Rezept für einen Zaubertrank befindet.
Hans Magnus Enzensberger und Rotraut Susanne Berner "Bibs", Hanser Verlag im September 2009, ab fünf Jahren
"Ja, wer sich eine neue Welt ausdenken muss, der hat es nicht leicht", das merkt Bibs ganz schnell. Aber der Reihe nach: Manchmal ist Bibs sauer. Aber auf wen eigentlich genau? Auf seine Eltern, das schlechte Wetter, den Geschichtslehrer oder den nervigen großen Bruder Yanni? Vielleicht ja auch irgendwie auf die ganze Welt. Also versteckt er sich in der Wäschekammer und wünscht sich weg. Das klappt so gut, dass Bibs bald entdeckt, wie sehr er die Ordnung seiner alten Welt schätzt, in der er sich ein Zimmer mit seinem Bruder teilen muss und Mama immer wieder Salatgurken auf sein Schulbrot legt, obwohl er die gar nicht mag.
Eine originelle Geschichte übers Wünschen, eingebettet in die wunderschön-poetischen Bilder der Berner-Welt.
Susann Opel-Götz "Prinzessin Anna oder Wie man einen Helden findet", Oetinger Verlag im August 2009, ab vier Jahren
Was für ein Schlamassel! Prinzessin Annas Vater, der alte König, setzt sich zur Ruhe, zieht mit seiner Köchin auf die Insel Mallorca und hinterlässt seiner Tochter ein halbes Königreich. Die zweite Hälfte bekommt sie erst, wenn sie einen Helden zum Heiraten findet. Aber wie lockt man seinen Traumprinzen an? Anna versucht es mit Erbsen unter einem Matratzenberg, ja sie küsst sogar einen Frosch, der sich nach Leibeskräften wehrt. Aber alles vergebens. Dann begegnet ihr ganz zufällig der Puppenspieler Jakob. Ob er der Kandidat fürs Leben ist?
Ein modernes und urkomisches Märchen mit einem frechen Mädchen, einfallsreich in puppenlustige Szenen gesetzt.
Béatrice Fontanel "Meine erste Geschichte der Kunst", Du Mont Buchverlag im September 2009, ab neun Jahren
Warum bekamen Mönche vor lauter Buchmalerei Muskelkater? Wieso malten die holländischen Künstler immer Alltagsbilder und wann sind überhaupt die ersten Kunstwerke entstanden? Das alles und noch viel mehr zum Thema Kunst beantwortet der großzügig gestaltete Bildband, der Kindern die Augen für die Geschichte der Kunst kurzweilig öffnet. Die bunte Reise beginnt in den Höhlen der Steinzeitmenschen und endet in den Ateliers der modernen Kunst-Produzenten, bei denen alles möglich ist. Übersichtliche Tabellen und Zeitleisten ergänzen den Augenschmaus, helfen bei der Orientierung und machen Lust auf mehr.
Trenton Lee Stewart "Die geheime Benedict-Gesellschaft", Bloomsbury Verlag im September 2007, ab zehn Jahren
Die vier jungen Geheimagenten Reynie, Kleber, Kate und Constance führen nach ihrem ersten Einsatz wieder ein geregeltes Leben bei ihren Familien und finden das ziemlich langweilig. Da kommt die Einladung ihres Freundes und Auftraggebers Mr. Benedict zum Jahrestreffen gerade recht. Doch als die vier Freunde in seinem Haus ankommen, machen sie eine schreckliche Entdeckung: Mr. Benedict ist entführt worden. Und schon sind die Nachwuchs-Bonds in einen neuen Fall verwickelt und kommen so richtig in Fahrt.
Eine rasante Mischung aus spannender Krimistory und doppelbödigem Fantasyroman.
Antje Wagner "Unland", Berlin Verlag im August 2009, ab zwölf Jahren
Die vierzehnjährige Franka wird vom Berliner Jugendamt in ein Wohnprojekt in Sachsen-Anhalt geschickt. Im Haus Eulenruh lebt sie nun zusammen mit anderen Kindern und Jugendlichen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Doch etwas stimmt nicht mit dem kleinen Elbdorf. Während die düstere Ruinenlandschaft "Unland" das Interesse der jungen Eulenruhbewohner weckt, verweigern die Erwachsenen beharrlich alle Auskünfte zu der unheimlichen Gegend am Waldrand. Als eines Tages zwei Jugendliche des Wohnheimes eines Diebstahls bezichtigt werden, schlittern Franka und ihre Freunde in ein Ermittlungsabenteuer voller abgründiger Geheimnisse.
Ein Jugendroman, dessen Sog sich kein Leser entziehen kann.
