9. Februar 2010, 16:32 Uhr
AWI-Projekt "MarGate"
Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hat in der Nähe der Insel Helgoland mit dem Bau eines Unterwasser-Labors begonnen. Ziel der Forscher der zum Institut gehörenden Biologischen Anstalt Helgoland ist es, meeresbiologische Daten zu erfassen und über das Internet zur Verfügung zu stellen. Die Forscher wollen mit dem Projekt "MarGate" untersuchen, wie sich der Meeresboden und die Tier- und Pflanzenwelt der Nordsee verändert. Es geht darum, herauszufinden, was durch das Klima bedingt ist und was vom Menschen verursacht wurde.
Mit diesen Ergebnissen hoffen die Wissenschaftler, die Folgen des Klimawandels für das Ökosystem besser verstehen und vorhersagen zu können. Für das Unterwasser-Labor werden Betonklötze in zehn Meter Wassertiefe gesetzt. Sie sollen sich mit der Zeit zu einem künstlichen Riff entwickeln und mit einem Netz von Sonden und Messgeräten überspannt werden. So lassen sich beispielsweise Kleinkrebse direkt im Lebensraum beobachten und Informationen über Salzegehalt, Temperatur und Nährstoffverteilung des Wassers ermitteln. Das Labor "MarGate" ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes, an dem sich fast alle küstennahen Forschungszentren und Universitäten Deutschlands beteiligen. Gefördert wird es vom Bundessministerium für Forschung.
Wissenschaftler von elf norddeutschen Forschungsinstituten sollen die Folgen des Klimawandels in der Nordsee untersuchen. Das teilten die niedersächsischen Ministerien für Wissenschaft und für Umwelt und Klimaschutz mit. Die Wissenschaftler sollen auch erforschen, wie sich der zunehmende Schiffsverkehr und die Offshore-Windenergie auf das Wattenmeer auswirken. Das Land Niedersachsen stellt für das Projekt in den kommenden drei Jahren 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. An dem Forschungsvorhaben beteiligen sich auch Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts und der Universitäten Bremen und Oldenburg.
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