25. November 2011, 11:57 Uhr
Umstrittene Affenversuche
Die umstrittenen Affenversuche an der Universität Bremen dürfen vorerst weiterlaufen. Das hat das Oberverwaltungsgerichts (OVG) Bremen entschieden. Nach dem Eilbeschluss vom vergangenen Freitag darf die Versuchsreihe ein weiteres Jahr fortgesetzt werden. Eine Grundsatzentscheidung zu den Bremer Affenversuchen steht aber noch aus.
Wissenschaftler sehen in den Affenversuchen notwendige Grundlagenforschung. Tierschützer sprechen von Quälerei.
Das Urteil bedeutet, dass bereits laufende Testreihen fortgesetzt werden können. Die Universität darf aber keine neuen Experimente anfangen. Der jetzige Beschluss geht auf einen älteren Rechtsstreit zwischen dem Hirnforscher Andreas Kreiter und dem Bremer Senat zurück. Der Hirnforscher will weiterhin Tierversuche durchführen, der Senat hat das aber verboten. Das Verwaltungsgericht hatte ihm die Versuche vorübergehend genehmigt. Diese Genehmigung läuft Ende November 2011 aus.
Damit Kreiters bisherige Forschungsergebnisse nicht verloren gehen, darf er jetzt noch ein weiteres Jahr an den Tieren forschen, urteilte das Gericht. Es begründet die erneute Befristung damit, dass bisher nicht abzusehen sei, wie das laufende Verfahren ausgeht. In diesem Fall gehe das wissenschaftliche Interesse vor dem des Tierschutzes, da laufende Versuchsreihen abgeschlossen werden müssten. Denn diese wurden noch mit einer offiziellen Genehmigung begonnen, sagen die Richter.
Die Universität Bremen hat die Gerichtsentscheidung begrüßt. Mit ihrem Eilbeschluß hätten die Richter die Position der Universität bestätigt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Arbeiten des Bremer Forschers Kreiter seien international hoch angerkannt und ethisch vertretbar.
Universität und Gesundheitsbehörde in Bremen streiten seit 2008 über die Fortsetzung der Versuche, die nach dem Willen der Behörde beendet werden sollen. Über die Ablehnung weiterer Genehmigungen muss das OVG in einem Berufungsverfahren entscheiden. Nach Einschätzung der Richter ist offen, wie der Rechtsstreit in der Hauptsache ausgehen wird.
Seit 1998 erforschen Neurobiologen an Makaken-Affen, wie das Gehirn funktioniert. Nach Überzeugung der Behörde leiden die Tiere bei den Experimenten zu sehr. Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse für Therapien gegen Krankheiten wie Epilepsie oder Alzheimer.
Bremer Forscher will weitere Affenversuche, [5:06]
Beitrag vom 11. August 2011
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