Wissenwertes
Wisst ihr eigentlich wo der Fußball herkommt, den ihr im Sportunterricht oder nachmittags beim Spielen benutzt? Er wird von Kindern in Pakistan genäht. Also von Kindern in eurem Alter, mit den Händen und nicht mit Maschinen. Wir haben Holger Hess-Borski zu uns ins Studio eingeladen, damit er uns mehr darüber erzählt.
Anhören: Fußbälle - gefertigt von Kindern, [5:26]
Holger Hess-Borski arbeitet beim Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung. Er weiß viel über das Thema Fußball. Holger besitzt auch ganz viele Fußbälle aus den verschiedensten Ländern, zum Beispiel einen Papyrusball aus Ägypten. Die sehen anders aus, als die mit denen wir spielen.
Bereits seit 1996 forscht Holger Hess-Borski nach der Herkunft von Fußbällen, also schon über zehn Jahre. Damals war er in London auf der Europameisterschaft und plötzlich sah er sich einer Demonstration vieler Kinder gegenüber. Eigentlich wird bei einer solchen Meisterschaft ja eher Sport getrieben und gefeiert, aber nicht protestiert. Die Kinder haben ihn dann darüber aufgeklärt, dass viele der Bälle von Kindern in Pakistan hergestellt werden. Seitdem versucht Holger das auch anderen Menschen zu vermitteln, dass Kinder in eurem Alter diese wirklich schwere Arbeit machen.
Ab dem fünften, sechsten Lebensjahr nähen die Kinder in Pakistan an sechs Tagen in der Woche bis zu zehn Stunden lang Fußbälle. Die meisten von euch gehen in diesem Alter noch in den Kindergarten. Sie können nach Herzenslust spielen und basteln. Das können die Kinder in Pakistan nicht. Da die Eltern selbst zu zweit nicht genug verdienen um die Familie zu ernähren, müssen ihre Kinder mithelfen. Und zwar nicht um gut leben zu können, sondern um gerade genug Essen und Trinken für alle zu haben und ein Dach über dem Kopf.
Holger hat das Zusammennähen der Bälle schon mit Kindern hier in Deutschland ausprobiert. Das Material ist schwierig zu verarbeiten. Am Anfang macht das Spaß aber nach spätestens zwei Stunden tut einem alles weh. Die Hände und der Popo - einfach alles.
Natürlich ist auch in Pakistan Kinderarbeit verboten. Doch leider gibt es in den meisten ärmlichen Regionen keinerlei Kontrollen. Eine Möglichkeit würde sicherlich darin bestehen, dass die Eltern mehr Lohn erhalten würden, für ihre Arbeit, also eine faire Bezahlung um die Familie ernähren zu können.
Es gibt auch für euch die Möglichkeit zu helfen. Ihr solltet einfach darauf achten, dass die Fußbälle die ihr kauft oder geschenkt bekommt aus einer fairen Produktion sind und nicht von Kindern aus Pakistan hergestellt worden sind. Sagt euren Eltern, Paten und Klassenkameraden Bescheid, je mehr Menschen darauf achten, desto mehr kann man für die Kinder in Pakistan erreichen.
Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung
Bremen
17. Mai 2009
Info: Kinder
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