Martina Wildner "Grenzland", Fischer Verlag im Oktober 2009, ab zwölf Jahren
Agnes, 15 Jahre alt, hat Schlafstörungen und schaltet zur Ablenkung den Fernseher ein. Auf Sender 87 entdeckt sie eine Moderatorin, die zu ihr spricht. Die dreiäugige Frau erteilt ihr den Auftrag, in einem dubiosen Geschäft ein Paket abzuholen. Skeptisch macht Agnes sich auf den Weg und bekommt eine Schatulle mit einem Messer ausgehändigt. Schnell findet das Mädchen heraus, dass es in eine virtuelle Welt gelangt, wenn es sich mit dem Messer ritzt. Bald verschwimmen Realität und Vorstellung. Agnes Sucht nach dem besonderen Kick der Traumwelt wird immer heftiger und aus dem Spiel wird bald bitterer Ernst.
Eine bizarre und nachdenklich stimmende Geschichte über jugendliche Grenzerfahrungen.
Victor Lodato "Mathilda Savitch", Beck Verlag im Juli 2009
Menschen wie Mathilda nehmen gerne den direkten Weg Richtung "Lösung" während ihr Umfeld noch darüber nachdenkt, was zu tun wäre. Mathildas Schwester Helene wird von einem unbekannten Mann vor den Zug gestoßen. Die 13-Jährige will den Tod ihrer Schwester aufklären. Eines Tages kann sie Helenes Email-Passwort knacken und erfährt einiges über deren bewegtes Leben.
Ein mitreißender, ungewöhnlicher Roman mit einer frühreifen und hinreißenden Hauptfigur über die Tragikomik des Lebens.
Es ist Heiligabend und Mia erledigt ihre letzen Weihnachtseinkäufe. Natürlich darf da ein Baum nicht fehlen. Auf dem Nachhauseweg begegnet ihr ein alter Mann, dessen vollgepackte Tasche hinfällt. Mia hilft ihm seine Sachen einzusammeln und macht sich auf den Heimweg. Aber wo ist denn der Weihnachtsbaum? Den hat Mia doch glatt vergessen, als sie dem Fremden half. Schon glauben Mia und ihre tierischen Freunde Mopp und Murkel, das Fest ohne Baum feiern zu müssen, als es plötzlich an der Tür klopft.
Dem glitzrig-glänzend illustrierten Bilderbuch ist ein Mp3-Hörbuch beigefügt. Die lebendige, musikalisch unterlegte Lesung von Andreas Krämer komplettiert das winterlich kuschelige Bilderbucherlebnis.
"Potz, Blitz und Sturmgebraus!" – Käpt’n Klaas und seine Schiffscrew entdecken in einer stürmischen Nacht eine Balje auf dem tosenden Meer. Ob sich darin etwa Dukaten befinden? Doch aus dem Treibgut tönt ein gellender Schrei und die kunterbunte Piratentruppe entdeckt einen Säugling. Sie nennen ihr Findelkind Moses. Zu spät stellen sie fest, dass es sich um eine kleine Dame handelt. Aber egal, der Name bleibt. Eines Tages wird Moses von Käpt’n Klaas Widersacher Olle Holzbein entführt. Als Lösegeld fordert der die Schatzkarte für den blutroten Rubin. Hier wird echtes Seemannsgarn für die ganze Familie gesponnen.
Die exzellente Lesung lässt den Hörer in die raue, aber herzliche Welt der Freibeuter eintauchen, denen Karl Menrad mehr als eine Stimme gibt – bis es blakt. Übrigens: Für alle Landratten gibt’s ein Seeräuberlexikon im Anhang des Buches und des Hörbuches. Na dann, Mast und Schotbruch!
"Mit jedem Menschen kommt ein zweites Wesen zur Welt, das ihn begleitet…" – Eigentlich verläuft das Leben der 16-jährigen Rebecca ganz normal. Bis eines Tages ein geheimnisvoller Junge namens Lucian darin auftaucht. Er hat keinerlei Erinnerungen an sein eigenes Leben, träumt aber umso intensiver von Rebecca und deren Zukunft. Obwohl er ihr unheimlich ist, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn und schwört ihm ewige Treue. Gleichzeitig erfährt sie schmerzhaft, dass sie ihn gehen lassen muss, um zu leben.
Sensibel und mitreißend zugleich folgt Julia Nachtmann dem Sog der Wörter dieser ungewöhnlichen Geschichte über Schönheit und Endlichkeit tiefer Freundschaft und bedingungsloser Liebe.
16. Dezember 2009
Info: Kinder
![Kind mit Kopfhörer [Quelle: Radio Bremen] Kind mit Kopfhörer [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/kinderzeit/infobild124_v-mediateaser.jpg)
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