15. Mai 2013, 12:45 Uhr
Nach Verzögerungen bei OHB
Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat den ersten Seriensatelliten für das europäische "Galileo"-System ausgeliefert. Die Arbeiten an einem zweiten Satellit würden derzeit abgeschlossen, heißt es beim Unternehmen. Beide sollen in diesem Herbst vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou an Bord einer Trägerrakete ins All geschossen werden.
Ein "Meilenstein" sei diese Premieren-Lieferung, so OHB. Das Unternehmen ist maßgeblich am Aufbau von "Galileo" beteiligt, mit dem die Europäer die Vormachtstellung des amerikanischen Navigationssystems "GPS" brechen wollen. "Galileo" stand wegen einer Reihe von Verzögerungen und explodierender Kosten immer wieder in der Kritik. Der Betrieb sollte ursprünglich schon im Jahre 2008 starten. Auch OHB konnte den Zeitplan nicht einhalten. Das Unternehmen hatte die ersten beiden Satelliten bereits im vergangenen Jahr ausliefern wollen, musste seine Pläne aber verschieben. In Bremen entstehen insgesamt 22 Galileo-Satelliten.
Die europäische Raumfahrtbehörde (Esa) hat die Inbetriebnahme von Galileo mittlerweile auf das Jahr 2014 verschoben. Einmal funktionsfähig, soll das System metergenaue Positionsbestimmungen aus dem Weltall ermöglichen. Autos, Schiffe, Rettungsdienste, aber auch Industrie und Landwirtschaft könnten die Navigation nutzen. Der erste Satellit sei auf dem Weg ins niederländische Noordwijk, teilte OHB mit. Dort sollen in den kommenden Wochen bei der europäischen Weltraumagentur Tests unternommen werden.
Die OHB AG hat ihren Wachstumskurs im ersten Quartal 2013 fortgesetzt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 22 Prozent auf rund 131,7 Millionen Euro. Hauptsächlich wegen des höheren Materialaufwands und gestiegenen Personalkosten sei das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 26 Prozent (EBIT) auf knapp 6,6 Millionen Euro gesunken, teilte der Konzern mit. Der Periodenüberschuss verringerte sich um 1,2 Millionen Euro auf rund 3,5 Millionen Euro. Für das laufende Jahr erwartet die Geschäftsführung einen Anstieg der Gesamtleistung auf mehr als 700 Millionen Euro und ein EBIT von mehr als 36 Millionen Euro.
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