Computerspiele
Es gibt Computerspiele, bei denen man etwas lernen kann. Es gibt Spiele, bei denen man zum Beispiel als Feuerwehrmann anderen helfen kann. Allerdings gibt es auch Spiele, in denen man auf andere Personen schießt. Und genau über diese Spiele haben wir in der Kinderzeit gesprochen. Hier könnt ihr euch die Sendung noch einmal anhören.
Im Studio war Markus Gerstmann, Jugendberater und Computerspiele-Experte aus Bremen. Seit über zehn Jahren testet und probiert er Spiele für Kinder und Erwachsene. Der Jugendschutz in Deutschland ist übrigens weltweit am härtesten. Er wundert sich darüber, dass jede Generation davon spricht, wie gewalttätig die Jugend ist. Für ihn ist ein Verbot, ein Zeichen dafür, dass man sich mit dem Thema nicht beschäftigen möchte. So löst man aber keine Probleme, sondern nur, in dem man über sie spricht und sich mit ihnen auseinandersetzt.
Außerdem Ole, Student und erfahrener Computerspiele-Spieler. Ole kennt auch die Spiele, in denen geschossen wird. Es geht für ihn nicht darum Aggressionen auszuleben, sondern mit anderen zusammen zu spielen. Es geht um einen Wettbewerb, so ähnlich wie beim Völkerball spielen. Von Verboten hält er nicht viel, die machen ein solches Spiel eher noch interessanter. Er findet ein Erklären der Eltern, warum ein solches Spiel für die Altersgruppe des Kindes noch nicht geeignet ist, viel wirksamer.
Am Telefon sprachen wir mit Daniel, Student und ebenfalls Computerspiel-Profi. Für ihn steht dabei nicht im Vordergrund andere Menschen in solchen Spielen zu töten, weil es ja keine reale Situation ist. Es gibt sicherlich eine geringe Anzahl von Spielern, die gefährdet sind. Der Ursprung ist aber meistens nicht in den Spielen begründet, sondern er liegt im sozialen Umfeld und den Lebensumständen.
Christian Berg ist Kinderbuchautor, Schauspieler und Regisseur. Mit ihm haben wir telefoniert. Er setzt sich seit kurzem für ein Verbot von Computerspielen ein, bei denen der Spieler auf andere Personen schießt um sie zu töten. Er nennt sie Killerspiele.
Christian Berg inszeniert seit vielen Jahren Kindertheaterstücke und er hat festgestellt, dass es den Kindern immer schwerer fällt zuzuhören und auch den Erwachsenen fällt es schwer ihren Kindern zuzuhören. Er vermutet, das zu Hause immer weniger vorgelesen wird. Die Kinder es also nicht kennen, still zu sitzen und zuzuhören. Außerdem schlagen sich die Kinder immer öfter auf die Seite der Schurken.
Seit Christian Berg für ein Verbot der Spiele eintritt muss er Kritik, ja sogar üble Beschimpfungen entgegen nehmen.
In den so genannten Killer- oder Ego-Shooter-Spielen schlüpft man in die Rolle eines Kämpfers der eine Waffe hält. Diese Spiele werden meistens im Team gespielt. Man versucht dann gemeinsam die Gegner auszuschalten oder Gefahren für das Team abzuwenden.
Diese Spiele haben in den meisten Fällen eine Altersfreigabe ab 16 bzw.18 Jahren. Und die meisten Jugendlichen halten sich auch an diese Angaben.
Nun gibt es viele Menschen, die meinen, das Jugendliche, die solche Spiele spielen, verhaltensauffälliger und gewaltbereiter sind. Das kann man aber nicht einfach auf jede Person anwenden, denn wir alle sind einfach sehr unterschiedlich.
Anhören: Reales Töten in einer fiktiven Welt?, [12:42]
Anhören: Soll man die Spiele verbieten?, [9:26]
Anhören: Eine faszinierende Welt, [7:52]
Anhören: Vertrauen ist wichtig, [1:24]
Wie gefährlich sind Computerspiele wirklich?
Yannik, zwölf Jahre, aus Delmenhorst war auch im Studio der Kinderzeit. Für ihn sind die so genannten Killerspiele auf jeden Fall nur solche, in denen auch Blut zu sehen ist. Von diesen Spielen hält er auch nichts.
Florian, 14 Jahre alt, konnte leider nicht direkt ins Studio kommen. Wir haben aber mit ihm telefoniert. Für ihn sind diese Spiele spannend, sie bedeuten Nervenkitzel für ihn. Er hält ein Verbot nicht für sinnvoll.
Anhören: 100 % der Amokläufer essen Toast, 2 % spielen Killerspiele, [5:33]
Info: Kinder
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