28. November 2012, 18:54 Uhr
Deutscher Zukunftpreis 2012
Für ihre Ideen zur Verbesserung von Hörgeräten haben Forscher der Universität Oldenburg und des Münchner Elektrokonzerns Siemens den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck ehrte die Sieger am Mittwochabend in Berlin. Die Auszeichnung ist mit 250.000 Euro dotiert.
Die Oldenburger Forscher entwickeln moderne Hörgeräte.
Die Oldenburger Hörforscher Birger Kollmeier und Volker Hohmann entwickeln seit Jahren gemeinsam mit Torsten Niederdränk von Siemens moderne Hörgeräte-Technik. Die optimierten Geräte sollen Schwerhörigen zu einem natürlicheren Hörverhalten verhelfen.
Die Ideen aus Oldenburg und München bauen darauf auf, dass für das Hören das Zusammenspiel von beiden Ohren entscheidend ist. Wie erst zwei Augen das räumliche Sehen möglich machen, ermöglichen zwei Ohren das räumliche Hören – zum Beispiel eine saubere Trennung von verschiedenen Geräuschquellen und die Unterdrückung von Störschall oder Nachhall. Bis Ende der 1990er Jahre waren Hörgeräte auf jeweils nur ein Ohr ausgerichtet. Erst die digitale Technik hat den Zweiohr-Effekt möglich gemacht. Die nun ausgezeichneten Forscher legten mit ihren Erkenntnissen den Grundstein für den Siegeszug ihres Zweiohr-Effekts.
2004 brachte Siemens die ersten Hörgeräte dieser Art auf den Markt, inzwischen gibt es weitere technische Verbesserungen. Die Entwicklungen laufen bei allen Herstellern weltweit. Rund 500.000 Geräte kommen in Deutschland inzwischen schon zum Einsatz, bei drei Millionen Hörgeräten pro Jahr insgesamt. Vorher war die Hördiagnostik sehr auf ein Ohr ausgerichtet. Das normale Gehör funktioniert aber im Zusammenspiel von beiden Ohren. Erst dadurch wird räumliches Hören gut möglich. Schwerhörigkeit ist keine reine Alterserscheinung, sie kann auch schon Neugeborene treffen. In Europa gilt jeder sechste Erwachsene als schwerhörig.
Oldenburger Forscher für Zukunftspreis nominiert
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