Lecker
Florian, Dunia, Jannik und Celina, alle zwischen neun und vierzehn Jahre alt, hatten die Gelegenheit Karsten Schnäckel, einen echten Schokoladenmacher, alles das zu fragen, was sie schon immer einmal über Schokolade wissen wollten. Sie haben sogar einen Geschmackstest gemacht.
Dunia war für uns unterwegs um einmal zu hören, was die Menschen auf der Straße mit Schokolade verbinden. Manche essen schon früh morgens Schokolade, andere erst abends vor dem Fernseher oder zwischendurch als Nervennahrung. Vor allem macht Schokolade glücklich. Da waren sich alle einig.
Schokolade enthält Zucker. Damit hat sie viele Kalorien und deckt einen großen Teil des täglichen Bedarfs jedes Menschen ab. Wenn man also mehr Schokolade isst, als der Körper benötigt, kann es passieren, dass man an Gewicht zunimmt. Außerdem gibt es in der Schokolade einen Bestandteil, der Theobromin genannt wird. Dieser bewirkt tatsächlich dass man zufriedener und glücklicher ist. Vollmilch ist übrigens eine der beliebtesten Schokoladensorten. Mittlerweile gibt es aber auch schon Sorten mit allen möglichen Geschmacksrichtungen. Zum Beispiel mit Pfeffer, Chili, Erdbeer oder Melone.
Anhören: Der Geschmackstest, [7:58]
Karsten Schnäckel darf soviel Schokolade essen wie er will. Das ist nämlich sein Beruf: Schokolade probieren. Er prüft schon früh morgens ob die Qualität stimmt. Er ist ausgebildete Fachkraft für Süßwarentechnik. Aber Schokoladenmacher klingt irgendwie besser. Für ihn ist es ein absoluter Traumberuf.
Anhören: Wie wird man Schokoladenmacher, [6:25]
Dunia hat auch noch die Frage gestellt, ob Schokolade gefährlich ist. Gefährlich ist es wahrscheinlich nur, weil man nicht mehr aufhören kann Schokolade zu essen, wenn man einmal damit angefangen hat.
Zartbitter-Schokolade setzt sich zum Beispiel aus Kakao und Zucker zusammen. Wenn auf einer Tafel steht 77 % Kakao, besteht der restliche Teil der Schokolade aus Zucker. Bei Vollmilch-Schokolade gibt man noch Milchpulver dazu. Im Kakao selber sind 50 bis 55 % Fett enthalten. Also besteht die Hälfte einer Kakaobohne aus Fett. Somit ist in einer dunklen Schokolade mehr Kakao enthalten, das heißt aber auch mehr Fett und in einer helleren Schokolade ist mehr Zucker.
Die Kakaobohnen die in der Schokoladenfabrik verarbeitet werden, in der Karsten Schnäckel arbeitet kommen aus Equador. Diese Edelkakaosorte wird auch Ariba genannt. Sie beziehen ihre Ware aber auch aus Venezuela oder Papua Neuguinea. Aus diesen Kakaobohnen wird dann eine Kakaomasse hergestellt, die wiederum mit Zucker und eventuell Milchpulver zu einer leckeren Schokolade verarbeitet wird. Das genaue Rezept ist aber natürlich streng geheim.
Bei den Kakaobohnen unterscheidet man zwischen Edelkakao und Konsumkakao. Rund um den Äquator in solchen Ländern wie der Elfenbeinküste, Ghana und Kamerun wächst der Konsumkakao. Er ist bitterer und nicht so gehaltvoll wie der Edelkakao. Der ist dafür natürlich auch etwas teurer.
Die Kakaobohne wächst in einer Frucht, direkt am Stamm des Kakaobaums heran. Diese Frucht enthält 30 Kakaobohnen. Die Frucht wird aufgeschlagen. Die Bohnen herausgenommen. Sie entwickeln dann in einem Gärungsverfahren innerhalb von sieben Tag ihr Aroma. Sie werden hart und sind nicht mehr weiß sondern nehmen eine dunkle Farbe an. Man sagt auch, die Bohnen werden fermentiert. Geerntet wird übrigens zweimal im Jahr immer noch mit der Hand, nicht mit Maschinen.
Entdeckt wurden die Kakaobohnen von den Azteken. Sie nannten ihr mit kaltem Wasser vermischtes Kakaogetränk Xocolatl. Aber erst im Jahr 1528 wurde das Rezept mitsamt der Kakaobohne von einem Spanier namens Hernán Cortés nach Europa gebracht. Zuerst durften nur die Könige und die reichen Bürger dieses Getränk probieren. Für Frauen und Kinder war es verboten. Es durfte zuerst nur von Männern getrunken werden. Erst dreihundert Jahre später wurde dann aus dem Getränk die feste Schokolade zum Essen.
Anhören: Wie schmeckt eine Kakaobohne, [14:07]
Viele behaupten ja, dass die nicht verkauften Weihnachtsmänner zu Ostern wieder eingeschmolzen werden um daraus neue Schokoladen-Osterhasen zu machen. Das stimmt nicht. Es wäre viel zu aufwendig. Die Firma, bei der Karsten Schnäckel arbeitet, spendet diese an hilfsbedürftige Menschen. Das finden wir natürlich gut.
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