Kindertalk
Charles Darwin
Vor 200 Jahren wurde er geboren und er gehört zu den bekanntesten Wissenschaftlern, die sich mit der Entstehung der Menschheit - überhaupt der Welt - beschäftigt haben. Über seine Reisen, seine Erfahrungen und Thesen sprachen Yannik, Laura und Florian in der Kinderzeit des Nordwestradios mit Hans Jessen.
Auf unserer Erde gibt es ungefähr zwei Millionen bekannte Tierarten und viele verschiedene Pflanzenarten. Darüber hinaus gibt es Lebewesen, die noch niemand entdeckt hat.
In der Bibel steht, dass Gott die Erde an sechs Tagen erschaffen hat. Daran glaubten vor 200 Jahren, in der Zeit als Charles Darwin lebte, viele Menschen. Heutzutage denkt man da wissenschaftlicher. Man macht den so genannten Urknall für die Entstehung unseres Lebens verantwortlich. Und auch der Wissenschaftler Darwin beschäftigte sich mit dieser Theorie. So kam er zu der für uns heute noch wesentlichen Erkenntnis, das die verschiedenen Arten von Pflanzen, Tieren und auch Menschen sich im Laufe der Zeit durch Veränderungen in ihrem Lebensumfeld entwickelt haben. Seine These machte er erst viele Jahre nach deren Entdeckung öffentlich, weil ihm sehr wohl bewusst war, das er mit seiner Behauptung in einen Konflikt mit vielen gläubigen Mensch geraten würde. Und natürlich wollte er sich auch ganz sicher sein, das seine Behauptungen stimmen.
In der heutigen Zeit kreuzen Wissenschaftler absichtlich verschiedene Pflanzenarten. Sie greifen so, in den normalen Entwicklungsprozess der Natur ein. Doch sind solche Möglichkeiten sehr umstritten. Manches was im ersten Moment wie ein Fortschritt aussieht, erweist sich dann als Rückschritt.
Anhören: Ein Weltbild verändert sich, [8:36]
Der Vater von Charles Darwin war Arzt. Sein Großvater Naturwisschenschaftler und so wurde bei dem jungen Charles schon früh das Interesse an der Natur geweckt. Als kleiner Junge sammelte er Käfer und beobachtete Pflanzen. Er konnte mit dem Mikroskop umgehen, lernte das Präparieren von Vögeln, also das Ausstopfen, er las viele Bücher und unterhielt sich mit Menschen, die sich ebenfalls für die Natur interessierten.
1831 ging auf eine fünfjährige Forschungsreise. Dabei machte er auch auf den Galapagos-Inseln, westlich von Südamerika, Station. Hier sammelte er verschiedene Vögel, die er präparierte. Zu Hause stellte er dann fest, dass diese zwar sehr ähnlich, andererseits aber mit unterschiedlichen Schnäbeln ausgestattet waren. Und er stellte weiter fest, dass die Vögel, die eine bestimmte Schnabelform besaßen alle von einer Insel und die mit einer anderen Form von einer anderen Insel kamen. So entdeckte er, dass die Vögel sich dem natürlichen Lebensraum auf ihren Inseln angepasst hatten.
In den Anden, einer hohen Gebirgskette in Südamerika, fand er Muschelreste in großer Höhe. Das unterstützte seine Theorie, dass sich die Erde und ihre Form verändert hat.
Durch sehr genaue Beobachtungen, stellte er also fest, dass die Veränderung von verschiedenen Tierarten und natürlich auch Pflanzenarten über Jahrmillionen in solch winzig kleinen Schritten vor sich ging, dass die Tiere und die Pflanzen einmal ganz anders gewesen sein mussten, als wir sie heute kennen.
Die "Beagle", das Segelschiff mit dem sich Charles Darwin als 22-Jähriger auf Forschungsreise begab, war sehr klein. Und so war es für die 75 Mann Besatzung sehr beengt auf der Fahrt. Anfangs hatte der junge Charles auch noch mit Seekrankheit zu kämpfen. Gemeinsam mit einem Gehilfen sammelte er Versteinerungen und Tiere, die von unterwegs immer wieder nach England verschifft wurden. Unter anderem nahm er auch eine Schildkröte von den Galapagos-Inseln mit. Diese ist tatsächlich erst vor wenigen Jahren gestorben.
Über seine Erlebnisse führte er ein Reisetagebuch. Auch diese Berichte schickte er in die Heimat. Seine Freunde veröffentlichten diese, ohne sein Wissen, und so war er ein relativ bekannter Mann, als er fünf Jahre später wieder nach Hause kam. Doch die Reise blieb nicht ohne Folgen. Gesundheitlich angegriffen kam er 1836 wieder in England an und kränkelte Zeit seines Lebens, so das er sich immer mehr zurückzog.
Später sagte er, dass diese Reise das wichtigste in seinem Leben gewesen sei.
Anhören: Wie alt werden Schildkröten?, [6:03]
Auch in der heutigen Zeit sind nicht alle mit der Evolutionstheorie von Charles Darwin einverstanden. Da treffen immer noch Religion und Wissenschaft aufeinander - und beide vertreten eine gegensetzliche Meinung.
Darwin, der zuerst Medizin und später Theologie studierte, hatte es nicht leicht mit seiner Theorie. Viele seiner Freunde waren streng gläubig und gerieten mit ihm aneinander. Sie glaubten, wie sogar heute noch ein Teil der Bevölkerung, dass die Geschichte von Noah und der Sintflut, die die Tiere ausgelöscht hat, die nicht mehr auf seine Arche passten, dazu geführt hat, dass verschiedene Tierarten ausgerottet wurden. Und sie glaubten eben nicht an Darwins Theorie, dass nur der Stärkste überlebt.
Anhören: Über den Nutzen von Regenwürmern, [6:52]
Anhören: Was können wir von Darwin lernen?, [3:36]
Naturkundemuseum London
Natural History Museum
Cromwell Road
London SW7 5BD, UK.
Telefon: 0044 (0) 20 7942 5000
Teile von Darwins Sammlung findet man heute übrigens im Naturkundemuseum in London. Im August diesen Jahres wird dort ein Darwin-Center eröffnet. Ein Großteil der 70 Millionen Sammlungsstücke, das sind 17 Millionen Tiere und alleine drei Millionen Pflanzen werden dort präsentiert.
Zum letzten Kindertalk: Finanzkrise - Was heißt das für uns?
Sendung vom 22. Februar 2009
Info: Kinder
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